Dienstag, 25. Februar 2014

Energiewende in der Sackgasse?

Diese Frage stellt der Wirtschaftsingenieur und Unternehmensberater Bruno Hake aus Wiesbaden in seinem Beitrag im Heft 2014/1 der Zeitschrift Technologie und Management. Auf Veranlassung von Hartmut Wedekind stellte uns der Herausgeber eine PDF-Fassung des Artikels zur Verfügung. Außerdem schrieb Hartmut Wedekind nachfolgenden Kommentar, der – wie kaum anders zu erwarten – mit einen Kant-Zitat beginnt.

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

Eins kann man Herrn Hake nicht vorwerfen. Das wäre der Vorwurf  einer Ideologie. Nach einem Wort des Philosophen Ernst Bloch sind Ideologien Verschönerungen dieser Welt. Ideologien, also Verschönerungen,  sind in der Politik und in der Kunst üblich, in den Wissenschaften (da geht es um sichere Aussagen) sind Ideologien verboten, obwohl es immer mal wieder vorkommt, dass einer  z.B. seine Messwerte glättet, nur damit diese in seine „schöne Theorie“ passen. Hakes Aufsatz ist eine unverschönte Darstellung eines Unternehmensberaters für Manager, die mit der Energiewende befasst sind. Es ist eine scharfe Kritik am geltenden Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) mit seinen irrationalen Blüten, die es durch seine ausufernden Subventionitis hervorruft. Wenn die Groko (Große Koalition in Berlin) den Reservekapazitäten hohe Bedeutung  zukommen lassen will, dann sind das in den Worten Hakes „Lastesel“, die die Energiewende tragen sollen. Dass diese konventionellen Lastesel nun drohen zusammenzubrechen und zu einer  Kraftwerkunion vereinigt werden sollen (Spruch: Einigkeit macht stark), ist nur eine weitere Verschönerung hin zur Verstaatlichung der Kraftwerksindustrie mit den bekannten Folgen einer Verstaatlichung. Wir verlassen dann die Erfolgsbasis der Bundesrepublik Deutschland.  EEG-Novelle der Groko hin oder her: Die Groko muss die Frage beantworten, wie Wind und Sonne  die Kern-Energie unter den selbst gesetzten, bekannten  Nebenbedingungen ersetzen können. Kann sie das  nicht zeigen, sollte sie abtreten. Hic Rhodos, hic salta. Also: Groko springe. Denn Energie ist existenzbestimmend und kein beliebiges politisches Spielzeug für Verschönerungsmeister. Bei der Energie hört der politische Spaß  definitiv auf.

Hakes Darstellung ist gut verständlich. Würde er die Gleichungssprache benutzen, würde sich seine Leserschaft nach einem bekannten Sprichwort mit jeder Gleichung halbieren. Hake ist kein Kern-Energie-Ideologe. Die gab es früher einmal. Die sind längst ausgestorben. Hake sagt, was Sache ist. Und bloße Alleinstellungsmerkmale Deutschlands sind auch in Sachen Energie eigentlich unerwünscht, zumindest seit meiner Jugendzeit. 

Den Hake-Beitrag finden Sie hier

(Sie müssen ihn leider hin und her schieben, um ihn zu lesen)

Am 26.2.2014 schrieb Hartmut Wedekind:

Obwohl ich die Blaba-FAZ in Sachen Energiewende nicht mehr lese, heute in der Früh las ich sie mit Genuss, weil der Artikel „Merkel-Berater: EEG abschaffen“ für mich wie bestellt kam. Da ich noch keine Kenntnis von der Berater-Erkenntnissen hatte, könnte man den Artikel einfach als Kommentar zu meinem Beitrag in den Blog stellen. Der Artikel ist eine Ergänzung.

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