Donnerstag, 26. Dezember 2013

Der gerappte Weihnachtsmann (ein Gedicht)

Bei der weihnachtlichen Familienfeier im Kreise der Kinder und Enkel trug Enkel Markus (16) gestern nachstehendes Gedicht vor. Nach den Betrachtungen über den bloggenden Opa vom Mai 2014 ist das sein zweites Gedicht in diesem Blog.

 Reklame aus dem Jahre 1931

Eine realistische Betrachtung des Weihnachtsmanns

Es ist Weihnachtszeit,
wenn‘s es bei Nacht schneit.
Wenn weiße Schneeflocken
die Bäume, Büsche und Hecken bedecken.
Wenn Kinder Träume haben
von prall gefüllten Geschenken
und vielen Gaben.

Nur daran denken
und stets nach dem Weihnachtsmann fragen.
Und die Eltern sagen,
er kommt in 20 Tagen.
Denn er muss sich seinen Weg
durch den kalten Nordwind bahnen.
Muss der geplagte Alte sich doch
in Kamine zwängen und durchschlüpfen,
während die Kinder drängen
und ungeduldig umher hüpfen.

Er, der sich meistens mit weißem Bart zeigt,
und in der Wahl seiner Kleidung zu weiß und rot neigt.
Und jedes Jahr auf‘s Neue die Häuser abklappert,
um sich zu vergewissern,
dass auch jedes Kind ein Geschenk bekommen hat.

Aber wie sieht das eigentlich aus
mit dem Beruf Weihnachtsmann,
der außer im Winter durchgängig Ferien machen kann,
und nur einmal im Jahr sattelt er sein Gespann.

Seine Arbeit beginnt direkt nach dem Gottesdienst.
Doch wer zahlt eigentlich dem Weihnachtsmann sein Gehalt,
steht er in Gottes Dienst?
Oder wurde er von Coca-Cola angeheuert,
und werden seine Geschenke eigentlich besteuert?
Wie verhält es sich in Bezug auf Versandkosten?
War Luftpost doch schon stets sehr teuer,
kommt auf sein Gefährt ja noch
eine zusätzliche Versicherung und Abgassteuer.

Ich bin mir sicher,
dass auch sein Unterhalt zu Buche schlägt.
Ist es ja allseits bekannt,
dass er viel Glühwein verträgt.
Und wenn er für das Kaminfeuer
seine Axt in die Buche schlägt,
damit anschließend ein wärmendes Feuer entsteht,
frage ich mich, ob für diese Rodung
nicht eine Extra-Steuer besteht.

Wir sehen, der Weihnachtsmann führt ein kostspieliges Leben.
Dennoch besteht weiterhin die Frage,
wer tut ihm die Moneten dafür geben.
Bekanntlich ist ja noch nie das Geld vom Himmel gefallen,
dennoch hätte ich daran Gefallen.
Doch gehen wir davon aus, jemand schlägt
aus dem Phänomen Weihnachtsmann einen finanziellen Nutzen.
Ohne einen solchen Ansporn läuft in unsere Welt nämlich nichts.
Gab also Coca Cola dem Weihnachtsmann ein Gesicht,
inklusive einem Vertrag, den er nicht bricht,
um ihn für Werbung zu benutzen?

Denkbar wäre es, führt man sich kurz vor Augen,
wie viel Geld durch Werbung umgesetzt wird.
Die Frage ist, ob Santa also dasselbe
wie Google und Youtube probiert,
oder ob man bei diesen Annahmen irrt.
Doch mit dem Werbegeld kann sicher
auch der Weihnachtsmann seine laufenden Kosten decken
und vielleicht kann er sogar
sein Geschäft auf den Aktienmarkt erstrecken.

Also stellt sich einem die Frage,
ob sich der Weihnachtsmann
durch Aktien finanzieren kann.
Kritiker würden wohl zweifeln und meinen,
er hätte noch nicht einmal ein Geschäftsmodell.
Das würde ich verneinen und entgegnen:
Nicht so vorschnell!

Denn wissen Sie nicht,
dass der Weihnachtsmann im Winter überall auftaucht?
Egal ob als Zierfigur auf web.de
oder als Deckblatt vom Stern, umringt von Schnee,
ob auf Adventskranzkerzen im Multipack,
auf Lebkuchenherzen oder weihnachtlichem Schleck.
Die Werbewelt ihn also braucht.

Wie Google ist also auch der Weihnachtsmann
eine Institution, die durch Werbung
und mit Aktien Geld machen kann.
Also ein richtiges Unternehmen.
Unter Nehmen versteht er Geben.
Beschenkt die Kinder
und nimmt im Endeffekt mehr ein
als jeder andere in diesem Meer von Geschäftshaien,
und statt Missgunst hat er Gottes Segen.

Der liebe Santa Claus,
mit Großzügigkeit assoziiert,
hat sich also dadurch profiliert,
dass er die Wirtschaft studiert,
und sich schließlich das perfekte Geschäft erdacht hat.
So geht also alles glatt.

Das einzige negative ist,
dass er ständig friert
und ein Großteil des Jahres
in Einsamkeit dahinvegetiert.



NB (Bertal Dresen): Als sein Verleger habe ich hauptsächlich Satzzeichen eingefügt. Die Reimtechiken des Rap sind zwar in Wikipedia beschrieben. Allerdings steht bei dem Eintrag, dass ‚die fraglichen Angaben … möglicherweise demnächst entfernt‘ werden, da sie nicht hinreichend belegt sind. Wiedererkennen kann ich den Dreifachreim, den unreinen und den Zweckreim, nicht jedoch den rekursiven Reim. Das kann an mir liegen.




Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich Frohe Weihnachten und alles Gute zum Neuen Jahr

Kommentare:

  1. Am 27.12.2013 schrieb Otto Buchegger aus Tübingen:

    Ich warte auf das YouTube Video!

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    1. Soweit ich im Bilde bin, sind auch Videos in der Mache. Die richtige Auswahl von Effekten macht noch Schwierigkeiten.

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  2. Wikipedia ist auch eine allumfassende Quelle zum Thema Weihnachtsmann. Hier ein Auszug.

    Angebliche „Erfindung“ durch Coca-Cola: Das Bild (Mann im weißen Bart) wurde von dem US-amerikanischen Grafiker und Cartoonisten Haddon Sundblom, Sohn skandinavischer Auswanderer, aufgegriffen, der 1931 für die Coca-Cola Company im Rahmen einer Werbekampagne den Weihnachtsmann zeichnete....Möglicherweise flossen in Sundbloms Gestalten auch skandinavische Motive ein. Bis 1964 zeichnete er jedes Jahr mindestens einen Weihnachtsmann für die Coca-Cola-Werbung und prägte so nachhaltig die Vorstellung des „modernen“ Weihnachtsmannes.

    Die Werbung war so erfolgreich, dass dieses Aussehen des Weihnachtsmannes fälschlicherweise Coca-Cola zugeschrieben wird, obwohl es regional bereits mehrere Jahre vor Beginn der Werbekampagne bekannt war. Allerdings dürften die alljährlich wiederkehrenden Werbefeldzüge des Limonadenkonzerns auf jeden Fall zu seiner weltweiten Verbreitung beigetragen und dieses Bild dabei gründlich geprägt haben.
    ...
    Mögliche Wohnorte des Weihnachtsmanns. Der US-amerikanische Santa Claus wohnt am Nordpol. Auch der europäische Weihnachtsmann wird im hohen Norden verortet. So lebt er etwa nach Auffassung der Finnen im lappländischen Korvatunturi; es wird allerdings auch behauptet, er lebe in Rovaniemi, vor allem seitdem dort 1998 ein SantaPark gestaltet wurde. Nach Überzeugung der Schweden lebt er in Dalarna, oder er hat in der alten Tradition als tomte keinen festen Wohnsitz. Nach dänischer Auffassung ist er in Grönland zu finden. Der Schweizer Nikolaus ist im Schwarzwald zuhause und geht am 6. Dezember mit seinem Esel auf Wanderschaft und wird vom „Schmutzli“ begleitet. Der niederländische „Sinterklaas“ hingegen kommt mit einem Dampfschiff aus Spanien, begleitet wird er von seinem Kompagnon Zwarte Piet.

    Der US-amerikanische Weihnachtsmann fährt seine Geschenke mit einem Schlitten aus, der von bis zu zwölf Rentieren durch die Luft gezogen wird. Bekanntestes Rentier ist Rudolph mit der roten Nase (Rudolph, the Red-Nosed Reindeer), das aber erst später durch ein Gedicht hinzukam. ... Andere behaupten, dass der Weihnachtsmann bzw. dessen Ursprung aus der Region von Antalya stammen soll, was sich wohl auf die historische Figur des Nikolaus von Myra bezieht. ..In den letzten Jahren wurden in der Weihnachtszeit vermehrt dem Weihnachtsmann ähnliche Puppen als „Fassadenkletterer“ an den Fassaden der Häuser angebracht, um den heimlichen Gabenbringer darzustellen

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