Mittwoch, 14. November 2012

Mass Customization, Oxymora und Wikipedia

Kaum hatte ich zu erkennen gegeben, dass bei mir die Bloggerei etwas schwächelte, sprangen mehrere Kollegen in die Bresche. Jetzt habe ich es mit Überproduktion zu tun. Das ist eine Kategorie von Problemen, die sich lösen lassen.

Der Beitrag, den Hartmut Wedekind heute schickte, heißt:
- Kritik und Lob für Wikipedia.

In seiner bekannten sprachlogischen Analysemethode zerpflückt er die Verwendung des Begriffs Oxymoron in der Fertigtechnik. Seine am Schluss eingeflossene Bemerkung, dass Ingenieure der Heldenverehrung ausgesetzt seien, machte mich hellhörig. Das wäre wieder so ein Wandel, an denen in unsere Zeit kein Mangel zu herrschen scheint.

Auch ich habe – genau wie Wedekind – dazulernen müssen, was ein Projekt wie Wikipedia zustande bringt. Meine Bekehrung vom Saulus zu Paulus hatte ich letztes Jahr in diesem Blog gebeichtet.

Nachdem Hartmut Wedekind über das Problem Oxymoron schon einmal gestolpert ist, wundert es mich, dass er das bekannte Beispiel in der Informatik übersehen hat. Es ist der von Jaron Lanier geprägte Begriff der Virtuellen Realität. Vielleicht lässt sich dieser Fall per Kommentar klären.

1 Kommentar:

  1. An 17.11.2012 schrieb Hartmut Wedekind aus Darmstadt:

    Es fällt mir schwer, aus „virtuelle Realität“ ein Oxymoron zu konstruieren. Für ein Oxymoron braucht man immer gegensätzliche Begriffe. Schaue ich in die Literatur (u.a. auch Wikipedia) nach, so finde ich folgende Gegensatzpaare:

    Virtuell ‐‐‐‐‐‐ Physisch

    (Statt physisch kann man auch körperlich sagen. Virtuell ist dann nicht‐körperlich)

    Ideal (vollkommen) ‐‐‐‐‐‐ Real (wirklich)

    Oxymora wären in dieser Festlegung z. B. „ Physische Virtualität“ und „ideale Realität“. Vielleicht gibt es so etwas in der wort‐neuschöpfenden Informatik auch bald.


    NB (Bertal Dresen): Danke für die Klarstellung. Vielleicht kam ich zu der falschen Auffassung, weil man in dem Gegensatzpaar ‚virtueller Speicher‘ -- physischer Speicher‘ für letzteres immer ‚real memory‘ sagte. Das erinnert an das Kind, das zu gewissen Früchten lieber Pflaumen als Zwetschgen sagte, weil das Wort nicht so schwierig ist.

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