Donnerstag, 23. August 2018

Die Brücke von Genua und die Schieflage der EU

Der italienische Innenminister Matteo Salvini, der bekanntlich etwas zum Populismus neigt, hat den Schuldigen für den Einsturz der Autobahnbrücke in Genua schnell identifiziert. Es sei die Europäische Union (EU). Sie habe Italien zu sehr zum Sparen angehalten angesichts seiner überbordenden Staatsschulden. Hier ist das Schema leicht zu erkennen, wie nicht nur in Italien – einem EU-Gründungsland − Stimmung gegen die EU gemacht wird. Es ist daher kein Wunder, dass allenthalben der EU mit großer Lethargie, ja oft mit Skepsis und Widerwillen begegnet wird. Die Brücke von Genua bietet einen Anlass, auch über dieses Problem nachzudenken. Ich bezeichne es als die Schieflage der EU.

Ingenieur-Debakel

Am Dienstag voriger Woche, am 14. August 2018, brach in Genua die von dem Ingenieur Riccardo Morandi (1902-1989) gebaute Autobahnbrücke auf einer Strecke von 200 Metern zusammen. Äußere Einflüsse waren nicht festzustellen. Kein übermäßig starker Sturm und kein Erdbeben waren Schuld. Infolge andauernden Regens standen mehrere Wasserpfützen auf der Fahrbahn. Die Brücke war 1967 in Form einer Hängeseil-Konstruktion erstellt worden. Eine Besonderheit war, dass die Hängeseile mit Beton umgossen sind, was sonst meist nicht geschieht. Sie sollten dadurch gegen Korrosion (Rost) geschützt werden. Wie erste Nachforschungen ergaben, scheint hier ein Problem gelegen zu haben, was den Experten nicht unbekannt geblieben war. Bei dem Einsturz stürzten rund ein Dutzend Last- oder Personenwagen in die Tiefe. Es kam zu mehr als 40 Toten und einer noch größeren Anzahl von Verletzten. Die Autobahnstrecke, die Genua mit dem Grenzort Ventimiglia verbindet, fällt bis auf weiteres aus.


Eingestürzte Morandi-Brücke

Die Frage ist zu klären, was den Einsturz verursachte. Waren es doch Rostschäden an den Seilen, die übersehen worden waren, oder hat sich einer der Pylonen verschoben oder geneigt, was ein Fahrbahnsegment zum Einsturz brachte. Die ganze Branche und die gesamte italienische Industrie stehen jetzt im Visier, bis dass diese Frage geklärt ist. Dass andere Politiker sich den Autobahnbetreiber vornehmen – so der Verkehrsminister Danilo Toninelli − liegt auf der Hand. Eine Brücke verlangt Wartung, soll sie nicht im Alter von gerademal 50 Jahren einstürzen. Dem Erbauer wird man nicht mehr ans Leder können, da er seit fast 30 Jahren tot ist. Jede Region außerhalb Italiens befleißigt sich darauf hinzuweisen, dass ein ähnliches Unglück bei ihnen nicht vorkommen kann. Hoffentlich nimmt man den Mund nicht zu voll. Darauf, dass die EU an möglichen weiteren ähnlichen Problemen die Schuld trägt, darauf muss man erst kommen.

Anfänge und Expansion der EU

Die EU kann dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiern. Aus dem anfänglichen Bund aus sechs westeuropäischen Staaten ist ein mehr als viermal so großer Staatenverbund entstanden. Die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Unterschiede sind nicht mehr zu übersehen.  Der größte Bruch erfolgte im Jahre 2004 mit der gleichzeitigen Aufnahme von acht, ehemals zum kommunistischen Ostblock zählender Länder. Nach der inzwischen um drei weitere Staaten angereicherten Osterweiterung ist der Erweiterungsprozess Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Vier Länder sind bereits als Kandidaten akzeptiert (Island, Mazedonien, Montenegro und Serbien). Weitere vier stehen an der Tür (Bosnien-Herzogewina, Albanien, Ukraine, Türkei).



Entwicklung der EU (nach Wirsching)

Das gemeinsame kulturelle Erbe ist in den Hintergrund getreten. Ganz andere Fragen stehen an. Die wirtschaftliche Entwicklung und die gemeinsamen Anstrengungen zur Landesverteidigung bestimmen die Tagesordnung. Zwar bewirkt die gleichzeitige Ostausdehnung der NATO, dass die EU sich in militärischer Hinsicht bedeckt halten kann. Die Politik von US-Präsident Donald Trump rüttelt aber deutlich an dieser bisherigen Selbstverständlichkeit.

Problematische Struktur der EU

Die EU wurde gegründet als Staatenbund und ist dies bis heute geblieben. Die Forderung, die EU in einen Bundesstaat umzuwandeln, stand seit Anbeginn im Raum. Sie wurde aber immer wieder mit einem klaren Nein beantwortet. Zuletzt geschah dies bei der Abstimmung über den Verfassungsvorschlag im Jahre 2005 (siehe unten). Martin Schulz, der ehemalige Präsident des EU-Parlaments und erfolglose Kanzlerkandidat der SPD, sprach nur ganz kurz davon, dass er die ‚Vereinigten Staaten von Europa‘ anstrebe. Er besann sich sehr schnell, dass er damit viele Wähler vergraulen würde und hielt fortan lieber den Mund.

Die Legislative und damit die Legitimation hatte ursprünglich nur eine einzige Quelle. Sie bestand aus zwei Teilen, dem Ministerrat und dem Europäischen Rat, wobei nur letzterer wirklich in Erscheinung tritt. Ihm gehören die Regierungschefs der Mitgliedsländer an. Er bekommt alle Aufmerksamkeit, wenn er einmal pro Quartal zusammentrifft. Das Parlament hatte anfangs nur eine rein beratende Funktion. Diese wurde in mehreren Schritten erweitert. So waren die EU-Abgeordneten anfangs Abgesandte der Länderparlamente, werden aber inzwischen direkt von den Bürgern gewählt. Die Stimmen in den kleinen Ländern zählen dabei mehr als die der großen Staaten. Ein Abgeordneter aus Malta wird mit erheblich weniger Stimmen gewählt als ein deutscher oder ein französischer. Das EU-Parlament hat inzwischen auch ein Vorschlagsrecht für den Kommissionsvorsitz, ein beschränktes Haushaltsrecht und ein Vetorecht gegenüber Verordnungen der Kommission.
Die eigentliche Exekutive ist die EU-Kommission. Daneben gibt es den Europäischen Gerichtshof (EuGH), der alle Streifragen entscheiden soll. Sowohl die Exekutive wie die Judikative haben – nach Ansicht vieler Beobachter − ein klares Übergewicht.

Gescheiterter Verfassungsvorschlag

Nach der Osterweiterung erschien vielen Leuten die Zeit reif, um die EU juristisch auf eine bessere Basis zu stellen. Ein Europäischer Konvent unter Leitung des französischen Ex-Präsidenten Valerie Giscard d’Estaing erarbeitete einen Verfassungsentwurf aus, der im Oktober 2004 in Rom feierlich von den Staats- und Regierungschefs aller EU-Mitgliedstaaten unterzeichnet wurde. Er sollte im November 2006 in Kraft treten. Staaten wie Deutschland ratifizierten ihn mit großer Parlamentsmehrheit. In Frankreich und den Niederlanden, die eine Volksabstimmung durchführten, scheiterte er jedoch. Stattdessen schlossen im Dezember 2007 die europäischen Staats- und Regierungschefs den Vertrag von Lissabon ab, der im Dezember 2009 in Kraft trat. Er dient als die derzeitige Basis der EU. Ein erneutes französisches oder niederländisches Referendum fand nicht statt. Die Irländer, die zunächst dagegen votierten, stimmten nach einem Jahr Bedenkzeit zu.

Brexit und Sonstiges

Über den Brexit und seine möglichen Auswirkungen habe ich mich in Juli 2016 ausgelassen. Inzwischen sind zwei weitere Jahre vergangen, ohne dass wirklich Klarheit herrscht, was ab März 2019 genau passieren wird. Es besteht leider wenig Hoffnung, dass im Vereinigten Königreich (UK) plötzlich die Vernunft die Oberhand gewinnt. Vielleicht träumt man dort noch intensiver von der speziellen transatlantischen Beziehung, seit Donald Trump in den USA das Sagen hat.

Dass es weitere Beitritts-Kandidaten gibt, hatte ich bereits erwähnt. Ob mit und ohne Hoffnung, das sei dahingestellt. Dass die Schweiz und Norwegen weiter ihren eigenen Weg gehen werden, das ist anzunehmen. Die Erweiterung der jetzigen EU ist kein aktuelles Thema. Die Frage einer stärkeren finanziellen Verflechtung der Euro-Region ist davon als separat anzusehen. Ob dabei ein eigener Finanzminister von Nutzen ist, ist umstritten.

Von Lethargie zu Skepsis und Widerwillen

Im August 2012, also vor exakt sechs Jahren, ließ ich mich von den beiden Politikern Friedrich Merz und Wolfgang Clement zu einer Diskussion über Europa anregen. ‚Wieviel Europa soll es denn sein?‘ so lautete ihre Frage. Sie wollten damit falsche Erwartungen etwas zurechtrücken. Im Grunde ging es seither nur bergab. Die Situation, die heute herrscht, lässt sich in drei Stufen von Gefühlen ausdrücken, Lethargie, Skepsis und Widerwillen.

Die Lethargie drückt sich in einem geringen Interesse an dem Geschehen aus. Aus der Teilnahmslosigkeit folgt eine geringe Wahlbeteiligung. Es fehlen Stimulanzen, die Anreize für die Bürger darstellen. Die Skepsis basiert auf Misstrauen. Dafür sorgt die hyperaktive Exekutive. Eine Zahl soll dies ausdrücken: Die Gesamtzahl an Richtlinien und Verordnungen aus Brüssel umfasst bescheidene 60-70.000 Seiten (Fachausdruck: Aquis communautaire). Offener Hass gibt es bei nationalistischen Parteien und Gruppierungen, die es inzwischen in fast jedem EU-Land gibt.

Ernüchternde EU-Parlamentswahl 2014

Die letzte für das EU-Parlament durchgeführte Wahl hatte in einigen Ländern geradezu desaströse Ergebnisse. In Frankreich erzielte der Front National (FN) 25% der Stimmen und Sitze. In Großbritannien deklassierte die europafeindliche UK Independence Party (UKIP) mit 26,6% der Stimmen die beiden traditionellen Volksparteien Labour (24,4%) und Konservative (23,1%). In Deutschland erreichte die AfD zwar nur 7%. Seither wuchs sie weiter in den Bereich von 15-20%.

In meinem Blog-Beitrag zu Europa im Mai 2014, also kurz nach der Wahl, schrieb ich: ‚Ich halte übrigens Lucke, Le Pen, Farrage u. a. nicht für Europas Hauptproblem. Sie können sogar etwas Gutes bewirken. Dann nämlich, wenn sie Politiker aller Couleur zur Einsicht verhelfen, dass das Motto 'Mehr Europa' schlicht zu einfach ist. Es ist eine gedankliche Kapitulation, eine Ausrede von Faulenzern. Politiker müssen laufend darüber nachdenken, was sie nach oben wegdelegieren können oder sogar müssen, und was sie auf ihrer Ebene angehen müssen.‘ Ich glaube, das war reines Wunschdenken meinerseits.

Aktuelle Politik der EU und der Gliedstaaten

Die EU war einmal ein großes Versprechen. Der Inhalt des Versprechens wandelte sich, einmal in Folge der fortschreitenden Zeit, anderseits mit den neuen Mitgliedern. Für die ersten 15 ehemals zum freien, westlichen Teil Europas gehörenden Länder ging es um die Bestätigung und gegenseitige Absicherung eines erreichten Zustands. Durch die Osterweiterung kam etwa die gleiche Anzahl von Ländern hinzu, die das erreichen wollten, was die anderen schon lange besaßen. Die EU versucht, diese divergierenden Interessen unter einen Hut zu bringen. In 50 Jahren haben sich viele Mechanismen eingespielt und bedienen Dinge, auf die die Nutznießer ein Recht zu haben glauben.

Lokalpolitiker leiten oft ihre Daseinsberechtigung aus der Kritik an einer Zentrale ab. Nicht nur da, wo Rechtsradikale an der Regierung beteiligt sind, wird die EU gerne zum Sündenbock erklärt für alles, was schiefläuft. Wir kennen dies aus der Bundesrepublik. Geschieht in Bayern ein Unglück oder ein Verbrechen, so ist Berlin daran schuld. Die Reaktion des italienischen Innenministerns auf den Brückeneinsturz in Genua unterstreicht diesen Punkt.


Weitere Stimmen und Sichten zur EU-Situation

Europa kritisch zu kommentieren gehört seit längerem zum Lieblingssport vieler politischer Autoren. Mit einigen markanten Vertretern habe ich mich in den letzten Wochen befasst. Der ehemalige Verfassungsrichter und spätere Bundespräsident Roman Herzog (1934-2017) ist ein durchaus positives Beispiel. In seinem Buch Europa neu erfinden (2014, 160 S.) fasst er zusammen, was Bürger ihm berichteten. Er warnt vor einer Union, die sich zu einem Überstaat entwickelt und dadurch die Mitgliedstaaten und deren Parlamente entmachtet. Europa wird nur dann stark und lebensfähig sein, so Herzog, wenn es sich neu erfindet. Nur so wird es gelingen, die EU aus ihrer derzeitigen Krise zu führen und zu einer demokratischen und freien Union zu formen, die von den Menschen in allen Mitgliedsländern akzeptiert wird.

Herzog findet, dass die Probleme der EU alle nach 2008 entstanden sind, also fünf Jahrzehnte nach ihrer Gründung. Dazu rechnet er das Vorenthalten wichtiger Befugnisse durch die Mitgliedsstaaten, die Wahl schlechter Leute, Bürokratie, Engstirnigkeit, und vor allem die Normenhypertrophie. Als ein Demokratiedefizit empfindet auch er die Stellung des Parlaments. Schließlich verbinde sich mit dem Euro Angst ums liebe Geld – vor allem bei uns Deutschen. Erwartet würden primär eine Sicherung des Wohlstands und ein machtvolles Auftreten gegenüber dem Rest der Welt. Dazu könnten klarere Zuständigkeiten, weniger Verordnungen und eine generelle Verschlankung von Nutzen sein.

Ein anderer ehemaliger Verfassungsrichter ist Dieter Grimm (*1937). In seinem Buch  Europa ja – aber welches? Zur Verfassung der europäischen Demokratie (2016, 288 S.) argumentiert er vorwiegend juristisch. Er erklärt vor allem das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVG) zum Vertrag von Lissabon. Bekanntlich kam das BVG zu dem Ergebnis, dass der Vertrag unser Grundgesetz zwar stark berührt, aber gerade noch intakt lässt. Er findet, dass eine Ausstattung des EU-Parlaments mit mehr Rechten das allseits beklagte Demokratiedefizit nicht beseitigt. Es fehle die europäische Öffentlichkeit und die gesellschaftliche Substruktur (Medien, Polizei). Daher fordert er (a) Europäische Parteien, die ihre Wahlkämpfe mit europäischen Themen bestreiten (b) eine Vergemeinschaftung nach Sachgebieten und (c) eine Rückführung der Verträge auf Ziele, Organe, Kompetenzen, Verfahren und Grundrechte. Grimms Augenmerk richtet sich sehr stark auf den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dieser interpretiere die Rechte der EU großzügig, die der Mitgliedstaaten jedoch eng. Er sei neben der Kommission die treibende Kraft der Integration. Der EuGH sei kein Schiedsrichter, sondern ein Gericht mit einer Agenda.

Der ehemalige Außenminister und Vorsitzender der Grünen Joschka Fischer (*1948) ahmt den großen Henry Kissinger nach. In seiner weltpolitischen Tour d’Horizon betitelt Der Abstieg des Westens. Europa in der neuen Weltordnung des 21. Jahrhunderts. (2018, 240 S.) wiederholt er seine Meinung, dass man die Türkei als zukünftigen Teil der EU ansehen sollte. Damit bekäme Europa ein Tor in den Nahen Osten und zusätzliche Militärmacht. Durch die seit 2008 ausgebrochene Finanzkrise sei für den politischen Einigungsprozess ein ganzes Jahrzehnt verloren gegangen.


Eine geradezu wohltuende Lektüre bietet der Münchner Historiker Andreas Wirsching (*1959) an. In seiner Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert (4. Auflage 2018, 128 S.) zeigt er den mäandrierenden Weg auf, den Europa in den letzten 50 Jahren ging. Das als westeuropäische Einigung gestartete Nachkriegsprojekt der Friedenssicherung ist beendet. Europa benötige eine neue Narration. Das kann die Wahrung der Umwelt betreffen, die Bedrohung durch die Immigration aus Asien und Afrika oder gar der Schutz gegen Russland.


Parteien verlören allenthalben das Vertrauen der Bevölkerung, so in Italien und Frankreich. Diese machten sich nämlich vielfach den Staat zur Beute. Die traditionellen Arbeiterparteien sind betroffen vom Übergang von einer Industrie- zu einer post-industriellen Dienstleistungsgesellschaft. In fast allen Ländern bieten Populisten vereinfachte Lösungen an, die teilweise nur auf eine Gruppe bezogen sind. Leute wie Marine Le Pen, Jörg Haider, Pim Fortuyn und Christoph Blocher argumentieren gegen eine angeblich drohende ethnische Durchmischung durch Einwanderung. Auch Viktor Orban in Ungarn und die Brüder Kaczynski in Polen spielen diese Melodie.


Das Platzen der US-Immobilienblase riss mehrere europäische Länder in die Staats-Verschuldung, unter anderem beim Bemühen ihre Banken zu retten. Besonders betroffen waren Griechenland, Spanien und Portugal  Ihnen drohte der Staatsbankrott, verbunden mit einer Vertrauenskrise der EU. Die durch die EU-Partnerländer in die Wege geleiteten Rettungsmaßnahmen waren zwar schwierig, aber erfolgreich. Dank neu geschaffener Strukturen (Bsp. ESM) stehen heute alle EU-Länder besser da.

Das Verhältnis zu Russland verschlechterte sich abrupt als die EU einen Assoziierungs-Vertrag für die Ukraine mit der Regierung Janukowitsch abschließen wollte. Als dies von Putin blockiert wurde, kam es im Januar 2014 zum Maidan-Aufstand in Kiew und in deren Folge zur Session bzw. Annexion der Krim im Mai 2014. Trotzdem könne das Motto für Europa lauten: Frieden, Wohlstand, soziale Sicherheit, kulturelle Vielfalt, das alles verbunden mit Liberalität.

Schlussbetrachtung

Mit einer ausgesprochen positiven Stimme will ich den Beitrag beenden. Der Ulmer Informatiker und Weltpolitiker Franz Josef Radermacher sieht die EU als Muster für eine geglückte Entwicklung an. Sie brachte eine Region voran, indem Starke den Schwachen halfen. Ihre Aufnahmekriterien und Beitrittshilfen definieren Ziel und Weg einer rationalen und effektiven Politik. Den von ihm bevorzugten Weg bezeichnet Radermacher als Ökosoziale Marktwirtschaft. Im Juni 2016 schrieb er in diesem Blog: ‚In jedem Fall bleibt die EU eine Hoffnung für die Welt, denn das ist die Richtung, in die wir agieren müssen, wenn Balance das Ziel ist. Dass die EU Schwierigkeiten hat, spricht nicht dagegen, dass dies die Richtung ist, in die wir uns bewegen müssten. Aber es macht eben auch deutlich, dass das vielleicht nicht gelingen wird.‘

Dienstag, 7. August 2018

Adelsproben und Stammbäume am Beispiel eines rheinischen Rittergeschlechts

Vorbemerkung: Im Oktober 2016 stellte ich in diesem Blog das Barockschloss Niederweis vor. Es ist dies eine bauliche Hinterlassenschaft der früher dort lebenden Adelsfamilie. Heute stelle ich einige Mitglieder dieser Familie vor, und zwar anhand ihrer Stammbäume. Es zeigt dies primär die Einbettung der Familie in die Adelsgesellschaft ihrer Zeit. Dabei werden Beziehungen deutlich, die den luxemburgischen und den rheinischen Adel verbanden, aber auch die historischen Ereignisse, die ihre Zeit bestimmten. In unserem Falle sind es die Unruhen, die der Dreißigjährige Krieg über ganz Deutschland brachte, aber auch die Ambitionen Ludwigs XIV, der an den Strukturen unserer Gegend mächtig rüttelte. 

Diese Veröffentlichung erscheint parallel in einer Bitburger heimatkundlichen Zeitschrift. Dabei gibt es allerdings kein Äquivalent zu den Links, die auf die im Internet zugänglichen Quellen verweisen.

Einleitung

Die Adelsprobe (auch: Ahnenprobe) ist ein urkundlicher Nachweis der adligen Abstammung eines Geschlechts oder einer Person (Wikipedia). Seit langem besitze ich schöne bunte Grafiken aus dem Nachlass unserer lokalen Herrschaft, die ich zwar bestaunte, aber eigentlich nichts mit ihnen anfangen konnte. Neben echten Adelsproben existieren Stammbäume der vielfältigsten Art. Jetzt habe ich etwas nachgeforscht. Vier besonders interessante Fälle werden ausführlich behandelt. Sie betreffen alle die von mir schon mehrmals beschriebene frühere Herrschaft Niederweis [1]. Alle im Beitrag wiedergegebenen historischen Grafiken wurden mir von Matthias Schneider, dem jetzigen Eigentümer des Niederweiser Schlosses, zur Verfügung gestellt. Hierfür danke ich ihm sehr.

Historische Einordnung

Seit dem 12. Jahrhundert musste jemand, der an einem Ritterturnier teilnehmen wollte, nachweisen, dass er ‚vierschildrig‘ war. Er musste von vier adeligen Großeltern abstammen. Das gleiche galt für die Mitgliedschaft in einen geistlichen  Ritterorden, einem Domkapitel oder einem adeligen Frauenstift. Auch andere Privilegien, wie der Zutritt zum Königshof, waren oft an diesen Nachweis gebunden. Gewisse Institutionen verlangten sogar die 16-Ahnen-Probe (Nachweis, dass alle Ururgroßeltern adelig geboren waren). In frühen Zeiten wurde der Nachweis regelmäßig durch die sogenannte „Aufschwörung“ erbracht. In diesem Verfahren bestätigten andere Adlige die Richtigkeit aller Angaben auf der Ahnentafel. Später trat der Urkundenbeweis an die Stelle der Adelsprobe.

Noch bis 1918 verlangten zum Beispiel der Malteserorden und der Johanniterorden die Adelsprobe. Beim Malteserorden wurde ein Duplikat der Tafel nach Malta versandt. Mit der Aufschwörung waren normalerweise erhebliche Kosten verbunden, unter anderem Bewirtungskosten für die mit der Probe verbundenen Festlichkeiten. In der Fürstabtei Kempten wurde die Adelsprobe in die Ordensregel der dortigen Benediktiner integriert, um dadurch sicherzustellen, dass keine Nicht-Adeligen zu Mitgliedern wurden. Bei einigen Domkapiteln konnte ein Doktorgrad die Mitgliedschaft ermöglichen. Als besonders streng galt der Orden der Kanonissinnen. Bei der Einschwörung eines neuen Fräuleins im Stift Würzburg legten 1757 die vier zu diesem Zweck ernannten männlichen Aufschwörer einen Schwur ab auf den adligen Geburtsstand der vier Urgroßmütter, der zwei Großmütter und der Mutter.

Stammbaum der Maria Ursula Cob von Nüdingen von 1690

Maria Ursula Cob von Nüdingen (etwa 1640 - etwa 1710) entstammte der in Bitburg ansässigen Koben-Familie. Sie erbte das Schloss und den Grundbesitz in Niederweis von ihrem Bruder Philipp Christoph II., der kinderlos starb. Sie war mit Johann Hermann von der Heyden verheiratet.

Durch Heirat mit Margarethe Fock von Hubingen waren die Cob von Nüdingen an Besitz in Niederweis gelangt. Nach dem Tode ihres ersten Gatten, Christoph Cob von Nüdingen, einigte sich Margaretha von Hubingen mit ihrem Bruder Ernst Fock von Hubingen, dass Niederweis an ihren Sohn Johann Ernst kommt. Das Jahrgeding des Jahres 1599 in Niederweis wurde von Johann Ernst Cob von Nüdingen durchgeführt. Nach seinem Tode tritt seine Witwe, Anna von Sponheim, als Eigentümerin in Erscheinung. Sie lässt sich von Hans Georg von Nassau, ihrem Schwager, vertreten; so bei einem Jahrgeding im Jahre 1633, also während des Dreißigjährigen Krieges. Bekanntlich war dies eine sehr instabile Zeit. Mal hatten damals die Franzosen die Oberhand, mal die Kaiserlichen, d.h. die Habsburger. Die Besitzverhältnisse in Niederweis waren in dieser Zeit, gelinde gesagt, etwas undurchsichtig.


Darauf deutet folgender Akt: Im Jahre 1634 verkaufte Hermann-Fortunatus [1595-1665], Graf von Baden, Herr zu Rodemacher und Useldingen [eine mit dem Hause Luxemburg verwandte Nebenlinie der badischen Markgrafen], Herrn Alexander Silbricht von Diesdorf [vermutlich das heutige Distroff in Lothringen], Herrn von Burgrattich, und seiner Frau Claudine Faust de Stromberg seine „graue Burg“ zu Niederweis mit Einkünften für 11827 Taler und 24 Schilling. Möglicherweise erfolgte der besagte Kauf jedoch im Auftrag der Koben-Familie, da die im Vertrag genannte Familie Silbricht nie als Besitzer in Erscheinung trat. Der als Verkäufer auftretende Graf von Baden hatte offensichtlich Rechte des Vorbesitzers, des Fock von Hubingen, erworben oder geerbt. Das Haus Baden war quasi der Statthalter für Habsburgs Interessen im damaligen Luxemburg.

Durch Grabplatten in der Kirche zu Niederweis wird sowohl auf Philipp Christoph I., der 1671 starb, sowie auf seinen Sohn gleichen Namens verwiesen, der 1699 starb. Nach dem Frieden von Nimwegen reichte Philipp Christoph II. im Jahre 1681 König Ludwig XIV. ein Verzeichnis seiner Besitzungen ein, die ihm daraufhin als Lehen bestätigt wurden. Darin enthalten sind außer der Herrschaft Niederweis die davon abhängigen Orte Alsdorf, Kaschenbach und Meckel, dazu seine Häuser in Niederweis und Bitburg und der Hof Badenborn. Der Bitburger Landbesitz umfasste 40 Morgen Ackerland und 15 Morgen Grasland, sowie eine Bannmühle und einen Bannbackofen. Bei dieser ersten französischen Besetzung wurde an der Besitzstruktur des niederen Adels nichts geändert. Bei der Besetzung von 1794 im Zuge der Französische Revolution verloren bekanntlich alle Adeligen ihren Besitz.

Da Philipp Christoph II. kinderlos starb, wurde er von seiner Schwester Maria Ursula beerbt. Sie muss bereits ab 1672 das Schloss Niederweis besessen haben. Von diesem Jahre an ist nämlich ein Friedrich Tesch aus Vianden Amtmann der Freifrau Maria Ursula Cob von Nudingen und wohnt die folgenden zwölf Jahre im Schloss Niederweis. Neben den Cob von Nudingen wurden damals fünf weitere Adelsfamilien genannt, die Grundbesitz in Niederweis hatten. Ihre Namen sind Bourscheid, Falkenstein-Bettingen, Fels, Elter und Mohr vom Wald.

Stammbaum des Franz Eduard Anton von der Heyden von 1730

Franz Eduard Anton (1692-1755) war der Erbauer des heutigen Niederweiser Schlosses [3]. Er war das fünfte von elf Kindern, neben zehn Schwestern. Er wurde lokalpolitisch von Bedeutung als Vorsitzender des Luxemburger Rittergerichts. Das Schicksal der zehn Schwestern war das zentrale Thema des Beitrags [2]. 


Franz Eduard Anton wurde 1721 von Prinz Eugen von Savoyen zum 'Rat mit der kurzen Robe' berufen. Prinz Eugen war damals der kaiserliche Statthalter in den Österreichischen Niederlanden mit Sitz in Brüssel. Im Jahre 1731 wurde Franz Eduard Anton zum Einwohner der Stadt Luxemburg ernannt sowie zum Mitglied des Provinzialrates von Luxemburg gewählt (auch Rittergericht genannt). Als Illustration der familiären Verbundenheit kann das Beispiel dieser Wahl zum Ritterrichter dienen. Nicht nur waren ein Schwager (Heinrich von Schauenburg) und zwei Brüder von Schwägern (Matthias von Wopersnow, Albert Eugen von Schauenburg) wahlberechtigte Mitglieder. Ebenso war es ein Cousin väterlicherseits, der Sohn einer Tante (Johann Heinrich von Zievel). Bei der entscheidenden Sitzung im Jahre 1731, als die Wahl anstand, waren von zwölf die Wahl durchführenden Mitgliedern vier Verwandte. Es mussten lediglich drei Nicht-Verwandte auf seine Seite gezogen werden. Zwölf Jahre später, im Jahre 1743, wurde Franz Eduard Anton Präsident des Rittergerichts. Er galt damit als der höchste Vertreter des Luxemburger Adels. Gleichzeitig wurde er durch die Kaiserin Maria Theresia in den Baronstand erhoben.

Im Jahre 1702 begann die Abtei Echternach einen Prozess gegen den Freiherrn von der Heyden über die Jagd- und Fischereirechte zu Niederweis. Dieser Prozess, der bis 1772, also 70 Jahre dauerte, hatte das Ergebnis, dass die eher geringen Ansprüche der Willibrord-Abtei in Niederweis noch weiter zurückgedrängt wurden. Franz Eduard Anton schließt 1744 mit fünf Untertanen aus Niederweis den Vertrag zum Bau einer Mühle und baut 1751 das Schloss Niederweis von Grund auf neu. Er verstarb 1755 in Luxemburg.

Adelsprobe der Ferdinande Theodora Dorothee von der Heyden von 1757

Franz Eduard Anton und seine Frau Maria Wilhelmine von Eltz-Rodendorf hatten zwei Kinder. Schon im Ehevertrag hatte dieses Paar vereinbart, dass ihr Besitz nicht geteilt werden dürfte und nur ein männlicher Nachfahre erbberechtigt sein sollte. Obwohl ihre Tochter Ferdinande Theodora Dorothea (1734-1798) das ältere Kind war, war sie demnach bereits vor seiner Geburt enterbt. Sie trat daher 1758 in ein Kloster ein. Sie hatte das Reichsstift Münsterbilzen bei Maastricht gewählt. Das berühmte Frauenstift gehörte dem Ritterorden. Sie erreichte dort den Rang einer Dechantin. Das war die Stellvertreterin der Äbtissin.


Ferdinande war befreundet mit Marie Kunigunde von Sachsen (1740-1826), der jüngsten Schwester des letzten Trierer Kurfürsten und korrespondierte über Jahre hinweg mit ihr. Wie es sich für Adelige geziemte, war die Korrespondenz in Französisch abgefasst. Marie Kunigunde war von 1776 bis 1794 Fürstäbtissin in Essen und Thorn (in den Niederlanden). Sie war nicht nur sehr gebildet, sondern auch geschäftstüchtig. Der Aufstieg Essens vom Dorf zur Industriestadt geht auf ihr Wirken zurück. Die Stahl- und Kohleverarbeitung im Ruhrgebiet begann mit einem von ihr gegründeten Unternehmen, aus dem später die Gute-Hoffnungshütte hervorging. Auch ihre Klosterlaufbahn endete abrupt, als französische Revolutionstruppen ihre Klöster auflösten. Ferdinande ging nach Niederweis zurück, Maria Kunigunde zunächst zu ihrem Bruder nach Augsburg. Sie starb in Dresden, wo sie aufgewachsen war. Ferdinande starb 1798 in Schloss Niederweis.

In der oben abgebildeten Adelsprobe wird die adelige Abstammung der beiden Eltern von unterschiedlichen Leuten bescheinigt, Entscheidend war, wer die Familien kannte. Es wird angegeben, dass die Bescheinigung für den Eintritt in das Kloster Münsterbilzen dienen soll. Alle Texte des Dokuments sind in Französisch. 

Stammbaum des Philipp Karl von der Heyden von 1773

Philipp Karl von der Heyden (1748-1788) war der letzte Vertreter seines Geschlechts, der seine Funktion als Grundherr uneingeschränkt ausüben konnte. Philipp Karl war seit 1760 Kämmerer (vergleichbar einem Finanzminister) des Kurfürsten und Bischofs von Trier. Er hielt sich vorwiegend in Niederweis auf und gab 1782 dem Kloster Helenenberg zum wiederholten Male ein Darlehen.


Er starb im Jahre 1788 durch einen (etwas seltsamen) Unglücksfall. Er stürzte bei Nacht – auf dem Nachhauseweg aus der Dorfschenke – in einen Brunnen und kam dabei elend zu Tode. Er war sehr leutselig gewesen und im Dorf beliebt. Er nahm an Dorf- und Familienfesten teil und übernahm bei seinen Bauern die Patenschaft des ältesten Sohnes. In Adelskreisen war sein Ruf denkbar schlecht. Von ihm unterschriebene Urkunden beginnen mit folgender Aufzählung der Titel „Reichsfreiherr von der Heyden, Herr der Herrschaft Niederweis, etc., wirklicher Cammerer Ihrer Churfürstlichen Durchlaucht zu Trier“. Meine Familie verwahrt heute noch eine Urkunde von 1781 auf, in der der Baron sich seinem Hofmann gegenüber verpflichtet, ihm im Falle der Not zu helfen.


Umgeformte Ahnentafel des Philipp Karl von der Heyden

Seine Gattin war die letzte Niederweiser Baronin, Sophie Antoinette Walpurga von Hohenfeld (1747-1794). Sie entstammte einer Familie, die in früheren Jahrhunderten im Kurfürstentum Trier sehr bekannt war. Sie starb 1794, also im Jahr,  als die Franzosen kamen. Ihr damals 20-jähiger Sohn Clemens Wenzeslaus (1774–1840) floh zunächst nach Wien, kam aber alsbald zurück. Da er unverheiratet und kinderlos blieb, überführte er den Besitz bei seinem Tode 1840 in eine Stiftung. Diese besteht heute noch.

Kurzbeschreibung der erwähnten Adelsgeschlechter

Für alle in obiger Tabelle auftretenden Namen wird im Folgenden eine kurze Zuordnung und Erläuterung gegeben. Es gibt dabei allerdings eine Ausnahme, über die ich nichts finden konnte.

Breidbach zu Büresheim: Mit den Sayn und Sponheim verwandtes Geschlecht mit Stammsitz in Rheinbreitbach bei Bonn. Lehensleute des Erzstifts Köln.

Brömser von Rüdesheim: Die Brömserburg bei Bingen wurde im Dreißigjährigen Krieg von französischen Truppen gesprengt. Die Familie hatte ein Anwesen in Rüdesheim (den Brömserhof), in dem sie anschließend wohnte. Nach dem Aussterben der Familie ging der Besitz im 18. Jahrhundert an die Familie Metternich.

Cob von Nüdingen: Die Koben sind die bekannteste Bitburger Adelsfamilie. Der Kobenhof in Bitburg war das Stammhaus der Cob. In der Bitburger Liebfrauenkirche liegt Clas Cob (†1500) begraben. Den Beinamen von Nüdingen (oder de Nudange) erhielten die Cob durch die Belehnung mit dem heute gewüsteten Ort Nüdingen (Ortsgemeinde Messerich). Cob ist die Abkürzung für Jakob, aber auch das moselfränkische Wort für Krähe (lat. corvus). Daher erscheinen die Raben im Wappen.

Dehin: (unbekannte Familie, wahrscheinlich wallonischen oder böhmischen Ursprungs)

Eltz-Rodendorf: Diese Nebenlinie der Eltzer Familie besaß das Château-Rouge in Lothringen und wohnte in Freisdorf (Departement Moselle). Die Familie besaß von 1762 bis 1812 auch die Burg Bourscheid bei Diekirch in Luxemburg.

Fels: Burg Fels (frz. Larochette) ist eine der imposantesten Burgruinen Luxemburgs. Die Familie galt als treuer Vasall des Hauses Luxemburg. Sie hielten mehrfach Ämter inne wie Bannerträger, Truchsess oder Ritterrichter.

Heyden: Im Rheinland gibt es zwei Geschlechter mit diesem Namen. Die von der Heyden-Belderbusch besa8en Schloss Miel bei Euskirchen, die von der Heyden-Nechtersheim besaßen Schloss Stolzemburg nördlich von Vianden am luxemburgischen Ufer der Our, ehe Schloss Niederweis zum Stammsitz wurde. Schloss Stolzemburg wurde 1679 von französischen Truppen zerstört und 1898 im schottischen Stil wieder aufgebaut. Die Burg ist heute im Privatbesitz.

Kallenborn: Die Heimat dieser Familie lässt sich nicht ermitteln. Infrage kommt das Dorf Kaltenborn in der Nähe von Adenau oder Kallenborn, ein Stadtteil von Blieskastell.

Leyen zu Nickenich: Vom Rittersitz dieser Familie besteht in Nickenich nur noch das Burgtor. Es wurde vom Mainzer Dompropst Heinrich Ferdinand von der Leyen zu Nickenich im Jahre 1677 errichtet und mit dem Ehewappen seiner Eltern, Lothar Ferdinand von der Leyen und Maria Sophia Brömser von Rüdesheim, geschmückt. Die Familie stand im Dienste des Trierer Bischofs.

Metzenhausen: Ein  aus der gleichnamigen Hunsruckgemeinde stammendes Adelsgeschlecht. Ein bekanntes Mitglied war Johann II. von Metzenhausen, der von 1531 bis 1540 Erzbischof von Trier war.

Mohr vom Waldt: In Luxemburg ansässiges uraltaltes Adelsgeschlecht, dem unter anderem mehrere geistliche Würdenträger entstammten.

Morzheim: Heute ein Stadtteil von Landau in der Pfalz. Ursprünglich ein Lehen des Klosters Weißenburg im Elsass ging der Besitz später an das Bistum Speyer über.

Schilling von Lahnstein (oder Landstein): Bei dieser Familie gibt es mehrere Zweige. Diese waren sowohl in Österreich ansässig wie in Estland. Andere lebten in Hamburg und Braunschweig. Hier handelte es sich vermutlich um den Rheinlandstamm. Er ist seit dem 16. Jahrhundert in Köln und Andernach nachgewiesen. Diese Linie endete, als das letzte männliche Glied, Johann Konrad Schilling von Lahnstein, 1608 in Rom verstarb.

Sponheim (Bacherach): Die Sponheimer sind eines der in Deutschland am weitesten verbreiteten Adelsgeschlechter. Ausgehend von der Burg Sponheim bei Kreuznach wurde eine Seitenlinie Besitzer der Burg Stahleck bei Bacherach am Mittelrhein. Die sich von Birkenfeld bis Kreuznach und Kastellaun erstreckende Grafschaft Sponheim war Teil der Markgrafschaft Baden.

Worms (Dalberg): Aus dem Nahegau aufgestiegenes Geschlecht von Reichsrittern, das traditionell die Kämmererfunktion für den Bischof von Worms ausübte. Die Dalbergs hatten das Recht, nach einer Kaiserkrönung als erste zum Reichsritter geschlagen zu werden. Es entstand die Redensart: “Ist kein Dalberg da?“. Das Besitztum hatte seinen Schwerpunkt um Kreuznach und Worms. Später ging es an die Familie Salm-Salm über. Mehrfach hatten Familienangehörige Stellungen in hohen und höchsten Ebenen, als Bischöfe und Erzbischöfe, Äbte und Fürstäbte. Sehr bedeutend war Karl Theodor von Dalberg (1744–1817), Erzbischof und letzter Kurfürst von Mainz, Reichserzkanzler, Fürst- und Erzbischof von Regensburg und Aschaffenburg, Großherzog von Frankfurt und Fürstprimas von Deutschland.

Referenzen 
  1. Endres, A.: Die Niederweiser Schlossherren und ihr Anteil an der Geschichte des Nimstals. Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes, Heft 1/2004, (Nr. 54), 15-27
  2. Endres, A.: Frauenschicksale in Schloss Niederweis. Heimatkalender 2014 des Eifelkreises Bitburg-Prüm, 231-240
  3. Endres, A.: Barockschloss Niederweis. Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes, Heft 3/2015, (Nr. 100), 72-75

Dienstag, 31. Juli 2018

Sind Wenn-Dann-Fragen nutzlos und daher zu vermeiden? (Ein Essay von Peter Hiemann)

Informatik-Laien lassen sich schon mal dazu hinreißen zu sagen, dass sie Wenn-Dann-Fragen (engl. if-then-else questions) nicht berühren. Das ist eine große Selbsttäuschung. Die Natur, alle lebenden Systeme, aber auch unsere geistigen Modelle kommen ohne sie nicht aus. Mein Freund Peter Hiemann aus Grasse bedrängen die folgenden Fragen, die er für das Überleben von uns Menschen als wichtig ansieht:

  • Wie können Wirtschaftsunternehmen daran gehindert werden, weltweite Umweltzerstörungen und Klimaveränderungen zu verursachen?
  • Wie können Phasen wirtschaftlichen Wachstums gestaltet werden, damit Überproduktion und Finanzkrisen vermieden werden?
  • Wie können international agierende Finanzinstitutionen daran gehindert werden, mittels großer Kapitaleinsätze Rohstoff- und Agrarressourcen in Entwicklungsstaaten unter ihre Kontrolle zu bringen?
  • Wie können internationale Handelsbeziehungen geregelt werden, damit in allen Staatswesen Phasen wirtschaftlichen Wachstums ermöglicht werden?
  • Wie können Individuen dafür motiviert werden, damit sie internationale Verhältnisse bedenken?
  • Wie können Individuen gewonnen werden, sich an begründeten, notwendigen, glaubwürdigen staatlichen Programmen zu beteiligen?

Hiemann meint, dass wir Wenn-Dann-Fragen nicht aus dem Wege gehen können und sollen, selbst dann, wenn dies unserer Grundstimmung abträglich ist. Manche Leute sagen, man lebe besser nach dem Motto 'don't worry, be happy'. Er hält dies für eine leichtfertige Aussage. Seine Überlegungen hat er in einem Essay zusammengefasst.


Um den Essay zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Das liebe Geld − was ist das eigentlich?

Manchmal sind es die trivialsten Dinge, die am schwersten zu erklären sind. Das was wir als Geld bezeichnen und mit dem wir täglich umgehen, gehört zu diesen Dingen. Früher war alles einmal ganz einfach, heute ist dies nicht mehr der Fall. Ein Versuch die Dinge zu erklären, sei dennoch gewagt. Ich gebe zu, Einiges war dabei auch für mich neu.

Vergangenes und Exotisches

Ganz früher hatte Geld etwas mit Gold zu tun. Staatsoberhäupter entlohnten oder beschenkten ihre Untertanen mit Gold und Silber. Sie ließen Münzen prägen, damit der Handel und der Warenaustausch florierten. Jede Generation hatte ihre Münzen. Sie stellen heute Grabfunde dar, die uns bei der Datierung helfen.

In Gegenden, die kein Gold hatten, dienten andere rare Gegenstände demselben Zweck. Auf Pazifikinseln sind es Kauri-Muscheln. Das sind die Muscheln einer seltenen Schneckenart. Im Nachkriegs-Deutschland waren es Zigaretten. Auch sie waren wertvoll, nicht leicht zu besorgen oder zu fälschen.

Rolle des Geldes

Wie bereits an den historischen Beispielen erkennbar, so hat Geld mehrere Aufgaben. Es vertritt andere Handelsgüter dadurch, dass es einen klar zu bestimmenden Wert darstellt. Es ist leichter transportierbar als andere Güter und wird begehrt. Es ist haltbar.

Umgekehrt wird es dank Geld erst möglich, konkret über den Wert von Sachen zu reden. Wert ist hierbei als wirtschaftlicher Wert zu verstehen. Es gibt für alles stets auch einen ideellen Wert oder gar einen emotionalen Wert. Das ist nicht gemeint. Allerdings kann der individuell einem Artikel beigemessene Wert seinen Preis bestimmen. Das erlebt man bei allen Auktionen, egal ob es um Schoßhündchen oder um Gemälde geht. Es gibt allerdings Leute, die stört es, dass Wert fast immer mit Preis gleichgesetzt wird.

Papiergeld

Es waren wohl organisierte und fortschrittliche Staaten, die früh Papiergeld einführten. Im Altertum waren dies die chinesischen Kaiser. Das Papiergeld wurde akzeptiert, weil man dem emittierenden Staat glaubte, dass er seine Macht dazu einsetzen würde, um seinen Wert zu sichern. Die amerikanische Zentralbank druckte früher auf jeden Dollarschein das Versprechen, ihn in Gold umzutauschen, sofern gewünscht. Die Amerikaner trennten sich 1933 von der Golddeckung, weil sie nur so ihre Währung retten konnten.

Da Papiergeld meist von einem Bankinstitut herausgegeben wird, spricht man auch von Banknoten. Anstatt Gold oder Münzen horten viele Menschen auf der ganzen Welt jetzt Banknoten.

Vom Bargeld zum Buchgeld

Aus Sicht von Laien unterscheidet man Bargeld und Buchgeld. Als Bargeld wird angesehen, was in Form von Münzen oder von Banknoten vorliegt. Beides sind gesetzliche Zahlungsmittel, d.h. man muss sie annehmen, wenn jemand eine Schuld tilgen will. Abgesehen vom Gewicht besteht der wesentliche Unterschied darin, dass man Papiergeld in unbegrenzter Menge annehmen muss, bei Münzen kann man dies auf 50 Stück begrenzen. Bargeld in großen Mengen kommt im normalen Geschäftsverkehr nur beim Kauf eines Gebrauchtwagens vor. Das hängt mit seiner Nähe zur illegalen Wirtschaft (Rauschgift, Terror) zusammen. Deutschland gehört zu den Ländern, die bargeldaffin sind. ‚Nur Bares ist Wahres‘ ist ein Leitspruch, den man öfters hört. Auch die Islamische Republik Iran gehört zu dieser Ländergruppe. Daher räumt sie gerade ihre Bankkonten in Europa ab und lässt sich eine Flugzeugladung voll mit Euroscheinen (350 Mio.) nach Teheran bringen, sofern dies die Amerikaner nicht in letzter Minute verhindern können.

Buchgeld ist das Geld, das nur als Zahl auf einem Konto existiert. Buchgeld ist gerade dabei Bargeld zu verdrängen. Zu den Ländern, die wesentlich weiter sind als Deutschland gehören Schweden, Norwegen, England und die USA. Auch bei uns flammt hin und wieder eine Diskussion darüber auf, ob wir überhaupt noch Bargeld brauchen. Noch verstummt diese Diskussion so schnell, wie sie startet. In Deutschland sind rund 500 Milliarden Euro als Bargeld im Umlauf. Das sind 12% des BIP. Für Bargeld wird seine Anonymität ins Feld geführt sowie die Möglichkeit der Inklusion Minderjähriger. Es ist technikfrei und verursacht keine Zusatzkosten. Gegen Bargeld sprechen der hohe Zeitaufwand und große Kosten, die sich für Erstellung, Verteilung, Lagerung, Nutzung und Entsorgung ergeben. [Hier drängt sich der Vergleich mit Papier- und eBüchern auf]

Jede Bank, die Kredite vergibt, schafft neues Geld, sofern sie mehr Geld ausleiht als sie besitzt. Kontrolliert wird dies über die Eigenkapitalrate. Indem Banken gezwungen werden, ihre Eigenkapitalrate zu erhöhen, steuert die Politik das Geld, das in die Wirtschaft fließt. Banken haben sich weitgehend von einer Service-Funktion der Realwirtschaft emanzipiert, und betreiben längst enorme Finanzgeschäfte auf eigene Rechnung.

Euro als Währung mit Gewicht

Politiker wie Helmut Kohl, Theo Waigel und François Mitterand glaubten, dass man die Vereinheitlichung der Währungen dazu benutzen könnte, um die Einigung Europas zu beflügeln. Zwanzig Jahre später wissen wir, dass dies auch zu Problemen führen kann. Die politische Einigung lässt sich nicht erzwingen. Einige der Probleme, die als Euro-Probleme diskutiert werden, haben nur indirekt mit der gemeinsamen Währung zu tun. Oft sind es Probleme der Länder, die den Euro benutzen. Ein Beispiel hierfür ist Griechenland.

Auf jeden Fall verleiht die einheitliche Währung Europa ein währungspolitisches Gewicht, das es vorher nicht hatte und das es in die Nähe der USA und Chinas bringt. Eine Tabelle zeigt die relevanten Zahlen. Es handelt sich immer um Billionen (also 1012) von US-Dollars. Gezeigt sind Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maß für die Wirtschaftsleistung sowie zwei Geldmengen-Aggregate M1 und M2, die weiter unten vorgestellt werden.


Bruttoinlandsprodukt und Geldmengen, Stand 2017 (Quelle Wikipedia)

Zu erkennen sind mehrere Zusammenhänge. Je größer das BIP, umso mehr Geld ist im Umlauf. Bezüglich des BIP liegt das Euroland, also die Gesamtheit der den Euro benutzenden Länder, hinter den USA, aber vor China. Was die Geldmengen betrifft, ist China einsamer Spitzenreiter.

Der Euro wird nicht nur im Euroland als Zahlungsmittel akzeptiert. Er wird weltweit benutzt für die Anlage von Vermögen und die Aufnahme von Krediten. Er folgt als Reservewährung dem Dollar. Dieser hat einen Marktanteil von 64%. Es folgt der Euro mit 26%. Das englische Pfund hat 4%. Die folgenden Zahlen überraschten mich. Nur 10% der von der Bundesbank emittierten Banknoten gehen in Deutschland in Umlauf; 20% werden in Deutschland gehortet; weitere 20% innerhalb des Euro-Währungsraums und 50% außerhalb. Die Erklärung für die letzte Zahl lautet: So schützt man sich gegen die Inflation der Heimatwährung.

Geldmengen-Aggregate

Will man erfassen, wieviel Geld (Bar- und Buchgeld) irgendwo im Umlauf ist, muss man genau sagen, was man als Geld ansieht. Da sind sich die Experten alles andere als einig. Einig ist man sich nur in der Benutzung des Buchstabensymbols M (wie money) als Messgröße. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verwendete Definition lautet:

M0 = Bargeld (Banknoten und Münzen), das sich im Umlauf außerhalb des Bankensystems befindet plus dem Zentralbankgeldbestand der Kreditinstitute;

M1 = M0 plus Sichteinlagen der Nichtbanken;

M2 = M1 plus Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten;

M3 = M2 plus Anteile an Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren.

Vereinfacht gesagt, Geld sind alle die Finanzmittel, die sich innerhalb von zwei Jahren verflüssigen lassen. Edelmetalle wie Gold oder Silber sind nur Geld, wenn sie als Münzen geprägt und von einer Bank emittiert wurden. Auch Unternehmensbeteiligungen (Aktien) und Privatschulden sind kein Geld. Ihr Wert kann natürlich in einer Währung ausgedrückt sein.

Interessant ist es zu sehen, dass die im Umlauf befindlichen Geldmengen stetig wachsen. Das hat nichts mit Inflation zu tun, sondern drückt das Wachsen der Wirtschaft aus sowie die zunehmende Monetarisierung. Die beigefügte Grafik zeigt das Anwachsen der Geldmengen im Euroland. Für den US-Dollar ist der Verlauf eher etwas steiler.


Wachstum der Geldmengen im Euroraum (Quelle: Wikipedia)

Politik der EZB

Für alles, was mit unserem Geld passiert, trägt inzwischen die EZB die Verantwortung, also die Schuld. Die nationalen Notenbanken, existieren weiter, sind aber zu Erfüllungshilfen degradiert. Sie lassen Geld drucken und versorgen die Banken in ihrem Land. Auch ziehen sie unbrauchbar gewordene Münzen und Scheine aus dem Verkehr. Allein der Metallwert der von der Deutschen Bundesbank im Jahre 2016 verschrotteten Münzen betrug 285 Millionen Euro.

Die Hauptaufgabe der EZB ist laut Satzung die Erhaltung des Geldwerts. Das entsprang der Erfahrung und dem Wunsch Deutschlands. Politiker anderer Länder möchten der EZB auch andere Aufgaben zuweisen, etwa die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder die Ankurbelung der Wirtschaft. Die Geldwertstabilität wird als Stabilität der Verbraucherpreise verstanden. Zur Messung dienen gesammelte Felddaten. Die EZB hat sich entschlossen, den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) als Messlatte zu verwenden. Da eine Deflation als unerwünscht gilt, wird eine leichte Inflation von maximal 2% akzeptiert. Die im Umlauf befindliche Geldmenge ist ein Werkzeug, um dieses Ziel zu erreichen.

Ein weiteres Werkzeug ist der Zinssatz (Leitzins), mit dem die Notenbank Geld an andere Banken verleiht. Es ist ein schwaches Mittel. Einerseits sind Banken nicht dazu verpflichtet, dieses Geld zu nehmen, andererseits schwimmen sie in Geld. Selbst bei einem extrem niedrigen Zinssatz, kommt nicht viel mehr Geld bei den Verbrauchern an. Auch Buchgeld wird gehortet.

Vollgeld – eine Schweizer Initiative

Dass Schweizer Bürger sich Gedanken darüber machen, was mit ihrem Geld passiert, überrascht niemanden. Eine Initiative wollte verhindern, dass jede Bank selbst Geld schaffen kann. Sie wollten erreichen, dass nur die Nationalbank, also die Notenbank, Geld schöpfen kann. In einer Abstimmung Anfang Juni erlitt man eine krachende Niederlage: Denn 70% aller abstimmenden Bürger folgten der Argumentation der Groß-, Genossenschafts-, Regional- und Privatbanken, die sich bedroht fühlten.

Alternativen zum Geld

Kurz erwähnen möchte ich, dass es auch Alternativen zum Geld gibt. Das bekannteste Beispiel sind Krypto-Währungen von Typ Bitcoin. Diese möchten nicht nur Banken aus dem Währungsgeschäft herausdrängen, sondern auch Staaten. Heute ist eine Banklizenz daran gebunden, dem Staat behilflich zu sein bei der Aufdeckung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung.

Literatur

Dieses Mal will ich die Bücher, aus denen ich Material entnommen habe, am Schluss erwähnen. Sehr vielversprechend ist ein Buch von Dieter Verbeck mit dem Titel Einführung in die Bargeldökonomie der Bundesrepublik Deutschland (2017, 284 S.). Es enthält alles, was Leute über Bargeld wissen. Es sagt recht wenig zu meiner Titelfrage. Etwas älter, aber trotzdem sehr lesenswert ist das Buch von Otmar Issing. Es heißt Der Euro. Geburt – Erfolg – Zukunft (2008, 220 S.). Issing weiß alles, was die ersten acht Jahre des Euro betrifft. Die Geschichte des Euro ist inzwischen doppelt so lang. Auch im zweiten Teil ist einiges passiert.