Freitag, 10. August 2012

E-Books haben es endlich geschafft

Das Thema E-Books beschäftigte mich dieser Tage von zwei Seiten, zuerst von der Seite des Autors, dann von der Seite des Lesers aus.

Autoren-Perspektive

Anfang der Woche wurde ich von meinem Verlegerfreund darauf aufmerksam gemacht, dass ein Buch, bei dem ich Ko-Autor bin, jetzt als E-Book bezogen werden könnte. Es hätte noch ziemlich viel Arbeit erfordert. Ich sollte es doch mal ansehen. Ich habe daraufhin €11,99 investiert und das Buch bei Apple (iBooks) gekauft. Ich habe es auf meinem iPhone und meinem iPad angeschaut. Es hat dort im Vollbild-Format (Porträt) 305 Seiten. Bei der Querdarstellung (Landschaft) sind es 585 Seiten. Die gedruckte Version hatte 140 Seiten. Es handelt sich um die E-Book-Version, nicht zu verwechseln mit der Online-Version, die es schon immer bei PaperC gab.


  E-Book Querdarstellung

Jetzt haben wir wirklich ein Werk, das auch Senioren gut lesen können. Ich finde das Layout sehr gut. Bei der Querdarstellung wandern die Bildunterschriften schon mal auf die nächste Seite. Mich stört das nicht. Besonders hervorzuheben ist, dass alle 138 Links aktiviert sind. Das einzige, was fehlt, ist, dass im Anhang B direkt von den Titeln der Projekte aus ein impliziter Link existiert, wie dies im Blog SsdC angeboten wurde. Durch das großzügigere Layout kommen auch die Karikaturen von Frau Hamelmann sehr gut zur Geltung. Auf den iPad leuchten sie in ihrer voller Schönheit,

Ob dadurch der Umsatz beträchtlich in die Höhe geht, konnte mir niemand sagen. Schaden wird es vermutlich nicht.

Leser-Perspektive

Schon länger verfolge ich, was Apple (iBook). Books HD, Classics, Hugendubel, Stanza und andere Firmen anbieten. Das Angebot umfasst Tausende von Büchern. Viele Klassikertexte werden kostenlos angeboten. Typische Preise liegen bei 7,99€, 14,99€, usw. Es sind meist 60-70% des Preises der Papierversion. Die Lesbarkeit ist fast immer sehr gut. Viele Klassikertexte habe ich inzwischen genossen, angefangen bei Caesars Gallischem Krieg, über Robinson Crusoe (in Englisch) bis zu Nietzsches Zarathustra.

In den letzten Tagen stieß ich auf die App ‚skoobe‘. Es gibt sie für iPhone und iPad. Das Besondere ist: Sie hat eine Flatrate. Das ist ein echter Durchbruch. Leseproben sind kostenlos und umfassen etwa 10% eines Buches. Das Flatrate-Abo kostet 9,99€ pro Monat. Dieses Jahr kann man so viele Bücher lesen, wie man will. Im nächsten Jahr sollen es nur noch zwei pro Monat sein. Der Umfang des Angebots ist recht beachtlich, vor allem sehr aktuell. Alle derzeitigen Bestseller sind vertreten. Die Präsentation ist ansprechend. Die Texte sind sehr gut lesbar.


App Skoobe auf iPad

Einen Teil der Vorteile von E-Books hatte ich schon oben erwähnt. Man kann die Schrift vergrößern, wenn man will. Links verweisen direkt auf etwas, was man lesen oder kaufen kann. Vor allem: Man braucht keinen Regalplatz mehr für das gelesene Buch. Nachteile gibt es auch: Bei meinem iPad muss noch öfter der Akku geladen werden. Die Anschaffung eines zweiten iPad rückt näher.

Reminiszenzen

Erwähnen möchte ich noch, dass ich in den Jahren 1995-1998 an einem Projekt beteiligt war, das das Ziel hatte, deutsche Verlage und deutsche Hochschulen mit den Vorteilen elektronischer Bücher und Zeitschriften vertraut zu machen. Das Projekt hieß MeDoc für multimediale elektronische Dokumente. Es wurde von der Bundesregierung (BMFT) ziemlich viel Geld investiert, um diverse Ansätze auszuprobieren. Die unmittelbare Wirkung war bescheiden. Nach und nach hat es der Markt geschafft, alle Ziele, die MeDoc hatte, mit Zeitverzögerung zu erreichen. Es dauerte halt fast 20 Jahre. Die damaligen Teilnehmer laufen jetzt größtenteils hinterher.

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