Mittwoch, 20. November 2013

Kaiser Karls Jugend im Frankenreich

Karl der Große (748-814) starb vor nunmehr 1200 Jahren. Da seine Figur für Historiker und für viele andere Leute eine starke Anziehungskraft ausübt, nimmt sich der Büchermarkt dieses Themas gerne an. Allein auf iBooks gibt es zwölf Biografien, die Hälfte davon frisch aus der Presse. Eine der Besonderheiten des großen Karls ist, dass Deutsche und Franzosen jeder ihn gerne für sich vereinnahmen möchte. Auch dieser Blog hat sich ihm bereits genähert, indem er Alchwin von York, seinem als Kulturminister anzusehenden Berater, einen Eintrag widmete. Heute möchte ich mich mit Karl selbst beschäftigen. Um den vielen verfügbaren Biografien nicht zu sehr in die Quere zu kommen, werde ich mich auf seine Jugend konzentrieren. Es sind dies die 20 Jahre zwischen 748 und 768, also von seiner Geburt bis zum Tode seines Vaters Pippin dem Jüngeren (714-768).

Geburtsjahr und -ort

Als sein Geburtstag gilt der 2. April. Lange waren sich die Historiker bezüglich des Geburtsjahrs nicht einig. Es wurden Daten zwischen 743 und 748 für möglich gehalten. Inzwischen hat man sich auf 748 geeinigt. Als ein Beweis gilt eine Urkunde aus Paris, in der festgehalten wurde, dass der siebenjährige Karl seinen Vater begleitete, als dieser im Jahre 755 anlässlich der Überführung der Gebeine des Hl. Germanus in  Paris weilte. St. Germain des Prés, so heißt heute noch ein bekannter Stadtteil von Paris (und eine Fußballmannschaft). Karl hatte einen drei Jahre jüngeren Bruder mit Namen Karlmann.

Der Ort seiner Geburt ist in den zeitgenössischen Biografien nicht vermerkt. Da sein Vater Pippin sich im Frühjahr des Jahres 748 in seiner Pfalz in Düren aufhielt, spricht vieles für Düren. Ich erinnere mich, irgendwo gelesen zu haben, dass er in Mürlenbach in der Eifel geboren sei. Das ist nicht allzu weit von Düren entfernt. Als anderer Geburtsort kommen andere Pfalzen Pippins in Frage. Genannt werden St. Denis, Compiègne und Soissons. Weder die sehr bekannte Pfalz der Karolinger in Ingelheim gilt als Kandidat, noch eine der etwa 50 anderen.

Sehr interessant fand ich den Hinweis in einer der neueren Biografien (J. Fried), dass seine Muttersprache Moselfränkisch gewesen sei (was eine Gemeinsamkeit mit diesem Autor bedeuten würde). Sofern das stimmt, gibt das Anlass für eine Reihe von Spekulationen. Seine Mutter war Bertrada die Jüngere (725-783). Sie war eine Tochter von Heribert von Laon. Wo genau dieser Zweig der Familie wohnhaft war, ist nicht belegt. Jedenfalls ist besagter Heribert zusammen mit seiner Mutter Bertrada der Älteren in der Gründungsurkunde des Klosters Prüm in der Eifel vermerkt. Bertrada die Ältere ihrerseits war eine Tochter der Irmina von Ören, der Gründerin des Klosters Echternach. Zwei Erklärungsmöglichkeiten bieten sich an. Entweder wurde Karl von Frauen (oder Männern) mit Abstammung in Luxemburg oder der Eifel erzogen, oder Moselfränkisch hatte einen wesentlich größeren Verbreitungsbereich als heute. Heute wird Moselfränkisch nur noch in Luxemburg und den angrenzenden Eifel- und Moselkreisen gesprochen.

Ausbildung und Kenntnisse

Ursprünglich im Nordwesten Germaniens zuhause hatten die Franken seit dem 5. Jahrhundert das Gebiet zwischen Trier und Paris besiedelt. Mit geschätzten 200.000 Angehörigen bilden sie fortan die militärisch starke, aber ungebildete Oberschicht in einem Gebiet mit etwa zwei Millionen gallisch-römischen Einwohnern. Unter den Königen aus dem Geschlecht der Merowinger (Childerich, Chlodwig) übernahmen sie alsbald die Verwaltungs- und Ordnungsfunktion der Römer. Beginnend mit Karl Martell (688-741), dem Vater Pippins, ging die politische Macht von den Merowingern zunächst als Hausmeier, dann als Könige, auf die nach ihm benannten Karolinger über. 

Karls Jugend spielte sich vorwiegend in den königlichen Pfalzen ab. Mindestens zwei Mal, wenn nicht vier Mal pro Jahr wechselte der Hofstaat seine Residenz. Mehr als tausend Menschen brachen mit Ochsenwagen auf und verlegten ihren Wohnsitz immer dann, wenn sie alle Vorräte verzehrt, die Wege ruiniert und die Abwässer verschmutzt hatten. So wurde nicht nur die Belastung etwas verteilt, sondern auch die Kontrolle des weit verzweigten Gebietes verbessert. An die Orte, zu denen der Hof nicht umziehen konnte oder wollte, wurden jährlich Inspektoren geschickt, so genannte Königsboten.

Karl soll von einer Amme bis zu seinem dritten Lebensjahr gesäugt worden sein. Er lernte Grundbegriffe von Philosophie, katholischer Theologie und Rhetorik, etwas Physik, Mathematik und Astronomie. Vor allem lernte er Latein lesen und verstehen. Er konnte es jedoch nie (schön) schreiben. Dafür seien seine Hände zu ungeschickt gewesen. Diese benötigte er nämlich für wichtigere Aufgaben. Er benötigte sie, um mit Schwert, Axt und Lanze zu kämpfen, mit Pfeil und Bogen zu schießen und einen Speer zu werfen. Die Jagd auf Großwild (Rehe, Hirsche, Wildschweine) war nicht nur Privileg, sondern Pflicht eines jeden Adeligen. Karl soll ein guter Reiter gewesen sein und gern und viel geschwommen haben.

Aussehen und Charakter

Karl beeindruckte seine Zeitgenossen mit seiner Größe und Körperstärke. Er soll 1,90 Meter groß gewesen sein, was zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich war. Die meisten Bilder, die von ihm existieren, stammen aus späteren Jahrhunderten. Sie sind offensichtlich in einem entscheidenden Punkte falsch. Im Gegensatz zu Fürsten seiner Zeit habe er keinen Vollbart getragen. In Anlehnung an den von ihm verehrten Theodorich von Ravenna trug er einen Oberlippenbart. Alle zeitgenössischen, sonst jedoch ungenauen Bilder auf Münzen bestätigen diesen Sachverhalt.

 Silber-Denar aus Frankfurt

Über seinen Charakter gibt eine Episode Auskunft, die in der Gründungsgeschichte des Klosters Tegernsee in Bayern überliefert ist. Karls Name wird zwar nicht genannt, aber alles deutet auf ihn.

Die Sage berichtet, dass der Sohn des Frankenkönigs [Pippin] den Sohn Oatkars aus Wut beim Schachspielen mit dem Schachbrett erschlug. Pippin  ̶  obwohl er der mächtige Frankenkönig war  ̶ fürchtete dennoch die Rache der Sippe der in Bayern und Burgund begüterten und mächtigen fürstlichen Brüder. Bevor nun Oatkar von dem Verbrechen überhaupt erfuhr, rief Pippin ihn und seinen Bruder Adalbert zu sich und fragte listig scheinbar um Rat: „Ratet mir, was würdet ihr tun: Wie würdet Ihr einem schrecklichen Übel begegnen, wenn es nun nicht mehr zu ändern ist“ Beide Brüder entgegneten „So ein schreckliches Übel müsste man gottergeben und mit Gleichmut hinnehmen.“ Da erst eröffnete ihnen der schlaue Pippin, was geschehen war. Da nun die beiden Brüder nicht gegen ihren eigenen Ratschlag zu Gewalt und Waffen greifen konnten, sahen sie sich gezwungen, diesen Mord hinzunehmen. Oatkar, der unglückliche Vater schwieg also trotz Wut, Schmerz und Trauer. Er beschloss aber, zusammen mit seinem Bruder Adalbert der Welt den Rücken zu kehren. So kam es, dass die beiden Brüder in ihrem Stammland, dem bayerischen Sundgau ein Kloster …gründeten, wohin sie sich zurückzogen. Die Szene mit den schachspielenden Fürstensöhnen war noch lange auf einem großen Tafelbild in der Egerner Kirche zu sehen.

Das Ereignis wird auf die Jahre 760-762 datiert, also in Karls Pubertätszeit. Wenn es historisch ist, könnte es belegen, dass Karl eine mögliche Veranlagung zum Jähzorn später besser im Griff hatte. Die genannten Brüder gehörten zu dem bayrischen Geschlecht der Agilolfinger, auf die ich später noch zurückkomme.

Obwohl Karls Beziehungen zu Frauen vielfach thematisiert wurden, sei hier erwähnt, dass er das erste Mal mit 15 Jahren heiratete. Seine Frau Himiltrude gebar einen Sohn, Pippin mit Namen. Später gelang es seiner Mutter Bertrada eine politisch motivierte Ehe zu vermitteln. Sie betraf Gerperga, die Tochter des Langobarden-Herzogs Desiderius in Pavia. Karl verstieß sie nach einem Jahr. Insgesamt hatte Karl vier Ehefrauen und vermutlich ebenso viele Konkubinen. Er soll 16 oder 18 Kinder gehabt haben.

Erlebte Weltpolitik

Karls Vater legte großen Wert darauf, seine Söhne früh mit ihren späteren politischen Aufgaben vertraut zu machen. Zwar war Karl noch zu jung, um es bewusst zu erleben, als Pippin sich 751 in Soissons von fränkischen Würdenträgern auf den Schild erheben ließ. Als drei Jahre danach Papst Stephan II. ins Frankenreich (nach Ponthion bei Reims) kam, um Hilfe gegen die Langobarden zu erbitten, wurde er zum direkten Beteiligten. Der Papst vollzog die Salbung zum König an Pippin, seiner Frau und seinen Söhnen, und ernannte seine Familie zu den Schutzherren der römischen Kirche. Pippin zog schließlich im Jahre 755 gegen die Langobarden unter Aistulf zu Felde, der seinen Vater Karl Martell als Sohn adoptiert hatte. Er bewog ihn, sich mit dem Papst zu arrangieren. Pippin schenkte daraufhin das strittige Gebiet zwischen Ravenna und Rom an den Papst. Diese Pippinische Schenkung bildete für die kommenden Jahrhunderte die Basis des päpstlichen Territorialbesitzes, auch Kirchenstaat genannt. Als der Nachfolger Aistulfs auf dem Thron der Lombardei, Desiderius von Brescia, diese Vereinbarungen brach, sah sich Karl 773 gezwungen, Pavia anzugreifen und zu belagern. Er nahm Desiderius, der zwischenzeitlich sein Schwiegervater war, zwar gefangen, schenkte ihm aber das Leben.


Frankenreich um 800

Ehe Pippin das dem Papst gegebene Versprechen einlösen konnte, musste er erst mit einem von seinem Vater ererbten Problem fertig werden. Allgemein gilt 732 als das Jahr, als das Abendland dem Ansturm der Araber Halt gebot. Zwar gelang es Karl Martell mit Hilfe der Burgunder und Langobarden eine Vorhut der Muslime daran zu hindern, das Grab des Hl. Martin in Tours zu schänden. Ihre Angriffe ließen jedoch nicht nach. Erst Pippin gelang es 759 durch die Eroberung von Narbonne die Araber hinter die Pyrenäen zu drängen. Auch Karl zog es über die Pyrenäen, wo er am Pass von Roncevalles 778 seinen Gefährten Roland verlor.

Süddeutsche und andere Beziehungen

Außer den Sarazenen und den Langobarden im Süden Europas hatten die Franken noch drei Feinde im Osten, nämlich die Alemannen, Bayern und Sachsen. Da die Sachsenkriege zum Schullehrstoff der später von Preußen beeinflussten Gebiete Deutschlands gehörten, will ich nur auf Alemannen und Bayern kurz eingehen. Die Alemannen waren bereits für die Römer sehr lästig. Von dem Merowinger Chlodwig konnten sie – wie er meinte – nur mit Hilfe des Christengotts 496 in der Schlacht bei Zülpich besiegt werden. Da sie keine Ruhe ließen, wurde ihr Gebiet als selbständiges Herzogtum aufgelöst und als Grenzmark besetzt. Im sogenannten Blutgericht zu Cannstatt im Jahr 746 hat Karlmann, Pippins Bruder, fast die ganze Führungsschicht der Alemannen getötet. Niemand spricht gerne noch darüber.

Das Verhältnis zu den Bayern gestaltete sich weniger schwierig. Sie behielten ihren Herzog, dessen Familie sich mit den fränkischen Herrschern verschwägerte. Die bereits erwähnten Agilolfinger, die in Regensburg residierten, ließen ihre Kinder am fränkischen Hof erziehen. Erst unter Karl dem Großen gab es Ärger. Er musste 787 gegen Tassilo III. ins Feld ziehen und besiegte ihn unweit von Augsburg auf dem Lechfeld. Tassilo wurde gefangen genommen und 788 in Ingelheim wegen Untreue zu Tode verurteilt. Karl begnadigte ihn und verbannte ihn in ein Kloster. Beim Lechfeld denkt man heute lieber an eine Schlacht zwischen Otto I. und den Ungarn im Jahre 955.

Über die Beziehungen Pippins zu Ost-Rom ist wenig bekannt. Er dachte aber darüber hinaus. Im Jahre 765, also drei Jahre vor seinem Tod, schickte Pippin eine Gesandtschaft zu dem Kalifen nach Bagdad. Das Ergebnis ist nicht bekannt. Viele Jahre später (801) kam ein Elefant als Geschenk des Sultans Harun-al-Rachid nach Aachen.

Ausblick und Nachwirkung

Das Frankenreich nahm erst nach dem Tode von Karls Bruder Karlmann im Jahre 771 die in der Karte gezeigte geschlossene Form an. Nicht nur die Franzosen, deren Sprache er nicht sprach, auch alle deutschen Stämme haben sich mit Karl versöhnt. Als der Sachse Otto I. (912-973) Kaiser wurde, eilte er zu Karls Grab in Aachen, um ihm seine Reverenz zu erweisen. Otto III., sein Enkel, tat dasselbe. Später wurden die deutschen Könige Jahrhunderte lang in Aachen gekrönt. Friedrich Barbarossa (1122-1190), ein Nachfahre der Alemannen, ließ Karl heilig sprechen. Der Luxemburger Heinrich VII. (1278-1313) unternahm die seit Karl übliche Romfahrt, um den Titel des Römischen Kaisers zu erwerben. Er kehrte nicht zurück.

Im Jubiläumsjahr 2014 wird es viele Veröffentlichungen über Karl und Erinnerungen an ihn geben. Seine Persönlichkeit war derart facettenreich, dass deren Autoren so schnell nicht der Stoff ausgehen dürfte.


Nachtrag vom 22.11.2013: Literatur über Karl den Großen

Auf Wunsch eines einzelnen Lesers gebe ich im Folgenden eine Einführung in die verfügbare Literatur. Zuerst bespreche ich die als E-Book verfügbaren Texte, die ich entweder ganz gelesen oder nur (mittels des kostenlosen Probetexts) angelesen habe.

Karl der Große: Gewalt und Glaube von Johannes Fried; C.H.Beck 2013; 736 Druckseiten, € 29,95 für Papierversion. Das neue Standardwerk eines Mediävisten im Ruhestand. Sehr ausführlich und flüssig geschrieben.

Karl der Große: Der heilige Barbar von Stefan Weinfurter; Piper 2013; 352 Druckseiten; € 22,99 für Papierversion. Analysiert kritisch die Quellenlage. Diskutiert die Widersprüche in der Person Karls und die kirchlich-politischen Zwänge seiner Zeit.

Karl der Große: Der mächtigste Kaiser des Mittelalters von Dietmar Pieper und Johannes Saltzwedel; DVA 2013; 288 Druckseiten, € 19,99 für Papierversion. Eine Sammlung von Einzelaufsätzen von historisch interessierten SPIEGEL-Redakteuren. Versucht Fragen zu beantworten, die heutige Menschen interessieren. Enthält ein Interview mit dem Mediävisten Johannes Fried.

Ich und Karl der Große von Steffen Patzold; Klett-Cotta 2013; 407 Druckseiten, € 26,95 für die Papierversion. Eine Biografie des Einhard, des Biografen Karls des Großen.

Karl der Große. Der Roman seines Lebens von Thomas R. P. Mielke; Schneekluth Verlag 1995. Ein im Sinne eines Romans unterhaltsam und locker geschriebene Erzählung, die Namen historischer Personen und Orte verwendet, sich aber nicht durch die historisch belegten Fakten gebunden fühlt.

Unvollständige Liste weiterer verfügbarer Bücher

Karl der Grosse von Matthias Becher; C.H.Beck 2007; €8,95

Karl der Große und der Feldzug der Weisheit: Lebendige Geschichte von Maria Regina Kaiser und Klaus Puth; Arena 2009; € 8,95

Karl der Große: Herrscher des Abendlandes von Dieter Hägermann; ECON 2003; € 14,95

Karl der Große  von Wilfried Hartmann;  Kohlhammer 2010; € 19,90

Karl der Große: Leben und Wirkung, Kunst und Architektur von Michael Imhof und Christoph Winterer; Imhof, Petersberg  2013; € 14,95

Karl der Große von Wolfgang Braunfels; Rowohlt 1972; (nur antiquarisch)

Karl der Große von Rosamond McKitterick und Susanne Fischer; Primus 2008; € 39,90

Karl der Große. Der mächtigste Herrscher des Mittelalters von Karin Schneider-Ferber; Theiss 2013; € 29,95

Karl der Grosse. Vater Europas von Alessandro Barbero und Annette Kopetzki; Klett-Cotta 2007; € 32,00

Vita Karoli Magni / Das Leben Karls des Großen von Einhard; Reclam 1986; € 3,40

Kommentare:

  1. Ein Anlass nach Zürich zu kommen:
    Eine grosse Karl-der-Grosse-Ausstellung bis zum 2. 2. 2014:

    Karl der Grosse und die Schweiz
    20.09.2013 – 02.02.2014
    Karl der Grosse hat in Europa viel bewegt. Die von ihm initiierten Umbrüche und Erneuerungen bilden in vielen Bereichen die Grundlage unserer Kultur. Zum 1200. Mal jährt sich der Todestag von Karl dem Grossen am 28. Januar 2014. Zu diesem Anlass widmet das Schweizerische Nationalmuseum Karl dem Grossen (748–814) und der «karolingischen Schweiz» eine grosse Wechselausstellung.

    Grüsse aus Zürich,
    Walter Hehl

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  2. Am 25.10.2013 schrieb Hartmut Wedekind aus Darmstadt:

    In der Darmstädter Umgebung stolpert man nur so über Spuren des großen Einhard, Biograph Karls des Großen. „Vita Caroli Magni“ heißt sein bedeutendes Werk. Zum Beispiel finden wir in der Darmstädter Umgebung die Einhard-Basilika in Steinbach bei Michelstadt im Odenwald oder die Einhard–Basilika in Seligenstadt am Main (http://de.wikipedia.org/wiki/Einhard). Ich meine, die Figur Einhard wird aus Darmstädter Sicht in Ihrem Bericht zu wenig gewürdigt. Steinbach, Seligenstadt und dann auch das Weltkulturerbe „Kloster Lorsch“ südlich von Darmstadt gehören karolingisch gesehen (http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lorsch) zusammen.

    NB (Bertal Dresen): Einhart ist das Buch von Patzold (siehe oben) gewidmet. Ich habe es nur 'angelesen'. Vielleicht greife ich nach Alkuin auch Einhart noch in einem eigenen Beitrag auf. Übrigens: Den Einhart als groß zu bezeichnen, ist ein Widerspruch. Ein sehr angesehener anderer Gelehrter (Theodulf von Orleans, ein Westgote) am Aachner Hof verglich ihn mit einem Tischbein. So klein war er.

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  3. Die Annahme von Johannes Fried, dass die Muttersprache Karls des Großen Moselfränkisch gewesen sei, bezweifele ich sehr. Da es schriftliche Belege von Moselfränkisch erst viel später gibt (etwa die Glossen Thiofrids in Echternach von 1050) ist mir nicht klar, worauf die Annahme basiert. Er könnte genauso gut ripuarisch (z.B. Kölsch oder Öcher Platt) gesprochen haben. Der Straßburger Eid von 842 von Karl dem Kahlen, der vielleicht helfen könnte, ist (leider) in Althochdeutsch abgefasst, vermutlich in Alemannisch

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  4. Am 3.12.2013 schrieb Peter Hiemann aus Grasse:

    Der folgende Arte-Beitrag könnte auch Ihnen gefallen.

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    Dass Sachsen etwas gegen Leute haben, die sie mit Gewalt bekehren wollen, könnte man vermutlich mit historisch negativen Erfahrungen begründen.

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