Freitag, 18. Juli 2014

Erinnerungen an Heinz Zemanek (1920-2014)

Heinz Zemanek war ein echter Computer-Pionier. Er hatte 1961 das Wiener Labor der Firma IBM gegründet, als er mit seiner Forschungsgruppe zusammen die Wiener Universität verließ. Er war jahrelang der Leiter des Wiener Labors der IBM.


(Von K. Zuse gemaltes Porträt)

Ich begegnete Zemanek zum ersten Mal vermutlich im Jahre 1967. In den Räumen des Wiener Labors fand ein Treffen der Leiter der Software-Gruppen in den europäischen Labors der IBM statt. Das Wiener Labor machte eher den Eindruck eines Büros, lag es doch im vierten Obergeschoss eines Versicherungsgebäudes direkt am Ring. Das Mailüfterl-Projekt hatte die Gruppe bekannt gemacht. Eine kleine Gruppe von Nachrichtentechnikern hatte mit Transistoren und Dioden, die für Hörgeräte gedacht waren, einen Rechner gebaut, der nicht nur Primzahlen berechnen, sondern auch Algol-Programme übersetzen und ausführen konnte. Jetzt arbeiteten sie an elektronischer Sprachausgabe, dem Vocoder-Projekt. Das PL/I-Projekt, durch das das Wiener Labor weltberühmt wurde, war noch nicht abgeschlossen.

Bei diesem Treffen stellte jeder Teilnehmer seine aktuellen Projekte vor, so auch die Wiener. Zum Abendessen führte Zemanek alle Teilnehmer zu einem kulinarischen Schmaus in ein Restaurant der Innenstadt. Von dieser Veranstaltung stammt die Anekdote, die ich später öfters erzählt habe. Wenn seine Mitarbeiter Deutsch mit Zemanek sprachen, redeten sie ihn in der dritten Person Plural an: „Was glauben Herr Professor, was wir tun sollen?“. Wesentlich einfacher war die Kommunikation dann in Englisch: „Heinz, what do you think we should do?“

Ein weiteres Mal traf ich ihn in Lubljana (Laibach) in Slowenien, wo er 1971 den IFIP-Kongress leitete. Er sprach die ersten Sätze seiner Eröffnungsrede in Slowenisch, um auszudrücken, dass seine familiären Wurzeln in diesem Teil der habsburgischen Monarchie lagen. Zemanek leitete den Kongress, an dem über Tausend Fachleute teilnahmen, sehr souverän. Es war dies der erste IFIP-Kongress in Osteuropa und Zemanek sah seine Aufgabe darin, zwischen den Teilnehmern aus dem Westen und aus dem Ostblock zu vermitteln.

In den Jahren zwischen 1965 und 1970 wurde seine Gruppe mit der formalen Definition der Programmiersprache PL/I betraut. Die daraus hervorgegangene Vienna Definition Language (VDL) wurde weltbekannt. Obwohl diese Arbeiten in der Fachwelt mit Worten der höchsten Anerkennung gelobt werden, war ihre praktische Bedeutung begrenzt. Wie ich in einem im letzten Jahr erschienenen Artikel [1] ausführte, kam die formale Definition für die Compiler-Entwickler der IBM zu spät, noch half der interpretative Ansatz die Code-Erzeugung zu unterstützen.

Mehrere Jahre lang hatten Zemanek und ich relativ engen Kontakt. Es waren dies die Jahre seiner Abordnung nach Böblingen. Da das Wiener Labor 1976 von der Grundlagenforschung in ein Produktlabor überführt wurde, hatte er die Leitung abgegeben. Kompensiert wurde der Verzicht damit, dass er den Status eines IBM Fellows erhielt. Er hatte damit ein eigenes Budget und konnte fünf Jahre lang von ihm definierten Projektzielen nachgehen. Sein Mitarbeiter wurde mein früherer Kollege Hans Gerstmann. Das Thema, das Zemanek sich vornahm, hieß „Architekturprinzipien komplexer Systeme“. Er befasste sich unter anderem mit dem römischen Architekten Vitruvius, der um 200 nach Christus intensiv über die Eigenschaften und Arbeitsweise eines Architekten nachgedacht hatte. Er übertrug dessen Erkenntnisse auf Computer-Systeme und Programmiersprachen.

Im Einklang mit der Tradition der österreichischen Politik und Wirtschaft pflegte er stets besonders den Kontakt zu Kollegen in Osteuropa. Das ging weit über seine Verpflichtungen als IFIP-Präsident hinaus. Viele Reisen führten ihn nach Ungarn, Polen und in die damalige Sowjet-Union. Bei einem seiner privaten Besuche bei uns zuhause schwärmte er über seinen gerade erfolgten Besuch in Chiwa (Usbekistan), der Heimat von Muhammed Ibn Musa al Choresmi. Er bewog mich dazu, im Sommer 1989 einen Umweg nach Chiwa in Usbekistan zu machen, zum Geburtsort von Al Choresmi, dem ersten Algorithmiker.

Er wohnte damals mit seiner Frau in einer gemieteten Penthouse-Wohnung nicht allzu weit weg vom Labor in der Schönaicher Straße in Böblingen. Er besaß eine Dachterrasse mit Blick auf Böblingen. Ganz glücklich war er hier nicht. Der Begriff der auf ihn bezogenen „Babylonischen Gefangenschaft“ stammt meines Wissens nicht von Zemanek selbst, sondern von seinen früheren Wiener Mitarbeitern. Er selbst sprach davon, dass er sich im Schwäbischen wie in einer Diaspora vorkäme. Ihn störte nicht so sehr, dass die Mehrheit der Nachbarn protestantisch war, sondern dass das kulturelle Angebot des Stuttgarter Raumes nicht mit Wien vergleichbar sei. Dort wohnte er bekanntlich gleich um die Ecke vom Stephansdom (in der Blutgasse). Er nahm teil am gesellschaftlichen Leben des zentralen Wiener Stadtbezirks. Dabei traf er den Wiener Erzbischof öfter als den Bürgermeister. Er zog bereits Mitte 1978 nach Wien zurück.

Als Vortragender war er stets ein sicherer Gewinn für jede Veranstaltung. So erinnere ich mich an eine Tagung im Jahre 1971 in Stuttgart. Hier hielt er das Schlussreferat. Sein Thema hieß „Formale Definition“. Die Problematik illustrierte er mit einem Hinweis darauf, wie gerade für die Zwecke der Besteuerung in der EU der Begriff „Kalbfleisch“ präzise definiert würde. Jedenfalls würden dazu lange Verhandlungen nötig sein, ehe sich alle Länder geeinigt hätten. Nur war die entstandene Definition ein Konvolut in Juristen-Deutsch, und alles andere als formal.

Seit 1985 war Zemanek in Pension  ̶  wie es in Österreich heißt. Er setzte sich jedoch nicht zur Ruhe. Er lehrte weiterhin an der Technischen Universität Wien  und ließ die Zahl seiner Publikationen auf über 500 ansteigen.

Das letzte Mal traf ich ihn in Wien im Jahre 2003. Er empfing meine Frau und mich in seinem Büro in der Technischen Universität. Er befand sich gerade im Umzug. Sein Büro stand voller Kisten. Den Umzug machte seine Sekretärin für ihn. „Sie dürfen mich nach nichts fragen. Nur meine Sekretärin weiß, in welchem Karton was ist“. Er hatte allerdings zwei von ihm bzw. über ihn verfasste Bücher zur Seite gelegt, die er mir mit einer persönlichen Widmung überreichte. Darunter war ein Sammelband seiner wichtigsten Schriften, den ein ukrainischer Kollege herausgegeben hatte. Beim Abschied begleitete er uns zu Fuß bis in Sichtweite des Schloss Belvedere. Er wollte nicht, dass wir uns verlaufen. Zemanek war damals 83 Jahre alt. Er hielt noch regelmäßig Vorlesungen.

Jedes Jahr zu Weihnachten gab es einen Bericht über seine Reisen, Vorträge und Veröffentlichungen. Erst nach dem Überschreiten des 80. Geburtstags wurde der Bericht etwas kürzer. Der Tod seiner Frau im Jahre 2013 hat ihn sehr erschüttert. Zemanek starb am 16. Juli 2014 in Wien. Er war 94 Jahre alt. Sein langes und großes Lebenswerk ist abgeschlossen. Fach- und Firmenkollegen werden sein Andenken in Ehren halten.

Referenz

1. Endres, A.: Early Language and Compiler Developments at IBM Europe: A Personal Retrospection. IEEE Annals of the History of Computing 34,4 (October-December 2013), 18-30

  
Nachtrag vom 23.7.2014: 

Anbei die Todesanzeige der Familie Zemanek

Nachtrag vom 15.8.2014

Heute schickte mir mein Ex-IBM-Kollege Otto Buchegger seine Erinnerungen an Zemanek. Ich veröffentliche sie unverändert und ohne Verzug.

Erinnerungen an Heinz Zemanek von Otto Buchegger

Es gibt jetzt schon einige Zemanek-Nachrufe. Ich will nun ebenfalls einen persönlichen dazu fügen. Heinz Zemaneks Verdienst war, dass er allen erklärt hat, was Computer sind und was man damit machen kann. Er war für die Informatik in Österreich das, was Grzimek in Deutschland für die Zoologie war. Er hat der sich herausbildenden Informatik (sie hieß am Anfang „Moderne Rechentechnik“) ein Gesicht und eine Stimme gegeben und dann später mit der Gründung der Österreichischen Computergesellschaft auch eine Struktur.
       
Wenn man mit ihm geredet hat, hatte man das Gefühl, dass er genau weiß, was passieren wird und man konnte es auch selbst nachvollziehen. Aber er hat sich selbstverständlich auch geirrt, wie ich feststellen musste, wie ich vor vielen Jahren alle Unterlagen zu ihm entsorgt habe. Aber viele seiner Prognosen sind tatsächlich eingetroffen.

         Unsere intensive gemeinsame Zeit war von 1965 bis zu meinem Studienende 1968. Es war eine goldene Zeit der Datenverarbeitung. Computer wurden damals noch vermietet (geleast), Software hat man noch geschenkt bekommen. Es floss viel Geld; Personal war extrem knapp. Ich habe für das Wiener Labor (betont auf der ersten Silbe Lábor und nicht wie im Deutschen Labór) Arbeiten gemacht, die sonst niemand machen wollte, wie Korrekturlesen, Skripten bearbeiten etc. und dabei so gut verdient, dass ich meine junge Familie ernähren konnte.

         In dieser Zeit war ich auch sein Kummerkasten und ich habe gemerkt, wie einsam Chefs sein können. Ich habe mit diesem vielen Insiderwissen dann entschieden, mich nach dem Studium nicht bei ihm zu bewerben. Ich habe zum Beispiel im Detail mitgekriegt, wie er von der Erdbergerstraße in die Blutgasse umgezogen ist. Was für ein kompliziertes Auswahl- und Umzugsverfahren. Seine Frau, die ich nie persönlich kennengelernt habe, hatte genaue Vorstellungen, wie alles aussehen musste und er hatte dann größte Mühe, es auch umzusetzen. Ich selbst habe ihn dort nie besucht, kannte aber die Lage im ersten Bezirk.

         Sein Office am Parkring war ein Schmuckstück, in Dunkelrot gehalten, mit einer mannshohen Steinskulptur. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er sich mit seiner riesigen IBM Papierschere die Nägel geschnitten hat, wenn ihm langweilig wurde. Ich bin auch gelegentlich in seiner geliebten Citroen DS 21 (ausgesprochen Deesse = Göttin) über die schlechten Straßen Wiens vom Parkring in die Gusshausstraße, wo das Elektrotechnische Institut noch heute ist, mit geschwebt. Es war wirklich unglaublicher Komfort, und das schon in den sechziger Jahren.

         Unabhängig von der IBM Österreich, die sich als amerikanische Firma dargestellt hat,  ̶  man sagte auch EI BI EM in Österreich  ̶  habe ich mich 1965 auf eine Praktikumsstelle bei IBM Deutschland in Böblingen beworben, bin auch genommen worden und kehrte reich beschenkt nach Österreich zurück. Diese gute Erfahrung hat lange nachgewirkt und so bin ich dann auch nach meiner Promotion 1973 dauerhaft nach Deutschland umgezogen. Umso überraschter war ich, als ich einige Jahre später den IBM Fellow Heinz Zemanek in der  ̶ übrigens ganz ausgezeichneten  ̶  Cafeteria des Böblinger Labors angetroffen habe. Er war sehr unglücklich über diese „Versetzung“, vor allem aber auch seine Frau. Kein Wunder, wer in einer der besten Wohnlagen Wien gelebt hat, kann in einer Industrie- und Garnisonsstadt wie Böblingen nicht so recht zufrieden sein. Die Kultur, die vielfältigen Kontakte und ich glaube auch die Anerkennung haben ihm gefehltDas, was mich selbst im Schwabenland begeistert hat, nämlich die Natur, die wunderschönen Landschaften, die Nähe zu Frankreich, die zuverlässigen Menschen, das konnte er nicht nachempfinden. Er war eben doch ein echter Wiener, weitgereist und sprachgewandt zwar, aber dennoch tief verwurzelt in seiner Heimatstadt.

         Sein Labor in Wien hat einige Universitätslehrer hervor gebracht. Manche leben noch, wie Peter Lucas, der meist in grauem Flanell gekleidete Denker mit leiser Stimme. ( http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Lucas_Peter)

Zemanek hat viele Studenten gefördert. Er war ein gutes Aushängeschild der IBM an der Technischen Hochschule (heute TU Wien). Es war zu seiner Zeit an den Unis chic, gegen die IBM zu sein, wie später dann gegen Microsoft und heute wahrscheinlich gegen Google. Er konnte damals mit seiner Autorität noch gut gegensteuern. Für mich war er ein Lehrer der „großen und wichtigen Dinge“. Die technischen Kleinigkeiten konnte man in der Bibel der damaligen Zeit, dem Taschenbuch der Nachrichtenverarbeitung, herausgegeben von Karl Steinbuch, besser nachlesen.(http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Steinbuch)  

Seine Vorlesungen (immer am Abend nach der IBM) glichen eher Kabarettveranstaltungen, als ernsthaften Lehrveranstaltungen. Er hat sich oft nicht an die Themen gehalten, sondern mit viel Humor und sehr anschaulich erzählt, was ihn gerade bewegt hat und das war für uns junge Leute oft viel wichtiger als Technikwissen, das sich in diesen Jahren ohnehin rasend schnell geändert hat. Man konnte also seine Hauptvorlesung immer wieder hören, sie war jedes Jahr anders.

         Unter dem Strich verdanke ich Heinz Zemanek viel. Er hat für einige Zeit mein Studium und meine junge Familie mitfinanziert, mir zu einer Diplomarbeit verholfen, die mir unerwarteten Ruhm gebracht hat, mich gelehrt, wie man internationale Netzwerke aufbaut und pflegt (auch wenn es aufwändig ist), was man von den USA lernen kann, dass man den Osten Europas nicht ignorieren darf, die Wichtigkeit von Fremdsprachenkenntnissen und Reisen betont und letzten Endes auch dazu verführt, viel zu fotografieren, besonders Menschen. Am Ende meiner Studienzeit war er virtuell so präsent im Buchegger-Alltag, dass meine Tochter Barbara (Jahrgang 1966 und heute ebenfalls ein Computer-Promi in Österreich) als kleines Kind immer auch einen Teller für Professor Zemanek aufgedeckt und einen Stuhl für ihn bereit gestellt hat.

         Er hatte eine unglaubliche Medienpräsenz in Österreich. Leider lief es nicht immer so für ihn, wie er sich das ausgemalt hat. Einmal hat er erzählt: „Dass man ins Fernsehkastl (den Fernseher) nicht zu viel hinein schauen soll, habe ich schon vorher gewusst. Jetzt weiß ich auch, dass man nicht zu viel heraus schauen soll!“

Sein ehemaliger Mitarbeiter Gerhard Chroust hat mir dann auch noch zu einer kurzen Karriere in Linz als Lehrbeauftragter verholfen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Chroust)

Das Wiener Labor selbst hat ein trauriges Ende genommen. Obwohl ich mit einem Mitarbeiter immer noch eng befreundet war, haben wir in unseren Gesprächen diese Phase stets ausgeklammert, und uns lieber über Reggae und Punk unterhalten, denn wir waren beide begeisterte Musiksammler. Im Mai 2014 habe ich in Wien einen engen, langjährigen Zemanek-Mitarbeiter kurz in der Straßenbahn getroffen. Auf die Frage, „lebt er noch“ (gemeint war natürlich Zemanek) hat er gesagt „ja, aber er leidet sehr unter dem Tod seiner Frau“. Dieses Leiden ist nun auch zu Ende.

Ich habe Heinz Zemanek zuletzt persönlich in Linz an der JKU gesehen: Es war im April 2009, anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Informatik-Studiums in Linz (das noch vor Wien begann, welche Überraschung seinerzeit!). (https://www.pervasive.jku.at/News/?key=922)

Er war gut drauf, fit und schlagfertig wie immer, ist alleine fast 90-jährig von Wien mit dem Zug angereist und hat - so wie ich auch - im IBIS beim Bahnhof übernachtet. Wir haben uns lange unterhalten und die alten Zeiten Revue passieren lassen. Da wir lange in der gleichen Firma waren und auch in denselben Orten (Wien und Böblingen) gelebt haben, ging der Sprechstoff nicht aus. Ich glaube, er war froh, wieder jemanden getroffen zu haben, den er gut gefördert hatte und der ihn deshalb auch mochte, ja sogar bewundert hat.

Links anlässlich von Zemaneks Tod 

http://science.orf.at/stories/1742588/


http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Zemanek%2C_Heinz

http://www.ewiger-garten.de/heinz-zemanek.html

Kommentare:

  1. Einige typische Zitate Zemaneks, entnommen dem Buch 'Heinz Zemanek' von Stepan S. Moskaliuk, Kiew 2001. Sie entstammen aus diversen älteren Originalarbeiten.

    • Nach zehn verschiedenen Definitionen des Begriffs Information fasst Zemanek zusammen: Der Begriff Information ist transzendent. Er reicht über das hinaus, was man festlegend über ihn sagen kann.

    • Der Informatiker muss seiner Geisteshaltung nach Ingenieur werden – aber ein Ingenieur ganz neuer Art. Der Informatiker konstruiert, aber was er konstruiert sind abstrakte Objekte, die zwar auf Papier stehen, aber von einer elektrischen Schaltung realisiert werden.

    • Die Informatik muss an einer Technischen Hochschule entstehen, weil an allen andern Hochschulen die Ingenieur-Mentalität nicht in der erforderlichen Dichte hervorgebracht werden kann

    • Technik bleibt Werkzeug des Menschen, hängt von seiner Gestaltung der Benützung, von seiner Mentalität, von seiner vorherigen und nachherigen Beurteilung ab, ruft nach ihr und verpflichtet ihn.

    • Die Bedeutung eines Programms hängt von dem ‚Programmspiel‘ (im Sinne von Wittgensteins ‚Sprachspiel‘) ab, in dem es verwendet wird.

    • Die einzigartige Fähigkeit des Menschen aus Uninformiertheit richtige Schlüsse zu ziehen, verstehen wir viel zu wenig, um sie programmieren zu können.

    • Es liegt am Menschen, was er vor dem Computer und mit dem Computer tut, ob er sich den Computerprogrammen ausliefert oder selbst der Meister bleibt.

    Das ließe sich noch eine Weile fortsetzen. Auch ließe sich diskutieren, wie Zemaneks Warnungen heute gesehen werden.

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  2. Anlässlich des Todes von Heinz Zemanek gibt es mehrere Einträge im Internet, die ich zur Beachtung empfehle:

    • Der Wikipedia-Eintrag http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Zemanek ist sehr ausführlich und gründlich
    • Die Homepage www.zemanek.at/ der Österreichischen Computergesellschaft verweist u.a. auf seine Veröffentlichungen und seine wissenschaftlichen Anerkennungen. Die Seite http://www.ocg.at/de/heinz-zemanek-preis bringt die Liste der Träger des Heinz-Zemanek-Preises
    • Die TU Wien http://futurezone.at/digital-life/oesterreichischer-computerpionier-heinz-zemanek-ist-tot/75.350.384 zeigt u.a. einen Film, in dem er und seine früheren Mitarbeiter Walk und Kudielka das ‚Mailüfterl‘ erklären.
    • Der Fernsehsender ORF http://science.orf.at/stories/1742588/ bringt eine Würdigung, zusammen mit einem Audio-Interview mit Zemanek.

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