Donnerstag, 14. Juni 2018

Allgemeiner Wahnsinn befällt die Menschheit – Apokalypse nach Peter Hiemann

Zweihundert Jahre nach der Geburt von Karl-Marx sind eschatologische Betrachtungen wieder en vogue. Mein Freund Peter Hiemann wurde zu einer solchen Betrachtung angeregt, die er mit ‚Geister, Gespenster und Monster heute‘ überschrieb. 

Die Endzeit der Menschheit, die Apokalypse, hat alle Kulturen beschäftigt. Sie spielt im Gilgamesch-Epos aus Mesopotamien ebenso eine Rolle, wie in der Offenbarung des Johannes, bei Karl Marx und in modernen Zukunftsvisionen. Nicht nur kämpfen dann Gutes gegen Böses, sondern dem Menschen freundlich gesinnte Geister gegen Dämonen und Unheil bringende Mächte.

Trotz intensiver Bemühungen meinerseits ließ Peter Hiemann (peter.hiemann@gmail.com) sich weder von der Sicht noch von der Wortwahl abbringen. Ich stelle seinen Text den Lesern zur Verfügung, hoffend, dass er eine Diskussion auslöst.

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Kommentare:

  1. Den Begriff ‚Allgemeiner Wahnsinn‘ möchte ich sowohl etymologisch wie medizinisch kurz beleuchten.

    Das Wort „Wahnsinn“ ist eine Rückbildung des 18. Jahrhunderts aus dem Adjektiv 'wahnsinnig‘, das schon im 15. Jahrhundert nachweisbar ist. Vorbild war das Wort „wahnwitzig“. Es bedeutet ‚ohne Sinn‘ (vgl. lat. vanus, engl. waning). Als Synonyme gelten die Begriffe „verrückt“ und „irrsinnig“.

    Medizinisch ist ein Wahn meist rasch erkennbar und relativ sicher von anderen Symptomen zu unterscheiden. Es gibt jedoch keine allgemein anerkannte Definition. Am gebräuchlichsten ist die Formulierung: ‚Wahn ist die krankhaft entstandene Fehlbeurteilung der Realität.‘ An dieser Fehlbeurteilung wird mit absoluter Gewissheit und unkorrigierbar festgehalten, selbst wenn sie im Widerspruch zur Wirklichkeit, zur eigenen Lebenserfahrung und zum Urteil gesunder Mitmenschen steht.

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  2. ‚Gefährlich ist’s den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn; jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn.‘ So schrieb Friedrich von Schiller (1759-1805) 1799 in seinem Gedicht ‚Das Lied von der Glocke‘. An diese Worte werde ich beim Lesen von Hiemanns Text erinnert. Schiller bezog sich wahrscheinlich auf die von Menschen verübten Gräueltaten während des 30-jährigen Krieges. Seither gab es die Französische Revolution, die Kolonialkriege in Afrika und Asien, die Balkankriege, den Nationalismus, den Kommunismus, die zwei sogenannten Weltkriege, den Korea-, den Vietnam- und den Syrienkrieg, usw. Aber auch ohne Krieg können Menschen sich gegenseitig quälen und bedrohen. Da fallen einem die Flüchtlingsboote im Mittelmeer ein oder die Giftgaswolken um chemische Fabriken oder der Plastik im Ozean. Diese Probleme schufen wir Menschen uns selbst, und zwar im Glauben etwas Gutes zu tun.

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