Mittwoch, 2. Januar 2013

Die zwei Jahre dieses Blogs – statistisch gesehen

Dieser Blog gibt mir immer noch Anlass zum Staunen und Lernen. Da es so einfach ist, schöne Statistiken zu erstellen, schaue ich sie mir immer wieder an. Wie in der Vergangenheit so gebe ich im Folgenden einen Auszug für das letzte Halbjahr, hoffend dass er die Leser interessiert. Die Daten basieren auf dem Stand von 31.12.2012. Es ist auch eine Gelegenheit, um etwas über das Phänomen Internet nachzudenken.

Besucherzahlen und Herkunft

Recht erstaunlich ist der weitere Anstieg der Besucherzahl (Seitenaufrufe) des Blogs. Diese Zahl hat sich von 8.693 im dritten Halbjahr auf 15.328 im vierten Halbjahr nahezu verdoppelt. Das entspricht einem Zuwachs von 76 %. Insgesamt stieg die Zahl der bisherigen Besucher von 19.378 auf 34.708. In den letzten Monaten hatten wir täglich rund 100 Besucher oder über 3.000 pro Monat.

   Besucher und deren Herkunft

Die Verteilung der Leser auf Länder hat sich im letzten Jahr kaum verändert. Die er­sten acht Länder blieben dieselben. Spanien und Irland haben Singapur und Luxemburg verdrängt. Frankreich, Russland und die Ukraine haben weiter kräftig zugelegt. Es sind laufend noch neue Länder dazu gekommen. Die ganze Nordhalbkugel erscheint in der Grafik in verschiedenen Schattierungen von Grün. Als neu fielen mir auf Kasachstan, Tadschikistan und Weißrussland (Belarus). Die Gesamtzahl der Leser aus den nicht genannten Ländern liegt bei 2727 und ist in der Tabelle als ‚Übrige Länder‘ aufgeführt. Diese Steigerung ist beachtlich.

Themen und ihre Beliebtheit

Bei den Themen gibt es weiterhin zwei eindeutige Spitzenreiter. Deren Zugriffszahlen erhöhen sich auch jetzt noch laufend. An der Spitze liegt inzwischen mein Beitrag vom Mai 2011 über Professionalität, bei dem ich von Manfred Broy unterstützt wurde. Bald wird er die Marke von Tausend Lesern überschritten haben. Es folgen die Zigarettenbilder, deren Reiz nicht nachzulassen scheint. Auf den Plätzen hinter den zwei Spitzenreitern gibt es laufend Änderungen. Mein Versuch, fachliche Leitbilder aus der Praxis zu finden, wurde honoriert. Allein das gibt mir schon das Gefühl, mit diesem Blog etwas Nützliches begonnen zu haben. Zwei dieser Leitbilder (Karl Ganzhorn und Heinz Gumin) hatte ich bereits vorher in Erinnerung gerufen, was bei den Lesern auf großes Interesse stieß.


Spitzenreiter nach Themen

Zwei Beiträge meiner Freunde Hans Diel und Peter Hiemann (Quantenphysik, Popper) wurden sehr beachtet. Unser gemeinsames Ringen mit dem Informationsbegriff rief zwar bei einem Leser das Gefühl des ‚Déjà vu‘ hervor. Beruhigend daran ist, dass wir nicht ganz falsch lagen. Zwei meiner historischen Beiträge (Gerbert d’Aurillac, Dynastie der Luxemburger) machten nicht nur mir Freude. Sowohl je eine Besprechung eines aktuellen Buches (Digitale Demenz) wie eine meiner fachlichen Reflektionen (Geometrie) schafften es, in die Spitzengruppe zu gelangen. Schließlich zogen meine Predigten für meine Enkelin (Abi 2012) und meine Altersgedanken zum Jahresende zahlreiche Leser an. Dabei ist letzterer Beitrag erst gerade fünf Tage im Netz. Nochmals vielen Dank allen Beitragenden und allen Lesern. 


Zugriffshäufigkeit aller Beiträge

Wie letztes Mal habe ich auch dieses Mal die Zugriffshäufigkeit aller 228 Beiträge dargestellt. Das Ergebnis hat sich im Prinzip nicht verändert. Sortiert man die Beiträge nach der Häufigkeit der Zugriffe, so ergibt sich hier der bekannte lange Schwanz (engl. long tail), ein Phänomen, das auch andere Internet-Aktivitäten feststellen. Die Darstellung nach relativem Alter zeigt, ‒ wie immer ‒ dass die Attraktivität nichts mit dem Erscheinungsdatum zu tun hat. Die Zacken stellen die Beiträge dar, die in der zweiten Tabelle (Spitzenreiter) gelistet sind. Die durchschnittliche Zugriffhäufigkeit liegt inzwischen bei 93,5 Seitenaufrufen. Der niedrigste Wert ist 12.

Angegeben werden vom Blogger-System auch die Betriebssysteme und Browser, die von Lesern benutzt werden, sowie die Begriffe, mit denen anschließend in Google gesucht wurde. Hier gab es keine neuen Erkenntnisse, die mich beeindruckten.

Phänomen Internet

Bloggen ist ein Teil des Phänomens Internet. Seit mehreren Jahren verfolge ich die weltweite Entwicklung des Internets. Im Halbjahreszyklus erhalte ich umfangreiche Statistiken. Sie werden mir von Enrique de Agaez von der Firma Miniwatts zur Verfügung gestellt. Dieses Mal habe ich ihn gebeten mir zu erlauben, eine seiner Tabellen in vereinfachter Form wiederzugeben, was er mir freundlicherweise gestattete.


Dargestellt ist das Wachstum in den letzten 11,5 Jahren. Man beachte die Prozentzahlen. Es sind die kumulativen Zahlen, nicht das jährliche Wachstum. Folgende Dinge fallen auf. Europa und Asien haben Nordamerika (USA und Kanada) längst überholt, was die absolute Zahl der Nutzer anbetrifft. Lateinamerika ist dabei gleichzuziehen. Nur in der Durchdringung führt Nordamerika noch vor Australien und Europa. Die Zuwachsraten sind am größten da, wo Nachholbedarf besteht, nämlich in Afrika und im Mittleren Osten. Mit einer Milliarde Nutzer hat Facebook sein Potential noch nicht einmal zu Hälfte ausgeschöpft. Ein Drittel aller Menschen sind auf eine neue Art miteinander verbunden. Sie sind Empfänger und Sender zugleich, nicht nur von Haus zu Haus und per Kabel, sondern mobil und per Funk. Obwohl Englisch als Sprache der Techniker und Wissenschaftler eine starke Verbindung darstellt, zerfällt für den normalen Nutzer das Netz in mehrere große Sprachinseln. Mein deutschsprachiger Blog wird trotzdem fast auf der ganzen Nordhalbkugel der Erde angeklickt. Ob ein Besucher einer Seite diese auch gelesen hat oder lesen konnte, darüber lässt sich nichts sagen. Das ist bei einem gekauften Buch oder einer abonnierten Zeitschrift nicht anders.

Die Welt der Blogger, auch Blogosphäre genannt, ist eine Tausend-Blumen-Welt. Mit ihrem Blabla muss sie ankämpfen gegen Tausende Online-Nachrichtendienste, Millionen von iTunes-Melodien und Youtube-Filmen und alle ins Netz übergesiedelten ehemaligen Funk- und Druckmedien. Ob und wie man sich arrangiert, wird sich erst in der Zukunft entscheiden. Die potentiellen Vorteile liegen in der Möglichkeit des Dialogs. Um sie auszunutzen, bedarf es noch einiger Gewöhnung. Bertals Blog lässt nur allererste Ansätze erkennen.

Zum Schluss noch einen wahren Sinnspruch. Er stammt von Margarete Mitscherlich und steht in dem letzte Woche besprochenen Buch. Er heißt: Das Leben hat nur den Sinn, den man ihm gibt.

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