Donnerstag, 22. Mai 2014

Auf den Spuren Alexander von Humboldts (1769-1859)

Im meinem Bericht über Georg Forster in diesem Blog schrieb ich:

Im Frühjahr 1790 unternahm [Forster] gemeinsam mit Alexander, dem jüngeren der Humboldt-Brüder, eine ausgedehnte Reise, die ihn in die Österreichischen Niederlande (dem heutigen Belgien), nach Holland, England und Paris führte. Dort nahmen beide am 14. Juli an den Feiern zum Jahrestag der Revolution teil.

Von den beiden Brüdern Wilhelm und Alexander von Humboldt ist es der jüngere der beiden, der seinen Ruhm seinen Reisen verdankt. Sein Bericht über die Südamerika-Reise hat mich schon seit meiner Jugend fasziniert. Ich bin ihm sogar ein Stück des Weges nachgereist. So wie er, so wollte ich meine Höhentauglichkeit am Teide (3718 m hoch) auf Teneriffa testen. Wir fuhren während unseres Urlaubs in Jahre 2009 mit der Gondel hoch. Humboldt hatte noch keine Gondel gehabt. Trotzdem machte er barometrische Höhenmessungen und korrigierte die Höhe um 50 Meter. Kaum hatte ich die Gondel verlassen, um weiter in Richtung Vulkanspitze zu marschieren, merkte ich, dass dies mich überforderte. Ich begann nach Luft zu schnappen und wurde schwindelig. Die nächste Gondel kam erst in einer halben Stunde. Ich hatte mich nie so sehr auf eine abwärts fahrende Gondel gefreut.

Um an die Westküste Südamerikas zu kommen, hatten meine Frau und ich zwei Anläufe in 2010 und 2012 unternommen. Beide scheiterten an Unfällen bzw. Erkrankungen, die einen von uns kurz vorher lahm legten.

Jetzt hat unser Blog-Freund Gerhard Schimpf es geschafft. Er stellte 159 Bilder ins Netz. Sie sind per Passwort geschützt. Als ich mich wunderte, warum es nur Kolumbianerinnen und Kolumbianer zu sehen gäbe, und keine Bauwerke und Vulkankegel, schrieb er:

doch es wird noch mehr kommen. Viel mehr. Ich habe beim ersten Durchgang durch eine Tonne von Fotos erst einmal die Personen herausgefischt. Wie nicht anders zu erwarten, steckt hinter jedem Foto eine Geschichte. Manchmal eine ganz phantastische und unerwartete. Wann trifft man schon mal in einem 100 Seelen Dorf in der Pampa eine Schönheitskönigin oder zwei Abiturientinnen, die einem als Museumsführerinnen das "Bett von Simon Bolívar" verkaufen wollen. Auf Nachfrage dann, na ja, ein landestypisches eben, wie man es damals hatte.

Die Reise durch dieses facettenreiche und komplexe Land, das gerade langsam wieder auf die Beine kommt, war so erlebnisreich, dass ich seit Wochen damit beschäftigt bin, das alles nachzuarbeiten. Wir folgten der Reiseroute Humboldts von Cartagena nach Bogotá und wir litten wie er unter der Hitze. Am Rio Magdalena kursierte der Witz: Hier ist es so heiß, dass die Hühner Spiegeleier legen.

Ich bin gespannt auf die anderen Bilder. Vielleicht wird es sogar einen Reisebericht geben.

NB: Humboldt wollte eigentlich mit Napoléon nach Ägypten. Eine schönere Expedition konnte sich damals kein Wissenschaftler vorstellen. Napoléon weigerte sich, ihn mitzunehmen; "Sie beschäftigen sich mit Botanik? Auch meine Frau betreibt sie!" Mit diesen Worten ließ Napoléon ihn abblitzen. Darauf fuhr er zum spanischen König. Für einen protestantischen Preußen eine ziemliche Überwindung. Der Rest ist Geschichte.

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