Donnerstag, 18. September 2014

Unsere Welt erklärt von Peter Scholl-Latour

Beginnend in den 1950er Jahren erklärten das Radio und später das Fernsehen uns das aktuelle Geschehen in der Welt. Davor waren es nur Bücher, Zeitschriften und Zeitungen. Ein Fernseh-Reporter, an den ich mich sehr lebhaft erinnere, war Peter von Zahn. Er berichtete fast jede Woche aus Washington. Später waren es Thilo Koch und Gerd Ruge. Ein anderer Welterklärer, dem ich schon früh immer wieder zuhörte, war der im August verstorbene Peter Scholl-Latour (1924-2014). Nicht nur aufgrund seines Alters galt er als der Nestor der deutschen Auslandskorrespondenten. 

Lebenslauf

Scholl-Latous Leben ist ein wahrer Abenteuer-Roman. Nur so viel: Er wurde 1924 in Bochum geboren. Seine Eltern hatten vor dem ersten Weltkrieg in Zabern (heute Saverne) im Elsass gelebt. Sein Vater war Arzt. Seine Mutter war jüdischer Abstammung. Peter Scholl-Latour wuchs zweisprachig auf. Kurz nach dem Abitur 1943 in Kassel versuchte er sich den jugoslawischen Partisanen anzuschließen, wurde aber in Kärnten abgefangen. Im Gestapo-Gefängnis erkrankte er an Flecktyphus. Kaum genesen, meldete er sich 1945 zu einer französischen Fallschirmjägereinheit in Indochina.

Nach Beendigung des Feldzugs studierte er politische Wissenschaften an der ‚Sciences Po‘ in Paris und promovierte an der Sorbonne. Anschließend studierte er Hoch-Arabisch in Beirut. Über eine Stelle bei der Saarbrücker Zeitung gelangte er in den Stab von Johannes Hoffmann, der einen europäischen Status für das Saarland anstrebte. Nach der Volksabstimmung von 1956, die zum Anschluss an Deutschland führte, ging er zum Westdeutschen Rundfunk (WDR), später zum ZDF. Als erster Leiter des ARD-Studios Paris lernten ihn die meisten Leute kennen. Bei seiner Beerdigung in Rhöndorf ließ er  ̶  wohl zur Erinnerung an seine Jugendzeit  ̶  einen Gregorianischen Choral spielen. 

Seine zwei letzten Bücher 

Ich habe unter anderem das vorletzte und letzte seiner über 30 Bücher gelesen. Das eine kam im Jahre 2012 heraus. Es ist eine Tour d’Horizon, eine Art von Vermächtnis des 87-jährigen Globetrotters, dessen Alter ihn nicht vom Reisen abhielt. Der Titel heißt Die Welt aus den Fugen. Ob beabsichtigt oder nicht, erinnert der Titel an das berühmte Shakespeare-Zitat aus Hamlet (Akt 1, Szene 5) an: The time is out of joint. Das zweite, im September 2014, also posthum erschienene Buch heißt Der Fluch der bösen Tat. Auch dieser Titel lehnt sich an ein Literatur-Zitat an. Dieses Mal ist es Friedrich Schillers Wallenstein (Akt 5, Aufzug 1): Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortwährend immer Böses muss gebären. Auch diesem Buch liegen Augenzeugenberichte des 89-jährigen Privatreisenden zugrunde, etwa in das nordsyrische Kriegsgebiet. 

Anstatt zu versuchen, den Inhalt der beiden Bücher wiederzugeben, will ich nur einige Sichten und Thesen hervorheben, auf die Scholl-Latour immer wieder zurückkam. Er wiederholte sie, obwohl  ̶  oder weil  ̶  sie von der Allgemeinheit, d.h. von der Politik und der meinungsbildenden Presse nicht geteilt wurden. Scholl-Latour wagte es, eine Außenseiter-Meinung zu vertreten. Er stellte dabei eine realistische Betrachtungsweise den idealistischen Wunschvorstellungen vieler Politiker gegenüber. Vor allem räumte er dem Westen nicht das Recht ein, dem Rest der Welt besserwisserisch gegenüberzutreten, und ihm eine Wirtschafts- oder Staatsform aufzudrängen, die dort keine Chancen haben akzeptiert zu werden. Auch wenn die Welt wegen ihrer Multipolarität nicht immer leicht zu verstehen ist, sei dies kein Grund, es nicht zu versuchen. Das Denken in globalen Blöcken und Schwarz-Weiß-Malerei reiche nicht aus. Natürlich könnten auch minimale Kenntnisse der Geschichte einer Region von Nutzen sein. Bei Diplomaten sollte man sie voraussetzen. 

Irak, Iran, Saudi-Arabien und Syrien 

Diese Weltregion lag Scholl-Latour besonders am Herzen. Er sah sie als das größte Problem für den Westen an. Es ist das Stammland des Islam, aber nicht dessen bevölkerungsreichste Region. Das ist Indonesien. Im Nahen Osten (und Nordafrika) verbindet sich politische Instabilität mit einer Explosion der Bevölkerung. Es besteht ein Überdruck verursacht durch den hohen Anteil junger Menschen. 

Das Urereignis zum Verständnis dieser Region (sowie die im Titel des zweiten Buches gemeinte böse Tat) sei 1953 der Sturz Mossadeqs durch Mitwirkung des amerikanischen Geheimdienstes CIA gewesen. Mossadeq hatte es gewagt, die Anglo-Iranian Oil Company zu verstaatlichen und Kontakte zu Moskau aufzunehmen. Nach der Vertreibung des Schahs und der Gründung der islamischen Republik Iran durch Ayatollah Khomeini kam es 1979 zur Besetzung der US-Botschaft in Teheran, die insgesamt 444 Tage andauerte. Jedes dieser beiden Ereignisse hätte sich bei der betroffenen Nation als eine Art Trauma im kollektiven Gedächtnis eingeprägt. Zwischen 1980 und 1988 kam es zum ersten so genannten Golfkrieg, in dem Saddam Hussein mit Unterstützung des Westens dem Iran sehr große Verluste zufügte. Als der Irak dann das reiche Ölland Kuweit überfiel, wurde er 1991 zum ersten Mal von den Amerikanern und ihren Verbündeten besiegt. Im dritten Golfkrieg von 2003 bis 2007 fanden Saddam Hussein und seine Baath-Partei schließlich ein trauriges Ende. 

Während der Iran sich langsam erholte und stabilisierte, blieb der Irak ein Krisenherd. Schuld dran seien die Amerikaner gewesen, die dem Land Wahlen verordneten. Die Wahlen zerrissen das Land entlang ethnischen und religiösen Grenzen. Die Mehrheit der Schiiten erreichte eine Aussöhnung mit dem schiitischen Nachbarn Iran und unterdrückte die Minderheit der Sunniten. Es kam zu einer de facto Loslösung des kurdischen Nordens. Die Rivalität von Schiiten und Sunniten sei deshalb so gefährlich, weil in Wirklichkeit ein regionaler Konflikt um die Vorherrschaft am Persischen Golf zwischen Iran und Saudi-Arabien dahinter stecke. Bei den Saudis existiere eine extreme Form der Sunniten, Wahhabiten genannt. Nicht nur finanzierten Wahhabiten ‚Gotteskrieger‘ wie die Al Qaida, sie behandeln in ihrem Lande Frauen und Nichtgläubige auf eine Art und Weise, dass dem gegenüber der Iran geradezu ein ‚demokratischer und toleranter Staat‘ sei. Im Iran seien an den Universitäten mehr Frauen als Männer. 

Syrien unter Hafez al Assad schlug sich auf die Seite des Iran und suchte die Verbindung mit Moskau. Diese Orientierung hat sein Sohn Bashar beibehalten. Die Mehrheit des Landes sind Sunniten, mit einer zahlenmäßig schwachen Minderheit der Alawiten. Assad als Alawit kann sich nur dank der Unterstützung seiner Verbündeten an der Macht halten. Nach dem Ausbruch des ‚Arabischen Frühlings‘ in Nordafrika habe der Westen in Syrien einen Aufstand gegen Assad ‚herbeigewünscht‘. Der Aufstand brach nicht in der Hauptstadt des Landes aus wie in den andern Ländern, sondern an der Grenze zu Israel. Von dort  aus pflanzte er sich nach Norden bis nach Aleppo fort. Obwohl ursprünglich auch von Saudis unterstützt, schwächele er inzwischen, da radikale Kräfte, die sich als ‚Islamischen Staat‘ (IS) bezeichnen, die Oberhand gewannen. Bei der IS sammeln sich todesbereite Veteranen aus früheren Kämpfen, so aus Afghanistan, Kaschmir, Libyen und Tschetschenien. Wie das verkündete neue Kalifat aussehen soll, kann sich niemand vorstellen. Diese Gruppe provozierte die Weltöffentlichkeit durch Angriffe auf christliche Minderheiten und die öffentliche Hinrichtung westlicher Journalisten. [Dazu sei bemerkt: Das bewegte Präsident Obama und die USA zum verstärkten Eingreifen und zur Bildung einer Gruppe von Verbündeten. Es gehören alle Parteien dazu außer Assad und Iran.]

Scholl-Latour sah die Politik des Westens als scheinheilig an. Obwohl Barack Obama versucht hatte eine Brücke zur arabischen Welt zu bauen (durch seine Rede in Kairo) und mit Iran ins Gespräch kommen wollte, sei dies bis heute gescheitert (oder verhindert worden). Stattdessen erfolgten Waffenlieferungen an Staaten wie Saudi-Arabien und Katar. In Katar wird eine schiitische Mehrheit von einer sunnitischen Herrscherfamilie unterdrückt. Sollte Assad gestürzt werden, gehe der letzte säkulare Staat der Region unter. Die Folgen für christliche Minderheiten wie Chaldäer und Maroniten seien katastrophal. Dass Saudis, USA und Israel gegen Assad seien, um eine Ausbreitung des iranischen und russischen Einflusses zu stoppen, sei eine Rechnung, die nicht aufgehen wird. Scholl-Latour schreibt dazu: 

Viele in Europa nehmen an, hinter dem Konflikt von Syrien steht der Ruf nach Freiheit und Menschenrechten. Das ist Unsinn. Bei diesem Konflikt geht es um die Frage, ob die Iraner eine Verbindung zum Mittelmeer bekommen und zwar über Irak, Syrien und den Libanon. Dies bildet den Hintergrund der Aktionen gegen den syrischen Präsidenten.


Israel und Palästina 

Es ist Israels Schicksal, dass es in eine Krisenregion eingebettet ist. Laut Scholl-Latour werden jedoch seine Probleme oft überbewertet. Die Hamas im Gaza-Streifen sei zwar lästig, aber an sich keine Gefahr. Anders sei es mit der Hisbollah im Libanon. Das seien Schiiten, die vom Iran ausgebildet und unterstützt werden. Solange Assad an der Macht ist, seien Israels Bedrohungen an der Libanon-Front wie an den Golan-Höhen jedoch gering. 

In der Westbank, also dem Transjordan-Gebiet, wohnen inzwischen 250.000 Israelis. Sollte es einmal einen eigenen Staat für die Palästinenser geben, dann wäre es ein wahrer Flickenteppich. Die Gefahr eines Atomkriegs mit dem Iran würde absichtlich hochgespielt, sowohl von Israel wie von den USA. Er wäre kollektiver Selbstmord, unabhängig davon, was der Hitzkopf Ahmadinedschad sagte. Entscheiden würden schließlich die Mullahs. Die möchten überleben. Israel und die Saudis fühlten sich von Obama hintergangen, weil er mit Iran reden will. Wenn Deutschland Israel U-Boote liefert, müssen wir davon ausgehen, dass sie mit Atomraketen bestückt im Indischen Ozean operieren. 

Ägypten, Tunis, Libyen 

Den so genannten ‚Arabischer Frühling‘, der In Tunesien seinen Anfang nahm, sieht nicht nur Scholl-Latour als gescheitert an. Dass die jungen Computer-Freaks auch Wahlen organisieren und gewinnen könnten, war eine Illusion, der man im Westen anhing. Bei freien Wahlen war mit dem Erstarken der Muslim-Brüder und der Salafisten zu rechnen. Die Salafisten werden von Saudi-Arabien aus unterstützt, da die Muslim-Brüder den Saudis als zu liberal gelten. Der Aufstand am Tahrir-Platz in Kairo sei offensichtlich vom Militär geduldet gewesen, um Mubarak los zu werden. Da die Muslim-Brüder die Wahl gewannen, aber später das Land entzweiten und den Tourismus zum Erliegen brachten, war nicht gewollt. Die Armee unter General Abd al-Fattah as-Sisi hat inzwischen das Wahlergebnis korrigiert.  

Libyens Muammar al-Gaddafi war zu Kreuze gekrochen, als er sah, was mit Saddam Hussein geschah. Später nutzte das ihm auch nichts. England und Frankreich fielen in die Rolle früherer Kolonialmächte. Im Unterschied zum Suez-Abenteuer von 1956 hatten sie dieses Mal die USA im Rücken. Deutschland sonderte sich jedoch ab. Heute versinkt das Land in Stammeskriegen. 

Türkei und Kurdistan 

Atatürk hatte dem Land eine laizistische Verfassung aufgezwungen und dem Militär die Aufgabe zugewiesen, nicht nur über die Landesgrenzen sondern auch über die Verfassung zu wachen. Während des Kalten Krieges war das Land ein wichtiger Partner am NATO-Südflügel. Die Türkei ist heute wieder wichtig für den Westen, allerdings an der syrischen Grenze. Recep Tayyip Erdogan ist dabei aus dem Schatten Atatürks herauszutreten. Das betrifft die Rolle des Militärs und die Haltung zum Islam. Er entmachtete die in den USA ausgebildeten Offiziere und ließ neben dem Mausoleum Atatürks eine Moschee bauen.  

Da die EU den seit 1987 vorliegenden Aufnahme-Antrag unbearbeitet lässt, orientiert sich Erdogan nach Osten um. Er hat den Kampf gegen die Kurden im eigenen Land heruntergefahren und sieht dem Entstehen eines Kurdenstaates im Irak entgegen. Er lässt die USA hängen, die zum Eingreifen gegen Assad drängen. Würde er dies tun, indem der die Grenzen der Türkei für die IS-Gotteskrieger öffnet, könnte dies ihm teuer zu stehen kommen. 

Afghanistan und Pakistan, China und Russland 

Obwohl die Welt wusste, wie es Engländern und Russen in Afghanistan ergangen war, versuchte die NATO in den Schluchten des Hindukusch der aus Saudi-Arabien und Ägypten stammenden Hintermänner des 9/11-Attentats habhaft zu werden. Nach 10 Jahren fand man schließlich Osama bin Laden, allerdings in Pakistan. Al Qaida hatte sich längst nach Jemen und Somalia verlagert. In Afghanistan wird wieder mit Opium Geld verdient, wie eh und je. 

Für den Westen ist Pakistan gefährlicher als Iran. Pakistan hat einen starken schiitischen Bevölkerungsanteil, und besitzt bereits die Atombombe. In wessen Hände sie gelangen kann, ist offen, sollte das Militär einmal die Kontrolle verlieren. Kein Land der Welt, das über Atombomben verfügt, ist zur Abrüstung bereit. 

Chinas Aufstieg ist phänomenal, seit Deng Xiaoping das Reichwerden wieder erlaubte. Die Minderheiten in Tibet und Sinkiang werden von Han-Chinesen an die Wand gedrückt. Dass China sich vom Westen belehren ließe, auf diese Idee kann nur jemand kommen, der nichts über China und Chinesen weiß. Ihre historischen Erfahrungen machten sie skeptisch gegenüber allen Annäherungsversuchen von Westlern. 

Innerhalb Russlands gilt Gorbatschow nicht als Held. Putin sähe es als seine historische Aufgabe an, Russland wieder den Rang einer Großmacht zu verleihen. Die EU und die USA hintertrieben seine Idee einer eurasischen Union. Scholl-Latour sieht darin ein rein defensives Bündnis. Durch die Ausbreitung von NATO-Fähigkeiten nach Polen und in die baltischen Länder habe die USA ihren ‚Cordon sanitaire‘ vergrößert. Man könnte es den Russen nicht verübeln, das gleiche zu tun. Wovor Putin wirklich Angst haben müsste sei der Tag, an dem die NATO Afghanistan räumt. Die wahre Gefahr drohe nämlich vom Islamismus in GUS-Ländern wie Usbekistan, Tadschikistan und dem Fergana-Tal. Für ihn sei ‚Putin-Versteher‘ kein Schimpfwort. Es sei die Pflicht eines jeden Außenpolitikers, die Motive der Staatenlenker zu verstehen. 

Europa, USA und übrige Weltregionen 

Dass Victoria Nuland, die amerikanische Europa-Expertin, für die EU nur geringe Achtung habe, sei nicht verwunderlich. Ihr Zitat ‚Fuck the EU‘ fiel im Hinblick auf das Engagement in der Ukraine. Nicht nur Amerikaner sind unzufrieden mit dem Personal der EU, sowie mit der teilweise sehr unklaren Politik. Dass die Amerikaner sich in der Ukraine einmischen, muss man nicht gutheißen. Mit asymmetrischen Kriegen wird keiner fertig. Dass Putin sie sich zunutze macht, darf uns wundern, nicht jedoch ratlos machen. 

Mit Airbus und Euro hat Europa dazu beigetragen, die USA zu schwächen. Wenn amerikanische Käufer heute glauben, dass alles Minderwertige aus China und alles Wertvolle aus Europa käme, dann stimmt dies eventuell bei physikalischen Gütern. [Dazu möchte ich anmerken: Europa und Asien importieren ihre nicht-physischen Güter jedoch vorwiegend aus den USA. Dazu gehören Musik, Filme, Entwürfe, Baupläne und Software. Mit ihnen lässt sich auch Geld verdienen  ̶  entgegen der Meinung moderner Freibierdenker.] 

Brasilien und Indien sind Aufsteiger im Welthandel. Sie besitzen außer ihrer Land- und Bevölkerungsmasse auch Rohstoffe und Intelligenz. Ihr neu erworbener Stolz zeigte sich, als Brasiliens Präsident Lula da Silva nicht aufstand, als bei einer Konferenz der US-Präsident den Raum betrat. ‚Bei mir steht auch niemand auf‘ bemerkte er. Auch Indonesien verfügt über ein großes Potenzial. Bei vielen nicht genannten Ländern stehen die Dinge teilweise schlechter. 

Bewertung und Einordnung 

Ein älterer Mensch, der immer predigte, darf dies auch im biblischen Alter. Dass er sich dabei hin und wieder wiederholt, ist kein Unglück. Das Buch liest sich dann halt etwas schneller. Scholl-Latours Meinungen sind nicht aus der Luft gegriffen. Sie sind wohl überlegt und begründet. Meistens bemühte er sich vor Ort, also im Krisengebiet, beide Seiten zu hören. 

Jetzt wo er tot ist, wird er nicht mehr erleben können, bei welchen Aussagen er Recht behielt. Niemand ist gezwungen, ihm zu glauben. Da wo seine Meinung vom ‚main stream’ abweicht, regt sie zum Nachdenken an. Entwicklungen in der Politik sind nicht alternativlos oder vom Schicksal vorher bestimmt. Wie beim Entwurf technischer Güter oder Leistungen, ist es mal leichter, mal schwieriger, diskussionswürdige  Alternativen zu finden. Dennoch lohnt es sich fast immer, sie zu suchen.

1 Kommentar:

  1. Gestern veröffentlichte DIE WELT ein Organigramm des Islamischen Staates. An der Spitze steht als Kalif der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi. Sein Stellvertreter im Irak heißt Abu Muslim al-Turkmani. In Syrien sei es Abu Ali al-Anbari. Ein Beraterstab, auch als Kabinett betrachtet, hat sieben Mitglieder. Außerdem gibt es ein Kriegsbüro, einen Führungsrat und einen Schura-Rat, sowie fünf Gouverneure für die Provinzen Syriens. Der Führungsrat sei für Gesetze und Strategien zuständig, der Schura-Rat für religiöse und militärische Angelegenheiten.

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