Montag, 26. Dezember 2016

Bilder und Gedichte zur Weihnachtszeit

Wie im letzten Jahr so soll auch dieses Mal das Blog-Jahr mit Lyrik beendet werden. Waren es damals Joachim Ringelnatz und mein Enkel, die mich inspirierten bzw. überraschten, so sind jetzt mehrere Brieffreunde einschlägig tätig gewesen. Einige haben mich statt auf Gedichte auf schöne Bilder hingelenkt. Im Folgenden ist nur eine kleine Auswahl der mir gesandten Post wiedergegeben.


(Von Informatiker aus St. Leon-Rot)

The Weihnachtszeit

When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When is Glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit

Every Parkhaus ist besetzt,
Weil die people fahren jetzt,
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.

Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls...



(Von Geodät aus Bad Honnef)

Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And then jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.
Mama finds unter the Tanne
Eine brandnew Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips and Socken,
Everybody does frohlocken.
President speaks in TV,
All around is Harmonie,

Bis mother in the kitchen runs:
Im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr
With tatü tata daher,
And they bring a long, long Schlauch
And a long, long Leiter auch.
And they schrei - "Wasser marsch!",
Christmas now is in the arsch.

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits.

(Text: Wolfgang Hofer, mit Musik von Udo Jürgens 2003 veröffentlicht "Merry Christmas allerseits"; übersandt von Chemiker aus Karlsruhe)



(Von Geodät aus Bitburg/Eifel)


Gebet des Pfarrers von St. Lambert, Münster,
aus dem Jahre 1883:

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
Und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
Und auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
Und erinnere die Männer an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
Und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute
Die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden gute Deutsche
Und den Deutschen eine gute Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen
... Aber nicht sofort.

(Übersandt von Informatiker aus Darmstadt)



(Von Informatiker aus Stuttgart)

Wünsche an 2017

Goldne Gingkoblätter decken
im November unsren Garten.
Doch in roten Knospen stecken
Triebe, die auf Sonne warten.
Wolln wir hoffen, dass wir alle
gut durch diesen Winter leben
und das Frühjahr mild ausfalle.
Wärme soll der Sommer geben.
Ist dann auch der Herbst bereit,
goldne Tage uns zu schenken,
werden wir voll Dankbarkeit
an 2017 denken.

(Übersandt von anderem Informatiker aus Stuttgart)



(Von einer Buchdruckerei in Neuerburg/Eifel)


Hier das _Weihnachtsgedicht 2016_vom Enkel Marcus
(inzwischen 19 Jahre alt)

Zur Form: Die Wirkung hängt stark von der Betonung ab. Ich habe versucht diese durch Zeilenumbrüche in etwa darzustellen, aber vielleicht wäre es auch besser, wenn ich die zu betonenden Reimketten farblich markiere. Im Zweifelsfall kann man es aber auch sehr schnell lesen, dann klingt es auch rund, wie es sollte. 😉 Zum Inhalt: Mir ist bewusst, dass es sich um ein komplexes Thema handelt, das sich nicht in einem kleinen Gedicht abhandeln lässt, mir ging es nur um einen Aspekt.

Zweitausendsechzehn
Ein Haufen Pechsträhn'
Zwischen lauten Rechten
Die draußen hetzen
Hinter aufgesetzten
Masken hassen Massen,
Rassen, Religion und Kultur.
Und das endet nicht Silvester um null Uhr.
Das nächste Jahr wird ähnlich.
Hämisch verachten,
mit wenig bedachten
hohlen Parolen
besorgte Bürger das Fremde.



(Hirtenspiel in Oregon)

Aber was ist fremd?
Die Art und die Bräuche?
Die Sprache der Leute,
Die Farbe und Bräune
Von Haare und ...

Heute bräuchte solche
Abgrenzung nicht existieren.
Doch mit "Brexit" zieren
Zeitschriften ihre Titelseiten
Bis diese für das Trump-Kapitel weichen,
reichen Hofer und Afd nicht?
Muss das zaghafte Teelicht
der Vernunft, in Zukunft ewig, 
rechten Stürmen standhalten, 
Die das Land spalten?

Erdogan, Front National, IS, Putin...
Die Welt kommt vom rechten Pfad ab,
oder vielmehr auf dem rechten Pfad an, 
ratsam, Satan
nicht an die Wand zu malen,
Anstand zu wahren und stark betroffen,
auf bess're Tage hoffen,
dennoch bleibt die Frage offen,
warum wir uns von Artgenossen 
überhaupt abgrenzen? Bremsen?
Angst vor Veränderung und
Angst vor Identitätsverlust, die Lebenslust?
Ändert sich Kultur nicht täglich?
Regt sich nicht stetig etwas Neues,
freut es nicht auch, 
vom häuslichen Brauch mal abzuweichen
Und jenen, die man für den Einheitsdrang
begeistern kann sei gesagt: der Weihnachtsmann
trägt doch erst seit Coca Cola rot.



(Bayrischer Himmelsbote)

Lodernd tobt die Debatte 
um Kultur und Verfremdung.
Sendung über Sendung 
versucht den Weg zu weisen,
doch entgeht den Meisten.
Es geht nur um ein Lebenszeichen,
um die Gelegenheiten,
in denen wir mittels kleiner Gesten zeigen,
wie dankbar wir jenen sind, 
die uns stets begleiten,
sie teilen unsere Ziele und Träume,
ob Familie ob Freunde
Oder entfernte Verwandte.
Ob langjährige Weggefährten
oder eben kennengelernte Bekannte.
Jeder. der es wert ist erwähnt zu werden,
jedem, dem ich von Herzen danke.

Kultur hat viele gute Seiten,
und einen ander'n Sinn.
Sie sollte uns zusammenhalten
und nicht auseinander bringen.

Und egal, 
ob es nun Hanukkah, Thanksgiving
oder Weihnachten heißt,
Hauptsache es gibt Geschenke.


(Bäume aus NRW und Virginia)

1 Kommentar:

  1. Otto Buchegger aus Tübingen schrieb:

    Mein Lieblingsgedicht: Lametta
    https://www.festpark.de/folio/1622-lametta

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