Montag, 9. Juni 2014

Warum fordern viele Leute immer wieder (oder immer noch) mehr Wachstum?

Der Club of Rome verkündete bereits 1972 das Ende des Wachstums und bezog es auf die Weltbevölkerung und den Energieverbrauch. Dennoch erscheint der Ruf nach Wachstum fast täglich im Wirtschaftsteil unserer Zeitungen. Auch aus den Programmen vieler Parteien und den Reden vieler Politiker ist der geradezu beschwörende Ruf nach Wachstum kaum wegzudenken. Das Wort Wachstum steht in Regierungserklärungen und über EU-Ratssitzungen. Fast könnte man meinen, es mit einem Zaubermittel zu tun zu haben. Das Wort scheint etwas Magisches an sich zu haben. Um bei der Frage ergebnisoffen zu sein, hätte ich fragen müssen: Welchen Beitrag zur Lösung der Menschheitsprobleme entfällt auf eine Steigerung der wirtschaftlichen Leistung und die Senkung von Produktionskosten? Dies ist etwas objektiver, dafür länger und als Überschrift eines Blog-Beitrags ungeeignet. 

In diesem Beitrag befasse ich mich zuerst mit den Erklärungsversuchen einiger Personen- und Expertengruppen, ehe ich dann meine eigenen ‚Thesen‘ zu der Fragestellung formuliere. Anstatt Thesen kann man auch Hypothesen sagen. Der Begriff des Wachstums bezieht sich in erster Linie auf die Wirtschaftsleistung eines einzelnen Landes, aber nicht nur. 

Rentner und Kabarettisten

Ein herrlicher Film, den ich dieser Tage bei Arte sah, trägt den Titel: ‚Mit 90 die Welt retten‘. Zwei Rentnerinnen aus Seattle fragen sich: Warum erzählt man uns, das wir einkaufen müssen, damit endlich die Wirtschaft wächst? Auf ihrer Suche nach einer Antwort, geraten sie zuerst an Studierende und VWL-Professoren, deren Antworten sehr unbefriedigend sind. Von ihnen werden sie an die großen Wirtschaftsunternehmen verwiesen und zuletzt an die Wallstreet. Das ganze wird eine einzige große Enttäuschung. Auf Youtube finden sie eine Rede von Bobby Kennedy aus den 1960er Jahren, der darauf hinweist, dass das Bruttosozialprodukt die falschen Werte messe. Es würde darin der Bau von Atombomben und das Abholzen von Wäldern als Wirtschaftswachstum gezählt. In einer herrlichen Szene erklärt ein emeritierter VWL-Professor, dass alle Probleme daher rühren, dass Menschen das Gefühl für Exponentialfunktionen abginge. Würden sie verstehen, dass ein jährliches Wachstum von 5% eine Verdopplung in 14 Jahren bedeutet, würden sie vernünftig handeln. Wenn die USA ihren Konsum so weiter steigern wie bisher, brauche man irgendwann vier Planeten so groß wie die Erde, um den Lebensstandard der Amerikaner aufrecht zu erhalten. Ein ökologisch denkender Wissenschaftler erinnert daran, dass die Menschheit insgesamt nicht mehr Energie verbrauchen dürfe als erneuerbare Energien gewonnen werden und dass die Menschen nicht mehr Abfall erzeugen dürften als dafür auf der Erde Platz ist. Nicht-erneuerbare Energien dürften nur in dem Maße genutzt werden, wie sie mittels erneuerbare Energie nachgefüllt werden können. Wegen ihrer theoretischen Klarheit lässt die Aussage keine Zweifel zu.

Auf den Kabarettisten Volker Pispers wurde ich von einem Freund hingewiesen. In seinem Sketch Kapitalismus, Wachstum und Wirtschaftswachstum gibt er pointierte Antworten auf wirtschaftliche Fragen aller Art. Eigentlich haben wir von Allem zu viel. Zu viele Autos, zu viele Handys, zu viele Menschen. Es gibt auch zu viel Geld. Deshalb sucht man wie verrückt nach Anlagemöglichkeiten. Was uns fehle, sei genügend Wachstum, insbesondere bei der Produktivität. Wenn die Firma VW 7% Wachstum bei der Produktivität erzielen will, gäbe es dafür drei Wege: Dieselbe Produktionsmenge mit weniger Mitarbeitern (und sonstigen Ressourcen) in derselben Zeit erzeugen, dieselbe Menge mit der gleichen Mitarbeiterzahl in weniger Zeit, oder mehr Output mit gleicher Mitarbeiterzahl und in gleicher Zeit. Alle drei Wege hätten ihre Mängel. Beim dritten, dem sozial am verträglichsten Weg, hätten wir ein enormes Absatzproblem. Wenn bereits alle Leute ein Auto haben, ist das Absatzproblem nur zu lösen durch die gezielte (technische) Veralterung in Folge der laufenden Einführung neuer technischer Schnickschnacks (wie bei Handys und Computern), oder durch die Definition eines Modewechsels (wie bei Textilien). Ähnliche Mechanismen sieht Pispers am Werk beim Einkommens- und Finanzausgleich und der politischen Willensbildung. Genau wie die beide Rentnerinnen aus Seattle, so weiß auch Pispers (aus Rheydt bei Mönchen-Gladbach) keine Antwort auf die Grundfrage: Wozu brauchen wir Wachstum?

Historiker und Philosophen

Von dem Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk stammt ein Beitrag mit dem Titel „Du musst dein Leben ständig ändern!“, erschienen im Mai 2014 in der mir bislang unbekannten Zeitschrift namens Schweizer Monat. Darin führt er die Liebe für den Begriff Wachstum auf die alte Agrarromantik zurück, die an sich längst überwunden ist. Der Bauer sei nur zufrieden gewesen, wenn er auf seinen Feldern etwas wachsen sah. Als die Europäer, beginnend im 15. Jahrhundert, dazu übergingen auf der ganzen Welt nach Reichtümern und Schätzen zu suchen, trat an die Stelle eines durch die Natur beschränkten Wachstums die Suche nach Sondergewinnen, anstatt 15% Wachstum oder Gewinn pro Jahr traten über 100%. Aus dem Planet der Bauern wurde ein Planet der Spieler. Die Antibauern (Offiziere, Alchemisten, Großkaufleute) redeten trotzdem weiter von Wachstum. Später wurden die USA zur maßgeblichen Filiale des europäischen Traums vom Wachstum. An die Stelle von rein materiellem Wachstum trat nach und nach eine Differenzierung menschlicher Wünsche. Wir wollten exotische Speisen und Gewürze. Neben den Wachstum trat der Wunsch nach einem reicheren Leben. Man will nicht nur satt werden, sondern sich auch gut unterhalten und möglichst viel erleben. Wenn wir es schaffen, quantitatives Wachstum in qualitatives Wachstum (Sozialarbeit, Kunst, Medizin) umzulenken, verbrauchen wir keine weiteren natürlichen Ressourcen.

Diese Aussagen Sloterdijks würde ich eher als historische Analyse denn als philosophische Betrachtung werten. Schon öfters hatten Peter Hiemann und ich in diesem Blog die Aussagen von Wissenschaftlern zu Wirtschaftsfragen kommentiert. Ein Beitrag vor einem Jahr befasste sich gleichzeitig mit dem deutschen Philosophen Julian Nidda-Rümelin und dem Nobelpreisträger Amartya Sen. Sen stammt aus Bangladesch und lehrt in Harvard. Wir fanden beide etwas enttäuschend.

Politiker, Volkswirte und Manager

Am lautesten wird die Forderung nach Wachstum von Politikern erhoben. Nur von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen scheinen die meisten Politiker einer Wachstums-Ideologie verfallen zu sein. Immerhin hat das Klagen darüber, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein schlechtes Maß ist, die Suche nach Alternativen beflügelt. Die von Nicolas Sarkozy einberufene Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission hat Wirkung gezeigt. Wissenschaftler  des MIT veröffentlichen seit 2013 Zahlen zu einem neuen Maß, Social Progress Index (SPI) genannt. Darin werden drei Dimensionen gewichtet: Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse, Grundlagen des Wohlbefinden sowie Chancen und Rechte. An der Spitze liegen Neuseeland, die Schweiz und Island. Deutschland liegt auf Platz 12, die USA auf Platz 16 von 50 gewerteten Ländern. Noch wird von Politikern über das neue Maß kaum geredet. Das wird sofort dann eintreten, wenn sich die Position unseres Landes verändern sollte. Eine Verbesserung der relativen Position wird sich die jeweilige Regierung zugute halten; eine Verschlechterung wird Munition für die Opposition sein. Der durch PISA bewirkte Vergleich von Schulsystemen lässt grüßen.

Aber auch die Volkswirtschaftslehre bietet kaum Theorien an, die ohne Wachstum auskommen. Fast alle Betriebswirte und Manager scheinen diesem Denken ebenfalls verfallen zu sein. Sie argumentieren fast immer mit Skaleneffekten (engl. economies of scale). Diese treten immer dann ein, wenn die fixen Kosten eines Produkts oder Dienstes auf eine große Zahl von Nutzern verteilt werden können. Das kann die verschiedensten Kostenarten betreffen, nämlich Entwicklungs-, Produktions-. Vertriebs- oder Wartungskosten. Skaleneffekte tragen mit dazu bei, dass viele Produkte und Dienstleistungen auch für eigentlich nicht vorgesehene Käufergruppen erschwinglich werden, wodurch der Massenwohlstand gefördert wird.

Einige zusätzliche Fragen und Thesen

Die bisherigen Ausführungen sollten belegen, dass eine an sich naheliegende Frage viele Menschen bewegt, nämlich: Warum brauchen wir überhaupt Wachstum? Wie bei jeder exakten Untersuchung muss differenziert werden. Zunächst muss ein Subjekt und eine Dimension benannt werden in dem Sinne: Wer und was soll wachsen? Geht es um Personen, Unternehmen, Behörden, Vereine, Parteien, Fachgesellschaften, Branchen, Volkswirtschaften oder die Weltwirtschaft? Beim zweiten Aspekt der Frage geht es um die Eigenschaft, die sich verändert, oder die Dimension. Ist es die Körpergröße, das Gewicht, die Mitarbeiterzahl (in der Biologie: die Population; in der Soziologie: die Bevölkerungszahl), der Umsatz, die Produktivität, der Gewinn, oder geht es um Anerkennung, Macht und Einfluss?

Klar ist, dass Kinder und junge Unternehmen wachsen müssen. Stillstand oder Rückgang wären tödlich. Oft geht Stillstand leicht in Rückgang über, daher ist es oft zweckmäßig generell durch minimales Wachstum gegenzusteuern. ‚Wer aufhört zu paddeln, der fällt zurück‘ so heißt es. Ab einem gewissen Alter geht bei Menschen wie bei allen andern Lebewesen das Wachsen in ein Erhalten und Reparieren über. Auch das hat gute Gründe. Große Firmen haben Vorteile, weil sie manche Dinge intern, also mit geringen Transaktionskosten, beschaffen können. Dafür verlieren sie leicht ihre Wendigkeit und Flexibilität. Das Bild der ‚großen Schlachtschiffe‘ wird dann benutzt.

Auf politischer Ebene geht es unter anderem um die Frage, wo lebt es sich besser, in großen oder kleinen Ländern. Dass im oben zitierten SPI-Vergleich drei kleine Länder vorne liegen, deutet in eine bestimmte Richtung. Dennoch hat sich die Europa-Bewegung noch nicht totgelaufen, trotz der immer stärkeren Unabhängigkeitsbestrebungen in Schottland und im Baskenland. Auch Putins Ukraine-Politik beweist, dass Großraum-Denken und Expansionsgelüste noch nicht ganz der Vergangenheit angehören.

Auf der Ebene der Volks- oder Weltwirtschaft benötigten wir bisher Wachstum, weil sowohl in einzelnen Ländern wie auf der Welt insgesamt die Bevölkerung wuchs. Wachstum (im Sinne des Angebots an Ressourcen) ist die Methode par excellence, um Druck aus dem (Populations-) Kessel zu lassen. Eine wachsende Population innerhalb eines beschränkten Lebensraums (Habitat) muss andere Gruppen oder Individuen verdrängen. Wie das Beispiel Galapagos zeigt, hilft Diversifizierung für eine Weile, jeder sucht zunächst eine andere Nische. Es gibt Anzeichen, dass sich im Falle Deutschlands und auch in Bezug auf die Weltbevölkerung, der Trend ändert oder umkehrt. Das führt jedoch nicht zu einem Rückgang des Ressourcen-Bedarfs.

Im betrieblichen und politischen Bereich kann Wachstum des Ressource-Angebots dabei helfen, Probleme der gefühlten Ungerechtigkeit zu lösen. Will man umverteilen, ist es schwieriger jemandem etwas wegzunehmen, als ihn nicht am Wachstum teilhaben zu lassen. Gesellschaftliche Gruppen und Organisationen verschaffen sich gerne Beinfreiheit, um soziale Probleme zu lösen.

In dem oben erwähnten Sketch von Pispers ging es u.a. um die Steigerung der Produktivität. Ich möchte darauf hinweisen, das hier sehr oft falsche Ziele gesetzt werden. Produktivität drückt aus, wie effizient eine Aufgabe erledigt wird. Sie kann fixe und variable Kosten betreffen. Sie kann da wirken, wo keine Skaleneffekte möglich sind. Andererseits ergänzt oder verstärkt sie Skaleneffekte. Sowohl bessere Technik, als auch bessere Materialien und bessere Arbeitsorganisation sind ihre Quellen. Ihr Effekt kann vielen zugute kommen, oder nur wenigen. Wichtig ist zu erkennen, dass sie nur da relevant ist, wo Kosten, Preise und Schnelligkeit der Lieferung eine Rolle spielen. Jedes Unternehmen ist gut beraten zu vermeiden, dass es in einen Preiswettbewerb hineingezogen wird. Es ist viel besser dran, wenn es mit der Originalität, der Qualität oder dem Kundennutzen seiner Produkte und Dienste werben kann. Es ist wichtiger in die Attraktivität von Produkten und Diensten zu investieren als in die Produktivität ihrer Erstellung. Verbraucherschutz und Kartellamt dürfen andere Maßstäbe anlegen.

Fazit: Es handelt sich beim heutigen Thema um eine nahe liegende Frage, für die es ohne genaue Differenzierung keine Antworten gibt. Das scheint. besonders in politischen und wirtschaftlichen Kreisen, kaum jemanden davon abzuhalten, immer wieder starke Bekenntnisse zum Wachstum abzulegen und diese auch zu verkünden.

Kommentare:

  1. Am 9.6.2014 schrieb Peter Hiemann aus Grasse:

    wenn es um eine Antwort auf die Frage geht "Warum benötigt man [ökonomisches] Wachstum?", ist mein Kommentar so kurz wie die Meinung der 90 jährigen Damen nach all ihren Erfahrungen mit den derzeitigen Vertretern der Wirtschaft: "Wirtschaftswachstum ist nicht die Lösung, Leute. Wirtschaftswachstum ist das Problem." Zusätzlicher Kommentar: Eine Analogie zwischen Vorstellungen biologischen und kognitiven Kinderwachstums und derzeitigen Vorstellungen von Wirtschaftswachstum halte ich für "missleading" und unzulässig.

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  2. Am 9.6.2014 schrieb Otto Buchegger aus Tübingen:

    Ich denke, jede Konjunkturphase hat ihre Probleme, ihre Verlierer oder Gewinner. Nur sind die der Aufschwungsphasen [wegen des allgemeinen Wachstums] für mich am angenehmsten zu ertragen..

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  3. Am 12.6.2014 tauschten sich Hans Diel und ich (Bertal Dresen) bei Sprudel und Fruchtsaft aus. Wir versuchten dem Mythos Wachstum etwas mehr auf den Grund zu gehen. Sehr erfolgreich waren wir nicht. Dennoch schreibe ich einige der Punkte auf, hoffend, dass Leser besser damit fertig werden.

    (1) Was fehlt Krisenländern, Entwicklungsländern, der EU oder der Weltwirtschaft, wenn gesagt wird, es mangle ihnen an Wachstum? Es gibt diverse mögliche Antworten:

    (a) Es gibt zu wenig Einkommen oder Kaufkraft in einem Lande oder in der Region. Dem kann durch Transfers von außen oder durch Umverteilung zwischen Staaten und Regionen begegnet werden. Das löst aber das dahinter liegende Problem nicht, nämlich:
    (b) Es fehlt an Marktchancen für die Erzeugnisse des Landes oder an produktiver Beschäftigung für die Bevölkerung. In diesem Fall kann von außen geholfen werden durch Investitionen in Menschen (Ausbildungsmaßnahmen) und Infrastruktur (Verkehrswege, Verarbeitungsanlagen). Man nennt dies auch Entwicklungshilfe.
    (c) Der Bedarf oder der Konsum von Gütern sind nicht angepasst an das Niveau der vorhandenen Ressourcen. Früher lebte man isoliert. Man war zufrieden. Durch moderne Medien werden Vergleiche mit andern Regionen möglich. Es gibt Unzufriedenheit und Wanderbewegungen. Mehr Bescheidenheit und Genügsamkeit innerhalb der Region könnte helfen. Es ist jedoch arrogant, wenn wohlhabende Länder armen Regionen diesen Rat erteilen.
    (d) Die Nutzung vorhandener Ressourcen ist ineffizient. Die Schwachstellen müssen erkannt und entfernt werden. Das fällt unter das Thema Wirtschafts- und Unternehmensberatung. Darüber zu reden ist leichter als etwas zu tun.
    (e) Alternative Versorgungsmöglichkeiten (Dachgärten, Bewässerung, Photovoltaik) werden nicht genutzt. Die ökologische Landwirtschaft verfolgt diese Themen.
    (f) Andere …

    Wichtig ist zu erkennen, dass nicht eine der Maßnahmen allein das Problem löst, sondern nur eine Kombination von Maßnahmen. Viele Kommentatoren sind ideologisch voreingenommen. Sie sympathisieren mit einer bestimmten Weltsicht, z.B. Attac oder Occupy Wallstreet, und wollen deren Lösungen überall anwenden. Armut oder Bedürftigkeit ist ein relativer Begriff. Er ist an das durchschnittliche Einkommen gekoppelt. Steigt dieses, steigt auch die Armutsgrenze. Generelle Verbesserungen helfen daher nicht, sondern nur Umverteilungen.

    (2) Kann ganz auf das, was als Wachstum bezeichnet wird, verzichtet werden? Offensichtlich ist dies nicht der Fall. Wir haben daher auf eine Vertiefung verzichtet.

    (3) Wären andere Begriffe besser, z.B.: Anpassungsfähigkeit, Durchlässigkeit, Entkrustung, Flexibilität, ‚Resilience‘ (Belastbarkeit, Strapazierfähigkeit, Elastizität)? Leider schaffen neue Begriffe zunächst neue Verwirrungen, auch solche, die es bei Beibehaltung des alten Begriffes nicht gibt.

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  4. Ich habe einen ganz blöden Verdacht: Es spielt gar keine Rolle, ob in einer Wirtschaft die Realwerte wachsen. Entscheidend sind nur die Zahlen, d.h. die Messwerte. Damit hängt auch zusammen, dass die Inflation immer deutlich größer Null sein muss. Bei fallenden Preisen entsteht nämlich eine allgemeine Belastung für das Gemüt eines Volkes, der alle aus dem Wege gehen möchten. Man lässt die Leute lieber im Glauben, es ginge aufwärts. Dabei ist doch Flachland nicht per se etwas Schlechtes. Man kann sich dort auch sportlich betätigen.

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