Montag, 11. Juli 2011

Das erste halbe Jahr dieses Blogs – statistisch gesehen

Wie bereits nach dem ersten Monat so will ich auch nach dem ersten halben Jahr meine Statistiken vorstellen und diskutieren. Da ich in den nächsten Wochen nicht dazu kommen werde, tue ich es heute mit dem Stand 10.7.2011. Man verzeihe mir die kleine Ungenauigkeit. Ich glaube nämlich nicht, dass sich in den nächsten Wochen noch wesentliche Änderungen im Trend ergeben werden. Als erstes zeige ich die Anzahl der Besucher (Seitenaufrufe) nach Ländern. Zum Vergleich sind wieder die Seitenaufrufe des am gleichen Tage (dem 23.1.2010) gestarteten Blogs zu dem Buch ‚Schuld sind die Computer!‘ angegeben. 


Der Anteil von Besuchern aus dem Ausland ist bei diesem Blog von damals 15 auf heute 23% angewachsen; beim SsdC-Blog beträgt er 14%. Das ist umso erstaun­licher, als beide Blogs in Deutsch sind. Unter den nicht ausgewiesenen Ländern sind Dänemark, Finnland, Iran, Italien, Kanada, Malaysia, Niederlande, Rumänien, Russi­sche Republik und Zypern. Hinter dem Leser aus Tunesien vermute ich meinen Freund Peter Hiemann, der dort ein Ferienhaus besitzt. Die Zahl der Kollegen, die sich als Abonnenten des Blog zu erkennen geben, ist mit vier konstant geblieben. Diese Idee scheint nicht beliebt zu sein.

Was das Interesse an den einzelnen Beiträgen betrifft, ergibt sich für Bertals Blog zurzeit die hier dargestellte Reihenfolge für die 10 populärsten Themen. Lange Zeit lag Wikileaks an der Spitze, ist aber inzwischen auf Platz 3 zurückgefallen. Es  freut mich, dass es nicht nur solche gesellschaftlich umstrittenen Themen sind, die auf den ersten Plätzen liegen. Es überwiegen eindeutig die fachlichen Themen. Auffallend ist, dass gewisse Beiträge auch nach 3-4 Monaten noch gelesen werden. Anders als bei dem Schwester-Blog ist die Verteilungskurve sehr flach. Bei Bertals Blog hat der Spitzenreiter der Einträge 66 Besucher, beim SsdC-Blog sind es 121 für den ersten, 117 für den zweiten. Dahinter fällt dort die Kurve sehr schnell ab.


Die Anzahl der Kommentare hält sich nach wie vor sehr im Rahmen. Es gab bisher insgesamt 28 Kommentare zu 82 Einträgen (oder einen für jeden dritten Eintrag). An den meisten Kommentaren war ich sogar irgendwie selbst beteiligt. Mal habe ich sie direkt veranlasst, mal habe ich sie redaktionell überarbeitet. Nur etwa ein halbes Dutzend ging nicht über mich als Absender. Besonders erfreut war ich über Kom­mentare aus Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam). Es handelte sich dabei um einen Informatiker, der in Basel studiert hatte und jetzt für deutsche und schweizerische Firmen arbeitet.

Einige weitere Angaben der Statistik mögen vielleicht für andere Blogger von Interesse sein. In meinem Falle sind sie es nicht. Dazu gehören die URLs oder Web Sites, die auf meinen Blog verweisen (neben Google, 123people noch die digital-zeitung.de), oder die Browser (Firefox vor Safari vor Internet Explorer) bzw. die Betriebssysteme der Besucher (Windows vor McIntosh und iPhone – wobei die beiden letzten Namen eigentlich keine Betriebssysteme sind). Dass einige Leute per Schlagwortsuche auf meine Beiträge verwiesen wurden, ist eigentlich normal. Welche Suchbegriffe dabei benutzt wurden, wird mir zwar gesagt, ist aber für mich belanglos. Anders ist dies für Leute, die Werbung betreiben.

Mein Wunsch, nicht alle Beiträge selbst zu schreiben, ging weitgehend in Erfüllung. Von den insgesamt 82 Beiträgen stammen 30 von 19 verschiedenen Kolleginnen und Kollegen bzw. wurden von ihnen angeregt oder zu wesentlichen Teilen gestaltet. Die genaue Aufteilung gibt nachfolgende Tabelle. Mehrfache Autorenschaft ist in Klammern angegeben. 


Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich recht herzlich bei allen Mitautoren zu bedanken. Auch möchte ich hiermit andere Leserinnen und Leser ermutigen, ja auffordern, Themenvorschläge zu machen. Nur durch interessante Themen wird ein Blog attraktiv.

Zu meinen Erfahrungen noch Folgendes: Die Benutzung des Bloggers von Google ist nicht allzu schwer. Wenn er schon mal meine Formatierung (etwa den Zeilen­abstand) partout nicht übernehmen wollte, griff ich schon mal im HTML-Text ein. Das kam etwa bei jedem fünften oder sechsten Eintrag vor. Das Format für die Kommentare ist sehr beschränkt. Es wird nur eine Schrift (Courier) zugelassen. Außerdem dürfen Kommentare maximal 4096 Zeichen umfassen. Die Einfachheit der Benutzung geht einher mit einer Beschränkung von Funktionen. Sehr schlimm ist dies in meinem Falle nicht. Wer sehen möchte, was generell möglich ist, der schaue sich die Reisedepesche von Johannes Klaus an. Das hat keinerlei Ähnlichkeit mehr mit einem Buch. Den Online-Grimme-Preis hat er sich dafür durchaus verdient. Diesen Ehrgeiz habe ich nicht.

Verfügbarkeit und Performanz waren bei Google bisher kein Problem. Innerhalb der sechs Betriebsmonate gab es einen einzigen Tag (in der ersten Maiwoche), an dem der Blogger von Google nicht zur Verfügung stand. Es hatte einen Systemabsturz gegeben. Dabei ging der letzte Eintrag zunächst verloren. Ich konnte ihn aber wiederherstellen. Außer dem Vorfall im Februar ist kein weiterer Fall von Spam aufgetreten. Auch hat sich der Spammer, dessen Kommentar ich löschte, bisher nicht wieder gemeldet. Eingestehen muss ich, dass ich selbst einmal einen Beitrag eingestellt hatte, den ich nach zwei Tagen zurückzog. Inhalt und Stil waren zu polemisch und daher für einige Leser vermutlich beleidigend.

Mein genereller Eindruck ist folgender: Blogs sind ein neues Medium. Sie haben wenig mit Fachzeitschriften gemein. Nach den sechs Monaten, in denen ich 80 Beiträge erstellte und veröffentlichte, warten meine zwei letzten Beiträge, die im Herbst 2010 von einer papiernen Fachzeitschrift angenommen waren, immer noch auf ihr Erscheinen. Wie gut, dass ich mich davon frei gemacht habe.

Wie viele Leserinnen und Leser meine letzten Fachartikel hatten, weiß ich nicht. Bei meinem Blog weiß ich es in Etwa. Die Anzahl der Leser hält sich konstant in der Größenordnung von 20-30 pro Tag. Diese Zahl ist nicht überwältigend. Ein großes Geschäft wird nicht daraus werden. Das Angebot im Netz ist halt riesig. Dafür sind die Kosten gering und ich erreiche Leser, an die bei einer gedruckten Veröffent­lichung nicht zu denken ist. Für einen Rentner in meinem Alter sind Blogs eine Möglichkeit, um im Freundes- und Kollegenkreis - und etwas darüber hinaus - eine thematisch anregende Diskussion zu führen, ohne reisen zu müssen. Gegenüber einem normalen E-Mail-Dialog erhält das Ganze wesentlich mehr Struktur. Man könnte das Material fast so drucken, aber wozu sollte man das tun? Um es besser zu archivieren? Wohl kaum! Außerdem gingen alle Links verloren. Sie sind mitunter unerlässlich für das Verständnis des Beitrags.

Ich hoffe, dass Sie und ich noch eine Weile Vergnügen an diesem (bescheidenen) Blog haben werden. Mein Interesse hängt stark davon ab, welches Feedback ich bekomme. Das jetzige Niveau reicht zwar schon. Besser werden darf es immer. Jetzt kommt zunächst einmal eine mehrwöchige sommerliche Pause.

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