Samstag, 25. Juli 2020

Peter Hiemann über Anfang und Ende

Alpha und Omega , der erste und der letzte Buchstabe des klassischen griechischen Alphabets, sind  ursprünglich das Symbol für das Umfassende, für Gott und insbesondere für Christus als den Ersten und Letzten.

In der menschlichen Geschichte haben Menschen schon immer angenommen – auch heute – dass unbekannte Kräfte ihr Schicksal mehr oder weniger bestimmen.

In diesem Essay geht es darum, dass Menschen vermittels zunehmenden Wissens Denk- und Verhaltensweisen angenommen haben, die es ihnen ermöglichen, mit Situationen selbst zurechtzukommen.
Die tatsächlichen menschlichen Denk- und Verhaltensweisen sind so vielfältig, dass es vermessen erscheint zu versuchen, ein sehr weitläufiges Thema in einem überschaubaren
Rahmen zu behandeln. Hier wird es trotzdem versucht:
  • Einige repräsentative, bewusste Handlungen in entscheidenden Situationen werden hervorgehoben werden.
  • Die bei Weiten häufigsten unbewussten menschliche Situationen  – wie emotional empfundene Freude (bei Schönheit oder Liebe) oder emotional empfundene Abneigung (bei Herrschaftsgebaren oder Diskriminierung) – sind keine Anliegen des Essays.
Die Motivation, sich dem Thema Anfang und Ende zu widmen, sind die kritischen Zustände in der Natur und die derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnisse weltweit.
Homo sapiens befindet sich in einer Situation, in der er einerseits gewohnten Denk- und Verhaltensweisen nachgeht, andererseits bereits gezwungen ist umzudenken, um seine Umwelt zu erhalten.

Einerseits werden die gegenwärtigen Situationen unter konventionellen Aspekten betrachtet – danach
  •  besitzen alle Ereignisse einen Anfang und ein Ende
  • haben alle Wirkungen eine Ursache
Andererseits lassen sich die gegenwärtigen Situationen nur verstehen, wenn  
  • sie unter dem Aspekt eines verwobenen Bandes von Ereignisse betrachtet werden
  • sie Wechselwirkungen mit unvorhersehbaren Wirkungen berücksichtigen
Betrachtet man ein gesellschaftliches System unter dem Aspekt eines Organismus, ergeben sich interessante Analogien: 
  • Ein Anfang eines veränderten gesellschaftlichen Systems erfordert, dass alte und neue Elemente eine lebensfähige dynamische Struktur verflochtener, wechselwirkender Elemente ergeben.
  • In  neu entstehende Strukturen werden Elemente übernommen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben.
  • Eine  sich neu ergebende Struktur gilt erst als überlebensfähig, wenn sie die Fähigkeit besitzt, sich über Generationen  zu reproduzieren
Ein organisch strukturiertes System ist längerfristig stabil, solange dessen innere Wechselwirkungen nachhaltig sind – sie zielen auf ein 'Ganzes'. 'Sustainability' gilt als universelles Prinzip für den Umgang mit allen Ressourcen, ja sogar für eine Transformation unserer gesamten Lebensweise,  also  der  Muster,  wie  wir  produzieren,  konsumieren  und  zusammenleben. In den Tiefenstrukturen eines 'Ganzen' werden  Zusammenhänge und Kontinuität  eines 'Ganzen' sichtbar (Ulrich Grober: “ Die Entdeckung der Nachhaltigkeit: Kulturgeschichte eines Begriffs).

Bei verflochtenen Wechselwirkungen entsteht oft der Eindruck, dass sich ein Organismus   aufgrund von Wechselwirkungen aus sich heraus selbst organisiert . Daraus kann nicht der konventionelle Schluss gezogen werden, dass alle Menschen damit rechnen können, dass sich menschliches Gemeinwohl für alle mehr oder weniger auf natürliche Weise einstellen wird.

Solange Menschen dazu tendieren, sich für das Nächstliegende zu entscheiden und wichtige Aspekte einer Situation nicht antizipieren sondern ignorieren, Sorgfalt und Zusammenhänge vernachlässigen, sind Chancen für gemeinsames Wohlgefühl eher gering.

Am Ende gilt, sich für das Notwendige einzusetzen.  

Einerseits ....


Die Mehrheit der Bevölkerungen geht heute davon aus, dass Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler, Ingenieure und 'Normalsterbliche' sich an konventionellen  Vorstellungen orientieren:
  • gesellschaftliche Autorität auszuüben
  • Vermögen zu besitzen   
  • technischem Fortschritt zu vertrauen
  • Vorstellungen hervorzuheben
  • vorgegebene Vorstellungen zu übernehmen
  • vermittels demokratischer Wahlen zu gestalten       
Die Mehrheit der Bevölkerungen setzt auf konventionelle Denk- und Verhaltensweisen.

Auf gesellschaftliche Autorität setzen


Es ist nicht zu leugnen, dass es Führungspersonen vorwiegend darum ging, andere Menschen kontrollieren und beherrschen zu wollen.
  • Die Pharaonen Ägyptens sahen sich als göttergleiche Herrscher. Vermittels der  Ausgrabungen der Städte Heliopolis (Kairo), Theben (Luxor) und der versunkenen Hafenstand Herakleon / Thonis (nahe Alexandria) wissen wir heute, dass Ägyptens  Herrscher die Sonne huldigten und sich gegen viele Feinde verteidigen mussten.  Echnaton erhob den Gott Aton in Gestalt der Sonnenscheibe zum Gott über alle Götter Ägyptens. Griechische und römische Feldherren beendeten schließlich die Herrschaft der Pharaonen.
  • Die Herrscher der Inkas und Azteken sahen sich als „Söhne der Sonne“ und schufen durch Krieg und Unterdrückung vieler Volksstämme riesige Reiche. Gefangene nutzten sie als Arbeitssklaven und opferten sie ihren Göttern. Spanischen Könige  beendeten die Kultur der Inkas und Azteken.
  • Ein Herrscher fühlte sich im 20. Jahrhundert berufen, die Welt zu erobern. Adolf Hitler begründete mit seiner Schrift “Mein Kampf“ eine antisemitische und rassistische Ideologie. Hitler wurde vermittels demokratischer Wahlen zum 'Führer' der deutschen Bevölkerung und verursachte den zweiten Weltkrieg. Vereinte militärische Aktionen  der USA, Englands,  Russlands und Frankreichs beendeten das menschenverachtende Regime Hitlers.
Ein Ende militärischer Auseinandersetzungen um Vorherrschaft in vielen Regionen der Welt ist nicht in Sicht.

Unmittelbar nach Beendigung des heißen Krieges gegen Hitler begann der 'Kalte Krieg' zwischen Regierungssystemen. Am Anfang war es ein Kampf zwischen marktorientierten und kommunistisch orientierten Systemen. Man glaubte dieser Kampf sei mit dem Zerfall der Sowjetunion beendet. 

Wir erleben im 21. Jahrhundert nicht nur weiterhin heiße Kriege, sondern auch eine neue Phase des Kalten Krieges zwischen USA, China, Russland und der Europäischen Union.

Auf Vermögensbesitz setzen


Warren Buffett, ein amerikanischer Unternehmer und Investor, ist ein typischer Vertreter der Finanzindustrie. Er wird oft mit den Worten zitiert: „Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen.“ („If class warfare is being waged in America, my class is clearly winning.". Buffet bekräftigte seine Denk- und Verhaltensweise in einem Interview: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“

Das Geschäftsmodell von Investitionsbanken, Hedgefonds und Fondsgesellschaften  ist, Kapital von Vermögenden in deren Auftrag zu vermehren. Mit dem Kapital ihrer vermögenden Klienten können sie am Kapitalmarkt frei operieren. Ihre Operationen sind Computer-gesteuert, spekulativ und hoch profitabel:
  • Investmentfonds spekulieren auf Kursbewegungen von Unternehmensaktien (auf fallende Kurse vermittels Leerverkäufe.
  • Investmentfonds spekulieren auf Preise (Rohstoffe, Nahrungsmittel)
  • Investmentfonds erwerben Grundstücke – auch Agrarflächen – die sie selbst nicht nutzen, sondern die sie später gewinnbringend an Investoren verkaufen – an wen auch immer. Traditionelle Bauernbetriebe können Ackerland aufgrund gestiegener Preise nicht mehr erwerben. Agrarflächen , sie sind letztlich  für Konzerne interessant, die industrielle Landwirtschaft betreiben wollen.
  • Hedge Funds und Privat Equity Funds dienen unter anderem dem Zweck, in Krisen geratene  Unternehmen zu übernehmen, um noch florierende Teile der Unternehmen gewinnbringend an Investoren zu vermitteln.   
Eines der renommierten Unternehmen ist BlackRock Inc., eine 1988 in New York City gegründete Fondsgesellschaft. Es kontrolliert   7,4 Billionen US-Dollar (Stand: 31. Dezember 2019), und ist der größte Vermögensverwalter weltweit. BlackRock hält  erheblichen Beteiligungen an allen 30 DAX-Unternehmen und ist der größte Einzelaktionär an der Deutschen Börse. BlackRock hat sein Geschäftsmodell vermittels Börsen-gehandelten Fonds (ETF) erweitert. Damit hat  BlackRock die Möglichkeit auf Vermögenswerte Einfluss zu nehmen, die er selbst handelt (kriminelle Manipulationen?),
BlackRock gilt aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Einflusses als „heimliche Weltmacht“ - als neoliberaler Vertreter des Kapitalismus. 

Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Fondsgesellschaften operative Prozesse von Unternehmen unterstützen. Ihr Ziel ist es, hohe Profite vermittels Spekulationen zu erzielen, ohne sich in produktiven Operationen zu engagieren.

Es ist keine Frage, dass traditionell operierende Unternehmen Kapital brauchen, um  ihre Operationen zu finanzieren. Für 'produktives' Kapital sorgen Geschäftsbanken. 

Produktiv operierende Unternehmen setzen auf die Dominanz ihrer Produkte oder Dienstleistungen.  Um ihre Interessen durchzusetzen
  • unterhalten Unternehmen Lobbyisten, um politische Rahmenbedingungen in ihrem Sinn zu beeinflussen und zu gestalten. Günstige Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen und traditionelle Agrarbetriebe werden oft vernachlässigt.
  • minimieren Unternehmen Arbeitskosten – etwa durch außertarifliche Zeitverträge.
  • delegieren Unternehmen die Bereitstellung von Arbeitskräften an Subunternehmer
  • nutzen Unternehmen Krisen, um  Arbeitnehmer zu entlassen, ohne sich um deren zukünftige Perspektiven zu bemühen. 
  • benutzen Unternehmen Druckmittel, um für sie günstige politische Rahmenbedingungen zu verhandeln – etwa mit der Drohung, Produktionsstätten zu verlagern.
Progressive Politiker fordern Investitionsbanken und Geschäftsbanken zu trennen,  
spekulative Finanztransaktionen wie Umsätze zu besteuern, und kommunale staatliche Funktionsträger in Infrastrukturprojekte einzubeziehen.

Konventionell orientierte Ökonomen beharren darauf, den Staat von unternehmerischen Einflüssen auszuschließen (Freiheit statt Sozialismus). Sie betrachten selbst staatliche Forschung unter kommerziellen Aspekten.

Auf technischen Fortschritt setzen


Traditionell wird Technik von Bevölkerungen als gesellschaftlicher Fortschritt geschätzt.  Stellvertretend für die breite Palette vorteilhafter Technik seien Automobil, Waschmaschine, Kühlschrank, Kaffeemaschine und Bohrmaschine genannt. Es ist auch Bestandteil traditioneller Ökonomie, dass Kunden mehr oder weniger regelmäßig  Produkte mit jeweils neuester Technik erwerben.

Edward Murphy junior (1836 – 1911), Ingenieur, demokratischer Vertreter New Yorks im US Senat und später Bürgermeister der Stadt Troy, wurde weltweit bekannt durch sein Gesetz

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

In dieser Form wird Murphys Gesetzes oft in dem Sinn interpretiertn dass Technik  nicht fehlerfrei funktioniert. In der Urfassung des Gesetzes wird deutlich, dass Murphy auch die Benutzer von Technik im Sinn hatte: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“
(“If there’s more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.”)

Irgendwas ist schief gegangen, dass 2020 dominante IT-Unternehmen und Vermögensfonds  als „heimliche Weltmächte“ gelten. 

Das Unternehmen BlackRock dominiert weltweit Aktienmärkte vermittels eines in der Finanzwelt einzigartigem Risikomanagement-Systems. 5000 Computer sind Tag und Nacht damit beschäftigt, alle erdenklichen Szenarien eines Geschäfts durchzuspielen. Gehen die Zinsen rauf, runter, wie entwickelt sich die Auftragslage eines Unternehmens?

Unternehmen wie Google und Facebook dominieren vermittels ihrer Internetplattformen die Welt der Werbung.

Unternehmen wie Amazon dominieren die Welt des Online-Handels.

Informationstechnik erweiterte die Palette technischer Möglichkeiten so vielfältig, dass ihr Einfluss auf gesellschaftliche Verhältnisse nicht abzusehen ist. 

Einerseits wird Informationstechnik geschätzt:
  • sie erweist sich vermittels Vernetzung für Wissenschaftler als großer Vorteil für internationale Zusammenarbeit
  • sie ermöglicht  Unternehmen  neue Methoden für Design, Entwicklung und Produktion
  • sie ermöglicht Verwaltungen Services zu verbessern
  • sie ermöglicht  'Normalsterblichen' vermittels Personal Computer und Smartphone persönliche Anwendungen.
Andererseits wird Informationstechnik kritisiert:
  • Robotertechnik ist ungeeignet für Menschen, die auf menschliche Hilfe angewiesen sind. – aus welchem Grund auch immer. 
  • Computersysteme bewirken, dass Menschen Arbeit und Perspektiven verlieren.
  • Vernetzung führt in vielen Fällen zur Vernachlässigung von persönlichem Gedankenaustausch.
  • Virtuelle Spiele und virtueller Sport führt in vielen Fällen zur Vernachlässigung   persönlicher Beziehungen. 
Die traditionelle Medienindustrie ist aufgrund des Verlustes von Werbeumsätzen in finanziellen Schwierigkeiten  Die traditionelle Medienindustrie hat auch an Bedeutung verloren,  weil deren Online-Dienste zunehmend Informationen verbreiten, die nicht  zur Aufklärung der Bevölkerung beitragen. Sie helfen 'Normalsterblichen' nicht, ihr Leben zu gestalten. Dazu gehören Geschichten über die Entdeckung von Elementarteilchen, bemannte Flüge zum Mars und  phantastische Geschichten über Unsterblichkeit und die Nutzung Künstlicher Intelligenz.

Projekte, die von der Bevölkerung nicht verstanden werden, wirken verunsichernd und können bewirken, dass gesellschaftliche Verhältnisse auch unbegründet pessimistisch gesehen und  kritisiert werden. 

 Auf Hervorheben von Vorstellungen setzen


Menschen haben schon immer versucht , sich als besondere Spezies einzuschätzen. Besonders auffällig waren Versuche, eine Sonderstellung zu reklamieren:
  • Schamanen gelten als rituelle Spezialisten, denen magische Fähigkeiten zugesprochen werden, um als Vermittler zur Geisterwelt zu fungieren. Schamanen üben dazu verschiedene mentale Praktiken und Rituale aus (zum Teil unter Drogengebrauch), mit denen normale Sinneswahrnehmung erweitert werden soll. Sie treten aus diversen Gründen in Kontakt zu den „Mächten des transzendenten Jenseits“.
  • Legenden über Mose gelten als Beginn der israelitischen Geschichte. Das Meerwunder am Schilfmeer leitete die Wüstenwanderung der Israeliten ein. Mose wurde von „Richtern“ eingesetzt, um die Stämme Israels durch einen Bundesschluss am Berg Sinai vermittels der Zehn Gebote zu vereinen. Moses Existenz beruht auf  Erzählungen bzw. Legenden. die vorwiegend aus einer Priesterschrift stammen. Ein Pharao Ägyptens habe die wie Sklaven behandelten Israeliten in die Wüste ziehen lassen, um von Göttern gesandten Plagen über Ägypten zu beenden.
  • Siddhartha Gautama (563 – 483 v.Chr.) lehrte als Buddha (wörtlich der Erwachte) den Dharma (wörtlich die Lehre). Unter einem Buddha wird ein Wesen gesehen, das aus eigener Kraft die Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes erreicht und somit eine grenzenlose Entfaltung aller in ihm vorhandenen Potenziale erlangt hat: vollkommene Weisheit (Prajna) und unendliches, zugleich aber auch begierdeloses, Mitgefühl (Karuna) mit allem Lebendigen. Buddhisten behaupten, dass das Erwachen eines Wesens von transzendenter Natur sei, mit dem Verstand nicht zu erfassen, und  „tief und unergründlich wie der Ozean“ ist. Die Erfahrung des Erwachens entzieht sich einer Beschreibung mit sprachlichen Begriffen. Wer Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes erreicht hat, beendet einen Kreislauf von Leben und Wiedergeburt im Nirwana.
  • Mohammed (570 - 632) behauptete, er sei Prophet und Gesandter Gottes. Mit Hilfe einer 15 Jahre älteren Kaufmannswitwe erlangte Mohammed finanzielle Unabhängigkeit und soziale Sicherheit. Auf diese Zeit nimmt auch eine mekkanische Sure im Koran direkten Bezug: „Hat dich Allah  nicht als Waise gefunden und (dir) Aufnahme gewährt, dich auf dem Irrweg gefunden und recht geleitet, und dich bedürftig gefunden und reich gemacht?“ Der Islam verlangt von seinen Anhängern absolute Unterwerfung und Treue. Ein Leben der Unterwerfung und Treue wird nach dem natürlichen Ende im göttlichen Paradies belohnt.
  • Papst Pius IX. verkündete die Unfehlbarkeit päpstlicher Erkenntnisse. Papst Pius XII. verkündete die leibliche Himmelfahrt der Maria.  Papst Johannes XXIII. hat die wohl salomonischste Haltung zum Dogma, dass der Papst unfehlbar sei, eingenommen. Gleich nach seiner Wahl zum Papst 1958 erklärte Johannes XXIII.: "Ich bin zwar jetzt unfehlbar, gedenke aber nicht, davon Gebrauch zu machen."
  • Die Annahme, man könne sich auf christliche Werte berufen, um Gesellschaften  friedlich zu gestalten, haben sich nicht bewährt. Die christlichen Prinzipien wie „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“  und „Liebet eure Feinde und betet für eure Verfolger“ haben sich als irrealen Vorstellungen erwiesen, sie haben Frieden nicht bewirkt.
An Prinzipien und Ritualen festzuhalten, sind klassische Methoden, an konventionellen Denkweisen festzuhalten. Es ist kein Geheimnis, dass Politiker häufig ideologische Vorstellungen als Druckmittel nutzen (Geh zur Hölle!), um Bevölkerungen auf ihre Ziele  festzulegen. 

Hervorheben von Vorstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen scheinen Kinder derselben Geisteshaltung zu sein. Im Mittelalter betrieben sowohl Moslems des Orients  als auch Christen des Abendlandes 'lukrativen' Sklavenhandel. 

Die Zeit geht zu Ende, in der Angeben oder Besserwisserei geschätzt wird.

Auf vorgegebene Vorstellungen setzen


Die wohl am stärksten wirksame vorgegebene gesellschaftliche Vorstellung ist die Annahme, dass die unsichtbare Hand des Marktes kapitalistisch orientierte  Gesellschaftsverhältnisse regelt. Dabei wird übersehen, dass Unternehmen weniger auf unvorhersehbare Preise setzen, sondern ihre Renditen planen. Die Vorstellung der unsichtbaren Hand des Marktes bewirkt, dass
  • Politiker für entstandene Problemsituationen nicht geradestehen, und keine Verantwortung für konkrete gesellschaftliche Verhältnisse übernehmen
  • Unternehmer unzureichende Verantwortung für Mitarbeiter übernehmen
Derzeit ist wie schon häufig in Brüssel ein „Jahrmarkt der Selbstinszenierung“  europäischer Regierungschefs zu beobachten. Es geht um den Corona-Wiederaufbaufond und den EU-Haushalt.  Ost gegen West, Nord gegen Süd - alle klassischen Rollenspiele werden auch diesmal in Brüssel aufgeführt. Ein Scheitern des derzeitigen Sondergipfels wäre der Beginn der Selbstaufgabe der EU. Und diese Selbstaufgabe der EU nutzt niemandem (Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel).

Es darf übrigens bezweifelt werden, dass schon bereitgestellte staatliche, finanziellen Mittel an Unternehmen zur Bewältigung der Coronaviruskrise verantwortungsvoll verwendet werden.

Ein Nebenschauplatz der Selbstinszenierung betrifft die IT Industrie. Ingenieure entwickeln Produkte, ohne Einfluss zu haben, wie ihre  Produkte in Unternehmen eingesetzt werden.

Es ist auch fraglich, ob derzeit angebotene biologische Produkte tatsächlich aus  biologisch operierenden Agrarbetrieben stammen. Auf Soja basierende Produkte stammen vor allem aus umweltschädlichen Anbaugebieten der USA und Brasiliens.

Wahrheiten politischer und ökonomischer Absichten zu kaschieren und politische Verantwortung zu vernachlässigen bewirkt, dass traditionelle politische Parteien zunehmend Wähler verlieren und die Anzahl von Nichtwählern zunimmt. Es verschafft national orientierten Parteien legale Gelegenheiten, für ihre Vorstellungen Wähler zu gewinnen. Der  langfristige Erfolg oder Misserfolg gesellschaftlicher Bewegungen hängt von deren Gefolgschaften ab.

Selbst selbsternannte  Experten die in Büchern und Talkshows empfehlen, das Jetzt so intensiv als möglich zu genießen, sind kurzfristig sehr erfolgreich.

Oft stellen sich Fragen, warum 'Normalsterbliche' – ziemlich unabhängig vom Bildungsstand – auf vorgegebene Vorstellungen setzen: 
  • Suchen sie Gemeinschaft?
  • Suchen sie in einer Gruppe Geborgenheit?
  • Wollen sie sich profilieren und beweisen?
  • Glauben sie, dass Kritik an Außenstehende hilft, sich behaupten zu können?
Vermutlich Ist die Zeit gekommen, dass vorgegebene Vorstellungen bedenkenlos und leichtfertig zu übernehmen, immer weniger respektiert wird und zu vermeiden ist.  In  Fällen, da vorgegebene Vorstellungen bedenkenlos übernommen werden, besteht die Gefahr des Verlustes der Motivation, sich um neue Erkenntnisse zu bemühen.

Auf demokratische Wahlen setzen


Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung ist der konventionellen Auffassung, dass freie demokratische Wahlen ausreichen, um Staaten menschengerecht zu gestalten.

Dabei wird übersehen, dass gesellschaftliche Gestaltung Engagement der Bevölkerung voraussetzt. 

Dabei wird übersehen, dass Politiker für die Öffentlichkeit soziale Gemeinschaft  und Gerechtigkeit zwar betonen (predigen), dass es jedoch um andere Zielsetzungen geht:
  • In Europa versuchen Politiker (ziemlich erfolglos), die Europäischen Union als internationalen Machtfaktor zur Geltung zu bringen. Sie versuchen gemeinsame, liberale und solidarische Verhältnisse aufrecht zu erhalten und zu verteidigen.
  • In USA wird versucht, vermittels einer national orientierten Politik (america first) eine führende Rolle in der Welt aufrecht zu erhalten und zu verteidigen.
  • In Russland wird versucht, vermittels eines zaristischen (oligarchischen) Systems die Kontrolle über Territorien des vergangenen Zarenreiches wiederzuerlangen.
  • In China wird angestrebt, die führende Rolle in der Welt zu übernehmen. Xi Jinping ist seit 2012 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas sowie Vorsitzender der Zentralen Militärkommission und seit 2013 Staatspräsident der Volksrepublik China. Xi Jinping gilt derzeit aufgrund seiner autokratischen Machtfülle als einer der mächtigsten Herrscher auf der Erde. 2018 ließ er die Amtszeitbegrenzung des Präsidenten aufheben und ermöglichte sich seine Regierungsgewalt auf Lebenszeit. Xi verfolgt eine aggressivere Außen- und Innenpolitik und eine „patriotische“ Ideologisierung und Kontrolle der Bevölkerung vermittels digitaler Überwachung.
Liberal orientierte Staaten sind unter Druck geraten, weil Politiker, Unternehmer und auch 'Normalsterbliche' Privilegien und Freiheitsgrade in Anspruch nehmen, die gesellschaftliche Verhältnisse polarisieren, destabilisieren oder gar kriminelle Verhaltensweisen erlauben.

Zweifel am Sinn existierenden demokratischen Wahlen ohne Engagement der Wähler  sind berechtigt und angebracht.

Ein derzeitiger Rentner erlebt derzeitige demokratische Verhältnisse auf seine Weise: https://www.youtube.com/watch?v=47uCgsVpzzk

Andererseits .....



Während konventionell orientierte Politiker und Ökonomen dazu tendieren, Wahrheiten über gesellschaftliche Verhältnisse zu kaschieren, scheuten sich einige herausragende Wissenschaftler nicht, die Öffentlichkeit auf wichtige Aspekte gesellschaftlicher Verhältnisse hinzuweisen:

Der Physiker Albert Einstein (1879 – 1955) wies die Öffentlichkeit aufgrund seiner Erfahrungen  darauf hin:

"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
An der Grenze des Wissens beginnt der Glaube.
Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden.
Die moralischen Qualitäten der führenden Persönlichkeiten sind für eine Generation und für den Lauf der Geschichte vielleicht von noch größerer Bedeutung als rein intellektuelle Leistungen.
Die Schule sollte stets danach trachten, daß der junge Mensch sie als harmonische Persönlichkeit verlasse, nicht als Spezialist.
Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die Meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.
Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen.
Jedem tiefen Naturforscher muß eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorzustellen vermag, daß die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum erstenmal gedacht werden".

Der Physiker Erwin Schrödinger (1887 – 1961)  beeindruckte die Öffentlichkeit, indem er auf einen  grundlegenden Unterschied zwischen physikalisch und biologisch orientierten Strukturen hinwies:

"Wir Physiker und Chemiker haben uns bisher nicht mit Unterschieden zwischen  stofflichen und lebenden Strukturen befasst.
Lebenswichtige Teile eines Organismus sind völlig verschieden von der Struktur jedes Stückes Materie.
Die wesentliche Eigenschaft des Lebens besteht darin, Ordnung von Generation zu Generation weiterzugeben. Da die materielle Verkörperung dieser Ordnung offenbar Platz in einer einzelnen Zelle findet , muss sie in Gestalt eines 'Codes' gespeichert sein".

Der Physiker Stephen Hawking Stephen (1942 – 2018 wies darauf hin:

"Wenn wir nicht lernen, uns auf mögliche Gefahren vorzubereiten und sie zu vermeiden, könnte KI (Künstliche Intelligenz) das schlimmste Ereignis in der Geschichte unserer Zivilisation sein. Sie bringt Gefahren mit sich, wie mächtige autonome Waffen oder neue Wege für die Wenigen, die Vielen zu unterdrücken".

Am Anfang des 21. Jahrhundert sind mehr oder weniger alle Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler, Ingenieure und 'Normalsterbliche' 2020 gezwungen, konventionelle Vorstellungen zu überdenken.

Wer sich vornimmt, existierendes Verhalten  zu ändern , hat zu entscheiden:
  • Verhaltensweisen, die sich für die Gemeinschaft nicht bewährt haben, zu beenden.
  • Verhaltensweisen, die sich für die Gemeinschaft  bewährt haben, zu erhalten
  • Neue Verhaltensweisen zu erwerben, um die Gemeinschaft  nachhaltig zu gestalten.
'Normalsterbliche' mögen Eliten drängen, im Sinne des Gemeinwohls zu agieren.Im Allgemeinen ist es nicht möglich, politische Eliten in die Pflicht zu nehmen.

Für alle an einer Gesellschaft beteiligten ist aber möglich
  • sich beschränktes Wissen anzueignen,
  • Wissen mit Anderen auszutauschen
  • Wissen orientierte Kooperation zu praktizieren
  • sich empathisch zu verhalten
Der Hinweis auf beschränktes Wissen bezieht sich auf die Tatsache, dass absolute Erkenntnis nicht existiert, und dass Menschen lernen und akzeptieren müssen, auch mit Situationen fertig zu werden, da zuverlässiges Wissen (noch) nicht verfügbar ist.

Je mehr Menschen sich ernsthaft über derzeitige gesellschaftliche Problemsituationen  Gedanken machen, desto mehr werden gesellschaftliche Bereiche deutlich, in denen konventionelle Betrachtungen bzw. Denk- und Verhaltensweisen nicht ausreichen: 
  • Fortschritte in Wissenschaft und Technik
  • Umgang mit Pandemien
  • Ausbeutung von Entwicklungsländern 
  • Nachhaltige Hilfe für Entwicklungsländer 
  • Beendigung von Umweltzerstörung
  • Beendigung von Stadtzersiedlung  

Fortschritte in Wissenschaft und Technik


Wir verfügen im 21. Jahrhundert über Computertechnologie unglaublicher Vielfalt:
  • Astrophysikalische Beobachtungsstationen für eine breite Palette physikalischer Strahlungen
  • Satelliten für die Beobachtung und Analyse der Erdoberfläche
  • Automaten für genetische Analysen
  • Technologie für genetische Veränderungen
  • Technologie für pharmazeutische Entwicklungen
  • Analyse- und Diagnosegeräte im Gesundheitswesen
  • Effektive Methoden für Erkennen und Analysen von Mustern
Im Vergleich zu konventionellen Computeranwendungen ermöglichen neue Technologien  ungeahnte Anwendungen vermittels
  • Big-Data und Data-Clouds
  • Algorithmen mit Künstlicher Intelligenz
  • Deep-Learning Algorithmen
  • Sensortechnologien
  • Quantentechnologie
Bei Entwicklungen neuer Technologie sind ein paar Aspekte zu beachten, die leicht übersehen werden:
  • Es gibt Situationen, für die lange Zeit kein oder nur unvollständiges Wissen existiert, um sie zu verstehen.
  • Für viele Situationen können lediglich wahrscheinliche Aussagen gemacht werden.
  • Konkurrenz zwischen Wissenschaftlern an Universitäten fördert Kreativität, auch wenn keine ökonomischen Interessen verfolgt werden. Wissenschaftler im Dienst großer Konzerne vertreten deren geschäftlichen Interessen.
  • Trotz mehr oder weniger 'revolutionärer' technologischer Veränderungen bleiben traditionelle Kultur-prägende wissenschaftliche Leistungen und außerordentliche künstlerische Werke bewundernswert.
Kritik, dass führende gesellschaftliche Vertreter nicht erkennen lassen, die großen gesellschaftlichen Probleme des 21. Jahrhunderts ernsthaft anzugehen, ist solange berechtigt, solange sie keine konkreten Vorschläge für Lösungen der großen Probleme des 21. Jahrhunderts vorlegen.

Umgang mit Pandemien


Die derzeitige brandgefährliche Coronaviruspandemie hat Länder weltweit unvorbereitet getroffen. Das neue Virus Covid-19 verursacht schwere Lungenerkrankungen, die tödlich verlaufen können. Das Virus kann sich aber auch unentdeckt vermehren, wenn Personen keine Krankheitssymptome aufweisen.

Eine Pandemie erfordert weltweit koordinierte Maßnahmen, um sie unter Kontrolle zu bringen. Sie erfordert
  • aufwändige Forschung nach wirksamen Medikamenten und Impfstoffen
  • einschränkende Verhaltensweisen, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit  zu verringern
  • Grenzkontrollen, um grenzüberschreitende Infektionen zu verhindern
  • Verbesserung der Gesundheits- und Sozialsysteme
Pandemien können gesellschaftliche Verhältnisse schwer belasten, vor allem auch durch ökonomische Einbrüche mit Zunahme von Insolvenzen und Arbeitslosigkeit.

Ausbeutung von Entwicklungsländern


Bevölkerungen industrialisierter Länder sind sich nicht bewusst, dass ihr Wohlstand zum großen Teil auf Kosten von Entwicklungsländern beruht:   
  • weil unzureichende Löhne an lokale Fabrikarbeiter*innen gezahlt werden
  • weil unzureichende Preise für lokale Agrarprodukte gezahlt werden
  • weil Preise exportierender Länder kostendeckende Preise lokaler Unternehmer  unterbieten
  • weil der Export genetisch veränderter Pflanzen die Autonomie lokaler Agrarbetriebe verhindert
Es ist unverantwortlich, wenn global operierende Unternehmen Ressourcen von  Entwicklungsländern ausbeuten, und danach eine zerstörte Umwelt hinterlassen (z.B. Ölbohrungen in Nigeria).

Der Ausbeutung von Entwicklungsländern kann nur vermittels internationaler politischer Rahmenbedingungen bewirkt, und Verstöße dagegen müssen vermittels internationaler Gerichte geahndet werden. 

Nachhaltige Hilfe für Entwicklungsländer 


Bevölkerungen leiden unter Hunger und Durst vor allem aufgrund von Krieg,  Umweltkatastrophen aber auch aufgrund von Geschäftsmodellen global operierender 
Unternehmen.

Regierungen industrialisierte Staaten sind aufgerufen,Entwicklungsländer  zu unterstützen, deren Autonomie zu stärken:
  • vermittels non-profit  Investitionen in Infrastrukturen (vor allem Verkehr und Transport)
  • vermittels non-profit  Investitionen in Bildungsstätten
  • vermittels non-profit  Investitionen ins Gesundheitswesen
  • vermittels Sendung von Ausbildungspersonal
  • vermittels Export und Wartung lokal sinnvoller Technik 
  • vermittels günstiger lokaler Kredite
Es muss international beendet werden, in Entwicklungsländer 
  • billige Nahrungsmittel zu exportieren
  • dort Quell- und Grundwasser zu privatisieren
  • dorthin  nutzlose Technik zu exportieren
  • dorthin Waffen zu exportieren

Beendigung von Umweltzerstörung 


Es gilt als erwiesen, dass der Markt nicht wie angenommen ausreicht, gesellschaftliche Verhältnisse zu regeln. Industrielle Interessen haben bewirkt, dass sich die Umwelt so verändert hat, dass menschengerechtes Leben gefährdet wird – durch:
  • Zerstörung tropischer Wälder
  • Zerstörung natürlicher Fischgründe
  • Industrialisierung der Agrarwirtschaft
  • Industrialisierung der Tierhaltung
  • Missbrauch von Antibiotika und Pestiziden
  • Belastung des Grundwassers durch Nitrate
  • Belastung der Atmosphäre durch konventionelle Stromerzeugung 
  • Veränderung des Klimas
Internationale Konferenzen, an denen wissenschaftliche Experten und Politiker Ansichten austauschen, weisen darauf hin, dass nur vermittels einer weltweit grundlegenden ökosozialen Orientierung weitere Zerstörungen der Umwelt und Klimakatastrophen  vermieden werden können. Es gilt verantwortungsvoll zu handeln. 

Beendigung von Stadtzersiedlung


Kommerzielle Interessen haben wesentlich zur Zersiedlung der Städte beigetragen:
  • Missbrauch städtischer Wohnungen durch kurzfristige Vermietung (Airbnb)
  • Ersetzen städtischen Wohnraums durch profitable Bürogebäude (Banken, Versicherungen)
  • Ersetzen städtischer, spezialisierter Läden durch Supermärkte an der Peripherie
  • Unkontrolliertes Wachstum städtischer Elendsvierteln
  • Aggressive Auseinandersetzungen aufgrund von Benachteiligungen und Diskriminierung
  • Einige der größten städtischen Problemsituationen betrifft zunehmende Kriminalität, die durch Drogen verursacht wird.
Derzeitige  Methoden der Drogenbekämpfung  –  Verfolgung führender Vertreter der Drogenindustrie und staatliche Hilfen für Drogensüchtige – sind wenig erfolgreich. Um das Drogenmilieu auszutrocknen, werden Umgestaltungen städtischer Strukturen notwendig sein:
  • damit weniger Verzweifelte zur Droge greifen
  • damit der Drogenhandel als Geschäftsgrundlage für arbeitslose, oft wenig gebildete Jugendliche  unattraktiv wird
  • damit es gelingt, den internationalen Drogenhandel zu unterbinden  
Die Zeit ist gekommen, den Anfang einer neuen Weltordnung zu riskieren. 

Es gilt ........


Im 21. Jahrhundert  sind mutige Entscheidungen zu treffen, die die wahren gesellschaftlichen Verhältnisse reflektieren. Es gilt, Verantwortung zu übernehmen.
Es gilt, sich nicht für das Nächstliegende sondern für das Notwendige zu entscheiden.

Der Uno-Generalsekretär António Guterres hat in einer Grundsatzrede eine „neue Weltordnung“ gefordert, in der Macht, Reichtum und Chancen gerechter verteilt werden“ (Anlage 1). Er kritisiert „die globale Vorherrschaft der Supermächte, deren Führungen bei den größten Herausforderungen und Konflikten der Gegenwart oftmals nicht zu gemeinsamen Lösungen kommen.“ Guterres erachtet „allgemeine Krankenversicherung und die Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens“ für realistische Schritte zur Erneuerung der Weltordnung.

Es gilt aber auch, sich keinen Illusionen hinzugeben. Solange keine konkreten internationalen Vorstellungen und Vereinbarungen für eine neue Weltordnung existieren, werden pragmatische Lösungen für existierende Wirtschaftsprobleme Gesellschaften weiterhin prägen.

Die politisch Mächtigen der Europäischen Union haben sich auf Corona-Wiederaufbaufonds  geeinigt – zum Teil als Kredite zum Teil als nicht rückzahlbares Kapital. Damit sollen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise vermittels zusätzlicher Investitionen bewältigt werden können. Übrigens sind die ökonomisch „heimlichen Mächte“ von der Coronakrise kaum betroffen.

Vermutlich werden die Staaten der Europäischen Union vermittels der vereinbarten Hilfsfonds vorwiegend Projekte mit konventionellen Zielsetzungen finanzieren:
  • Personalaufstockungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen
  • Umstellungen in der  Autoindustrie
  • Produktivitätsverbesserungen wie etwa intelligente Roboter und automatisierte Produktionsverfahren,
Europäische Investitionen fließen auch (in Zusammenarbeit mit China?)  in die Entwicklung immer größerer Containerschiffe und automatisierter Containerhäfen. Sie könnten sich als Fehlinvestitionen erweisen, wenn der globale Handel langfristig stagniert.

Annahmen, dass es ausreicht auf Technologie zu setzen, um die großen Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen, sind eher irreführend.

In der Öffentlichkeit Deutschland diskutierte Möglichkeiten, die günstigen Einfluss auf die Erhaltung der Umwelt haben, reflektieren die kurzfristig veränderten Verhaltensweisen während der Coronaviruskrise:
  • Verwaltungs- oder Programmierarbeiten zu Hause verrichten
  • Geschäftsreisen mit Flugzeug einschränken
  • Videokonferenzen organisieren und abhalten
  • PKWs in der Garage lassen
  • Luxusreisen einschränken
  • Schulbetrieb vermittels Fernunterricht organisieren
  • Konsum einschränken
  • Gerichte selber kochen
  • Nachbarschaftshilfe für Betreuung von Kindern und Älteren leisten 
Welche Verhaltensweisen längerfristig Bestand haben werden, wird sich zeigen.

Wenn wir ehrlich sind, haben industrialisierte Länder versäumt, wesentliche vorausschauende Investitionen zu leisten: 
  • um Verkehrsinfrastrukturen effektiv zu gestalten
  • um Schulen hinreichend auszurüsten
  • um Migration von Arbeitskräften zu organisieren
  • um Armut in Entwicklungsländern vor Ort zu verringern
Gesellschaftlicher Entwicklungen sind fast so vielfältig wie natürliche Entwicklungen.

Während bei natürlichen langfristigen Entwicklungen von Organismen (Viren, Bakterien, Pflanzen, Tiere) evolutionäre Selektionen unbeschränktes Wachstum von Populationen verhindern, scheint sich  Homo sapiens unbeschränkt zu vermehren (seit Erfolgen der Industrialisierung?):

Erdbevölkerung
 Jahr   Bevölkerungszahl   Jahr zur nächsten Mrd. 
1804 1 Mrd. 123 Jahre
1927 2 Mrd. 33 Jahre
1960 3 Mrd. 14 Jahre
1974 4 Mrd. 13 Jahre
1987 5 Mrd. 12 Jahre
1999 6 Mrd. 12 Jahre
2011 6 Mrd. 12 Jahre
2023 8 Mrd.

Homo sapiens hat schließlich keine Fressfeinde.
Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/grafiken-weltbevoelkerungstag-zahlen-100.html

Bisher haben sich Menschen an alle Umgebungen dieser Erde anpassen können. Langsam werden sich Menschen bewusst, dass sie auch selbst für Änderungen ihrer natürlichen Umgebungen verantwortlich sind, und am Ende ihr Überleben davon abhängt, ob es ihnen gelingt, ihre Vermehrung zu kontrollieren und ihre Umwelt zu erhalten.

Es ist offensichtlich geworden, dass Städte in Gefahr sind, unbewohnbar zu werden, und   nur Kommunen in der Lage sind, Städte zu gestalten.

Heute leben 56 Prozent der Bevölkerung in Städten. Bis 2050 könnte der Anteil der Stadtbewohner weltweit auf über 68 Prozent steigen, 90 Prozent des Zuwachses wird in afrikanischen und asiatischen Ländern erwartet. Bis zum Jahr 2030 wird mit mehr als 40 Megastädten mit mehr als zehn Millionen Einwohnern gerechnet. 
Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/grafiken-weltbevoelkerungstag-zahlen-100.html

Bürgermeister vieler Städte werden gewählt, weil ihnen zugetraut wird, Probleme ihrer Bevölkerungen zu lösen.

Paris hat eine unkonventionell handelnde Bürgermeisterin, die dabei ist, Paris umzugestalten, um es  wieder bewohnbarer zu machen.
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/paris-buergermeisterin-anne-hidalgo-und-ihr-plan-paris-wird-gruen-a-00000000-0002-0001-0000-000171875134

Freiburg im Breisgau gilt als Stadt, die ihre städtische Infrastruktur pflegt, und auf traditionelle Landwirtschaft viel Wert legt. Freiburgs Oberbürgermeister ist parteilos.

Zukünftige Entwicklungen der Infrastrukturen großer Städte werden wesentlich über zukünftige menschliche Lebensqualität entscheiden. Dazu gehört, Innenstädte wieder zu beleben, indem traditionell wichtige Tätigkeiten gefördert werden – Fleischer, Bäcker,   
Köche, Reparaturbetriebe, Pflegedienste, Kundenservices etc. Traditionelle professionelle Berufe helfen, die Beendigung gesellschaftlich 'wertloser' Tätigkeiten (z.B. technische Hilfsdienste in automatisierten Lagern, industriell organisierte Schlachtungen) zu kompensieren..

Es ist sicher, dass sich im 21. Jahrhundert  niemand der Frage entziehen kann: Erlebt Homo sapiens gerade das Ende einer Kultur, die ihn in eine lebensbedrohliche Situation gebracht hat, und erlebt er gerade den Anfang einer Kultur, die er zum Leben benötigt?

Solange das Bemühen (Kampf?) um eine neue Weltordnung und Kultur anhält, solange ist „Polen  nicht verloren“ („Noch ist Polen nicht verloren“ ist der Anfang der polnischen Nationalhymne).

Wer bereit ist, sich für eine nachhaltige, sich dynamisch ändernde Welt einzusetzen – Rentner in Gesprächen mit ihren Enkeln – wird am Ende gewinnen. 

Anlage 1 – Erneuerung der Weltordnung


Eine neue Weltordnung, in der Macht, Reichtum und Chancen gerechter verteilt werden – nicht weniger fordert Uno-Generalsekretär António Guterres in einer Grundsatzrede.
UN-Generalsekretär António Guterres hat sich im Kampf gegen globale Ungleichheit für eine Erneuerung der internationalen Ordnung ausgesprochen. Es brauche ein "neues Globales Abkommen", um Macht, Reichtum und Chancen gerechter zu verteilen, sagte Guterres bei einer Feier zum Nelson-Mandela-Tag.

Staaten blockieren sich im Uno-Sicherheitsrat


Mit seiner Rede kritisierte Guterres damit die globale Vorherrschaft der Supermächte, deren Führungen bei den größten Herausforderungen und Konflikten der Gegenwart oftmals nicht zu gemeinsamen Lösungen kommen.

Als Beispiel nannte der UN-Chef das Stimmrecht des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen: USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sind Vetomächte des mächtigsten UN-Gremiums, das bei vielen Themen wie dem Syrien-Krieg blockiert ist, weil nichts gegen ihren Willen beschlossen werden kann.

 „Ungleichheit beginnt ganz oben – in globalen Institutionen.
Die Bekämpfung der Ungleichheit beginnt mit der Reform.“

Welt steht vor einem Abgrund


Guterres sieht die Welt vor einem Abgrund, der durch die Corona-Pandemie noch deutlicher geworden sei. Wie Röntgenstrahlen habe sie die Brüche im fragilen Skelett der Gesellschaften offengelegt: "Die Lüge, dass entfesselte Märkte Gesundheitsversorgung für alle liefern könnten" und die "Täuschung, in einer Welt zu leben, die den Rassismus überwunden hätte".

Statt eines gemeinsamen Vorgehens gegen die Krankheit sei die Kluft nur noch größer geworden:

 „Denn während wir alle auf demselben Meer schwimmen,
ist klar, dass sich einige in Superjachten befinden,
während andere sich an treibende Trümmer klammern.“

Nationalismus und Rassismus verschlimmern die Ungleichheit


Während der UN-Chef zwei der Hauptursachen für die Ungleichheit in der Welt in der Kolonisation und in von Männern dominierten Gesellschaften sieht, beförderten aktuelle Entwicklungen diese noch: Populismus, Nationalismus, Extremismus und Rassismus würden weitere Ungleichheiten in Ländern sowie zwischen Nationen, Ethnien und Religionen schaffen.

Guterres dürfte dabei neben US-Präsident Donald Trump auch auf andere internationale Anführer abzielen, die auf nationale Alleingänge setzen und sich der internationalen Kooperation zumindest teilweise verweigern. Zu ihnen werden auch die Regierungen Russlands, Chinas und Brasiliens gezählt.

Entwicklungsländer müssen mehr gehört werden


Zudem müssten vor allem die Entwicklungsländer mehr Gewicht bei der internationalen Entscheidungsfindung bekommen. Zudem brauche es deutlich mehr Frauen in Führungspositionen, um auch Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu schaffen.

 „Ein neues Modell für globale Regierungsführung muss auf
einer vollständigen, integrativen und gleichberechtigten
Beteiligung an globalen Institutionen beruhen.“

Für die Zukunft sieht Guterres zwei grundlegende Veränderungen auf der Welt, die zu einer weiteren Vertiefung der Gräben führen könnten: den Klimawandel und die fortschreitende Digitalisierung.

Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/guterres-un-grundsatzrede-weltordnung-100.html

"Ungleichheit beginnt ganz oben"


Ein neues globales Machtverhältnis - nicht weniger fordert UN-Generalsekretär Guterres in einer Grundsatzrede. Die Großmächte kritisierte er für nationale Alleingänge - nicht nur in der Corona-Krise.

UN-Generalsekretär António Guterres hat eine grundlegende Neuordnung der internationalen Machtverhältnisse durch Reformen gefordert, um globale Ungleichheit zu bekämpfen.

"Die Nationen, die sich vor mehr als sieben Jahrzehnten durchsetzten, haben sich geweigert, über die Reformen nachzudenken, die zur Änderung der Machtverhältnisse in internationalen Institutionen erforderlich sind", sagte Guterres bei einer Feier zum Nelson-Mandela-Tag in einer Videoansprache. Den Geburtstag des verstorbenen südafrikanischen Präsidenten nutzte Guterres für eine Grundsatzrede, in der er sich für ein "Neues Globales Abkommen" aussprach, das helfen solle, Macht, Reichtum und Chancen gerechter auf der Welt zu verteilen.

"Neues Globales Abkommen"


Dieses neue Modell für globale Regierungsführung müsse auf einer "vollständigen, integrativen und gleichberechtigten Beteiligung an globalen Institutionen beruhen", forderte Guterres weiter. Dabei sei wichtig, dass vor allem die Entwicklungsländer mehr Gewicht bei der internationalen Entscheidungsfindung bekommen.

Zudem brauche es deutlich mehr Frauen in Führungspositionen, um auch Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu schaffen. Kolonialismus und die gesellschaftliche Dominanz von Männern seien die zwei Hauptursachen für Ungleichheit. Populismus, Nationalismus, Extremismus und Rassismus trügen außerdem zu ihr bei.

Kritik an Großmächten


Von den Großmächten erwartet Guterres deshalb mehr Einigkeit und kritisierte sie für ihre nationalen Alleingänge. Ihre Regierungen kämen bei den größten Herausforderungen und Konflikten der Gegenwart oftmals nicht zu gemeinsamen Lösungen.

Als Beispiel nannte der UN-Chef das Stimmrecht des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen: Die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sind Vetomächte des mächtigsten UN-Gremiums, das bei vielen Themen wie dem Syrien-Krieg blockiert ist, weil nichts gegen den Willen dieser fünf beschlossen werden kann. "Ungleichheit beginnt ganz oben: in globalen Institutionen. Die Bekämpfung der Ungleichheit beginnt mit der Reform", so der ehemalige sozialistische Premierminister Portugals.

Corona als Weckruf


Auch an der Coronavirus-Pandemie kam Guterres in seiner Rede nicht vorbei. Er verglich die Krise mit "Röntgenstrahlen" - sie habe die Brüche im fragilen Skelett der Gesellschaften offengelegt: "Die Lüge, dass entfesselte Märkte Gesundheitsversorgung für alle liefern könnten" und die "Täuschung, in einer Welt zu leben, die den Rassismus überwunden hätte".

Statt eines gemeinsamen Vorgehens gegen die Krankheit täten sich immer größere Gräben auf. "Denn während wir alle auf demselben Meer schwimmen, ist klar, dass sich einige in Superjachten befinden, während andere sich an treibende Trümmer klammern."

Guterres sagte, die Pandemie habe die "tragische Kluft" zwischen Partikularinteressen und öffentlichem Nutzen deutlich gemacht. Eine sich verändernde Welt brauche neue soziale Sicherungssysteme. Als Beispiele nannte Guterres eine allgemeine Krankenversicherung und die Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Zukünftig gemeinsam und zum Wohl aller?


Auch die weltweite Anti-Rassismus-Bewegung nach dem Tod von George Floyd in den USA sei ein Zeichen dafür, "dass die Menschen genug haben", so Guterres. Sie hätten genug von Ungleichbehandlung wegen ihrer Hautfarbe und Ungerechtigkeit, die Menschen ihrer fundamentalen Rechte beraube.

Guterres schloss mit den Worten: "Jetzt ist es an der Zeit, dass die führenden Länder sich entscheiden: Werden wir dem Chaos, der Spaltung und der Ungleichheit nachgeben? Oder werden wir die Fehler der Vergangenheit korrigieren und gemeinsam voranschreiten - zum Wohl aller?"

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/guterres-un-grundsatzrede-101.html

Anlage 2: “China-USA: Spielball WHO“


Eine Arte Dokumentation zeigt, wie Großmächte  derzeit kontrovers und kontraproduktiv diskutieren. Sie nutzen für Kontroversen internationale Institutionen wie UNO (United Nations in New York) oder WHO (Weltgesundheitssorganisation in Genf). 

Ist die Weltgesundheitsorganisation noch zu retten? Diese Frage ist in diplomatischen Kreisen immer öfter zu hören. Die Diskussion verläuft entlang der Grenzen des neuen Kalten Krieges zwischen den USA und China. Den Zündstoff für die Kontroverse lieferte die Covid-19-Krise. Offenbar schenkt die Weltgesundheitsorganisation zu Beginn der Epidemie Chinas verharmlosender Krisenberichterstattung Glauben. Vom Rest der Welt wird sie daher beschuldigt, die internationale Reaktion verzögert zu haben. Wie konnte das passieren? Und wie lässt sich das weltweite Versagen in der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie erklären?
Um diesen Fragen nachzugehen, beleuchtet die Dokumentation die Geschichte der WHO von ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg über Erfolge etwa durch die Verbreitung von Antibiotika oder die Ausrottung der Pocken bis hin zu den vergangenen 20 Jahren, in denen die zunehmende Einflussnahme Chinas die Organisation aus dem Gleichgewicht brachte. Aber lassen sich die Misserfolge allein dadurch erklären? Die Dokumentation zeigt auf, dass in den letzten Jahren zahlreiche Stimmen vor den Problemen bei der WHO gewarnt haben und davor, dass die Gesundheitsorganisation nicht mehr in der Lage sei, die Welt zu schützen. Wird die Krise eine Umsetzung längst fälliger Reformen in die Wege leiten? Und wie sieht die Zukunft der WHO nach der Corona-Krise aus?

Hier ist der Link zum Film:
https://www.arte.tv/de/videos/097687-000-A/china-usa-spielball-who/

Kommentare:

  1. 'Robotertechnik ist ungeeignet für Menschen, die auf menschliche Hilfe angewiesen sind. – aus welchem Grund auch immer.' So schreibt es Hiemann. Schon immer wunderte es mich, dass Asiaten eine völlig andere Einstellung diesem Thema gegenüber haben als wir Europäer. Eine aufklärende Untersuchung ist mir nicht bekannt.

    Asiaten - speziell Japaner - haben angeblich keine Bedenken, sich von einem Roboter beim Essen bedienen oder bei der Gymnastik helfen zu lassen. Offensichtlich spielen zwei Aspekte eine Rolle. Ein Mensch, der einen anderen pflegt, müsse sich selbst erniedrigen. Derjenige, der auf Dienste einer Maschine im sehr persönlichen Bereich angewiesen ist, sei menschlich verlassen. Gegen solche Fehlschlüsse müsste man eigentlich angehen - würde ein klarer Kopf die Situation bestimmen.

    Bei beidem scheinen mir historisch bedingte Vorurteile eine Rolle zu spielen. Logisch durchdacht ist es nicht. Ich selbst finde eine Mschine, die einen Menschen rasiert oder wäscht akzeptabler als wenn ein anderer Mensch (oder gar ein Hund) dies tut. Ich finde eine Maschine als Sport- und Sparrings-Partner völlig in Ordnung. Mir tut der Mensch leid, der sich dafür hergeben muss.

    Gerade heute ließ ich mich zum ersten Mal von einem mechanischen Heber aus der vorher eingenommenen Sitzposition hochheben, weil die therapeutische Fachkraft sich überfordert fühlte. Von dort ist es ein kleiner Schritt zu einem elektronisch gesteuerten Roboter.

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  2. Peter Hiemann schrieb:

    Die Japan Robot Association unterscheidet Manual Manipulator, Fixed Sequence Robot, Variable Sequence Robot, Playback Robot, Numerical Control Robot und Intelligent Robot. Ein Intelligent Robot verfügt über verschiedene Sensoren und ist damit in der Lage, den Programmablauf selbsttätig den Veränderungen des Werkstücks und der Umwelt anzupassen.

    Hier steht zur Diskussion: Ist ein Roboter denkbar, der sich an eine Person (z.B. Stephen Hawking) anpasst, die auf Hilfe angewiesen ist? Kann ein Intelligent Robot persönliche Pflegedienste ersetzen?

    Ich habe die Aussage „Robotertechnik ist ungeeignet für Menschen, die auf menschliche Hilfe angewiesen sind. – aus welchem Grund auch immer“ ergänzt, um Missverständnis auszuschließen: „Technik hilft, Pflegedienste zu erleichtern, Technik kann aber nicht persönliche, notwendige menschliche Hilfe ersetzen.“

    Dresens' Aussagen verdeutlichen mehr oder weniger eine konventionelle Sichtweise:

    Dresen: „Offensichtlich spielen zwei Aspekte eine Rolle. Ein Mensch, der einen anderen pflegt, müsse sich selbst erniedrigen. Derjenige, der auf Dienste einer Maschine im sehr persönlichen Bereich angewiesen ist, sei menschlich verlassen.“ …..“Mir tut der Mensch leid, der sich dafür hergeben muss“, einen persönlichen Dienst leisten zu müssen, den er einer Maschine überlasen könnte. .

    Hiemann: Persönliche Pflegedienste aus ökonomischen Gründen einzuschränken, wird nicht mehr toleriert.

    Dresen: „Gegen diesen Fehlschluss müsste man eigentlich angehen - würde ein klarer Kopf die Situation bestimmen.“....“Logisch durchdacht ist es nicht.“

    Hiemann: Persönliches, empathisches Verhalten ist keine Frage der Logik, sondern die Fähigkeit, sich in die Lage einer anderen Person hineinversetzen zu können.

    Es sei noch hinzugefügt, dass derzeit der Einsatz von Automatisierung, Robotik und KI-Anwendungen in der Gastronomie versucht wird. Es ist gut möglich, dass mit automatisierten Restaurants diejenigen mehr Erfolg haben werden, in denen die Kunden von Kellnern und Köchen auf persönliche Weise bedient werden.
    (Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Die-automatisierten-Robotikrestaurants-kommen-4130755.html)

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  3. Bertal Dresen schrieb: Durch Technik wurden nachgewiesenermaßen Leistungen aller Sinne ersetzt, obwohl diese vorher durch ‚persönlich notwendige menschliche Hilfe‘ abgelöst worden waren. Dass begann mit dem Blindenführer und Vorleser/Vorbeter und endete mit dem Abstrahieren oder der simultanen Übersetzen von Texten.

    Mir scheint das technisch Mögliche das bestimmende Kriterium zu sei, nicht so sehr, wer es ist, der vorher dafür Hilfestellung leistete und evtl. an die Seite gedrängt wird.

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    1. Peter Hiemann aus Grasse:

      Jeder entscheidet für sich selbst, wie er eine gegebne Situation einschätzt, und was er in einer gegebenen Situation für angebracht hält oder verwirft: Einerseits....Andererseits....

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