Samstag, 2. Mai 2015

Gedanken zu Wesen und Wirkung der Technik

Klaus Kornwachs (Jahrgang 1947) war bei der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart tätig und hatte anschließend einen Lehrstuhl für Philosophie der Technik an der Brandenburgischen TU in Cottbus. Außerdem ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Er fühlt sich daher berufen oder verpflichtet, um über ein Thema zu reden, das einen Ingenieur eigentlich berühren müsste. Sein Buch von 2013 heißt Philosophie der Technik und hat nur 128 Seiten. Meine Erwartungen an das Buch waren zwiespältig. Mein Urteil nach dem Lesen ist es auch. Dennoch kann es nicht schaden, sich damit zu befassen.

Definitionen des Begriffs Technik

Technik ist eines der meistbenutzten aus dem Griechischen stammenden Lehnwörter. Mit dem Wort ‚téchne‘ wurde Handwerk und Kunst sowie die entsprechenden Fertigkeiten bezeichnet. Heute spielen diese beiden Aspekte immer noch hinein, die vollständige Bedeutung geht jedoch darüber hinaus. Sie umfasst mindestens drei Aspekte:
  •   Die Gesamtheit der menschengemachten Gegenstände, auch Artefakte genannt, sowie die zu ihrer Erstellung und Nutzung erforderlichen Prozesse. Beispiele: Apparate, Maschinen, Software.
  •   Ein besonderes Können in beliebigen Bereichen menschlicher Tätigkeit, sowohl was körperliche als auch geistige Tätigkeiten betrifft. Beispiele: Weitsprung, Atmen, Auswendiglernen.
  •   Eine dem Zweck angepasste Form des Handelns und Wissens in beliebigen Bereichen menschlicher Tätigkeit. Beispiele: Verhandlungen oder Angriffe führen.

In diesem Beitrag ist fast ausschließlich die erste Bedeutung gemeint. Eine Zivilisation wird wesentlich dadurch bestimmt, wie und zu welchem Grade sie mit Technik umgeht und wie sehr sie Technik gestaltet. Der Begriff Kultur ist meistens unabhängig von Technik. Jede Technik benötigt eine ‚organisatorische Hülle‘, um zu funktionieren. Moderne Techniken können über diese Hülle hinauswirken, sie verändern oder neuschaffen. Wer sagt, dass Technik wertfrei ist, ignoriert diesen Aspekt vollkommen.

Jürgen Mittelstraß spricht davon, dass Technik eine neue Welt schafft, die Leonardo-Welt. Dieser Blog hatte sich damit befasst. Er setzt sich von der Ansicht des Aristoteles ab, dass Menschen nichts erfinden oder schaffen können, was es vorher (zumindest in der geistigen Welt) nicht gab. Im alten Griechenland hießen Handwerker nicht nur Banausen. Sie waren auch entsprechend gering geschätzt.

Wissenschaft oder Technik – was war zuerst?

Nach Ortega y Gasset (1883-1955) beginnt der Mensch sich vom Tier zu unterscheiden, sobald er Technik einsetzt. Ein Beispiel sind Faustkeile. Sie verändern die Kraftvektoren, die von der menschlichen Hand zur Anwendung gebracht werden können. Der Mensch tat dies, lange bevor er die Begriffe Kraft und Vektor gebildet hatte. Ebenso gab es elektrische Maschinen mindestens 50 Jahre, bevor wir wussten, wie und warum elektrischer Strom fließt. Technik ist eindeutig älter als Wissenschaft. Wer sagt, dass Technik auf Wissenschaft basiert, redet sehr ungenau. Wissenschaft kann uns helfen, einen Teil unserer Technik zu erklären. Sie kann sogar neue Techniken ermöglichen. Technik ist nicht aus der Physik ableitbar. Sie muss erfunden werden. Sie  geht über die Natur hinaus.

Die vorherrschende Triebfeder der Technik ist es, Unzulänglichkeiten des Menschen auszugleichen (Theorie der Organverstärkung oder Prothese-Theorie) oder Nöte der Menschheit zu lindern. Dass darüber hinaus auch der Spieltrieb des Menschen zur Anwendung kommt, sollte nicht geleugnet werden. Technik kann eigenerzeugte Zwecke verfolgen, die sich nicht auf die Verstärkung vorhandener Organe oder die Nachahmung der Natur beziehen. Der Ingenieur kann Dinge entwerfen und konstruieren, die es in der Natur in dieser Form nicht gibt. Versuch und Irrtum ist die Methode, die eher zum Erfolg führt, als die Bildung von Theorien, also von Erklärungen, warum etwas geschieht. Etwas zu machen, nur weil es geht, ist meist kindliches Allmachtstreben.

Das entscheidende Kriterium der Technik ist nicht Wahrheit wie in der Wissenschaft, sondern die Effektivität. Technik benötigt keine wissenschaftliche Begründung, um effektiv zu sein. Von Kornwachs angeregt, möchte ich fragen, ob die übertriebene Verwissenschaftlichung der Technik immer gerechtfertigt ist. Wissenschaftliche Ergebnisse sollte man verwenden, wenn immer sie nützlich sind. Es darf jedoch nicht dazu führen, dass die Empirie leidet, ja unterdrückt wird. Es ist mein Eindruck, dass an Hochschulen die Verwissenschaftlichung manchmal dazu dient, das Ansehen der Ingenieur-Lehrstühle bei geisteswissenschaftlichen Universitätsgremien zu verbessern. Das erfolgt nicht selten auf Kosten der Relevanz der eigenen Arbeit. Eine Analogie aus der Informatik ist der Drang zur Mathematisierung.

Der Mensch kompensiere seinen Verlust von Instinkten durch Intellektualität. Technik erzeugt Komplexität durch Synthese von Konstrukten. Ein Praktiker versucht die Komplexität zu reduzieren durch allgemeine Gesetze oder Regeln. Diese mögen nicht immer vollkommen rational zu erklären sein. Dieses Phänomen der 'schwachen Rationalität‘ träfe man sogar sehr häufig bei Computernutzern.

Fortschrittsglaube oder Zukunftsangst

Die Technik war die Hauptursache für den sehr verbreiteten Glauben an andauernden Fortschritt. Der Philosoph Hegel glaubte daran, ebenso wie sein Schüler Mao Zedong. Die berühmten Beleidigungen (Kopernikus, Darwin) der Menschheit können nur durch bessere Technik kompensiert werden. Keines der großer Weltprobleme (Überbevölkerung, Ernährung, Umwelt) kann nicht gelöst werden, ohne durch den Einsatz bessere Technik. Da zu viele Prognosen über die Zukunft daneben lagen, redet man heute lieber von Szenarien oder einer Roadmap. Das Ergebnis wird oft von der Prognose beeinflusst. Technik gilt allgemein als überraschungsfrei. Die Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) könne dabei helfen, die Welt und ihren Zustand zu verstehen.

Der Erfolg des technischen Fortschritts kann gefährdet werden. So hat die Kerntechnik das Entsorgungsproblem zulange vernachlässigt. Der Fortschritt kann sich verlangsamen, weil er immer teurer wird. Eine Lösung kann das Ausweichen auf neue Felder bringen, die wir heute noch nicht kennen. Die Technik – so heißt es -  löse nur Probleme, die technisch zu lösen sind. Bei sozialen Prozessen ist sie leicht überfordert, weil diese zu schwierig zu verstehen sind. Technik sei Fluch und Segen zugleich. Wenn sie nicht funktioniert, nutzt man sie nicht. Leider geht es aber manchmal nicht mehr ohne Technik, etwa nach einem Unfall oder einer Erkrankung. Dann wird aus dem Privileg oft eine Pflicht.

Der vom Maschinenbauer zum Philosophen mutierte Günter Ropohl (Jahrgang 1939) vertritt die Meinung, dass Technik keine Sachzwänge erzeugt. Die erzeugt erst der Nutzer, wenn er sich abhängig macht. Ob er dabei wohl auch bereits an Smartphones dachte? Kornwachs gefällt die folgende Analogie: Wenn Fortschritt eine Droge ist, dann sind Ingenieure Drogenhändler. Auch Bill Joy wird erwähnt, der meinte, dass Computer einmal so gut werden, dass der Mensch nicht mehr gebraucht wird.

Verantwortung des Ingenieurs

Philosophen sehen sich nicht erst seit Kant auch für Ethik als zuständig an. Sie möchten andern Menschen sagen, was sie tun dürfen und was nicht, auch uns Ingenieuren und Informatikern. Natürlich sollten wir nicht mit allem spielen und alles ausprobieren. Positiv ausgedrückt, dürfe Technik nur verwandt werden, wenn dadurch Freiheit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit gefördert werden. Neuerdings kommt noch hinzu, dass das Überleben der Menschheit ein ähnlich hohes Gut ist.

Heute wird allgemein die Meinung vertreten, dass die Verantwortung für die Folgen der Technik bei allen Handelnden liegt. Deshalb hätten deutsche Ingenieurvereine in über 200 Fällen so genannte ethische Leitlinien verabschiedet. Die Gesellschaft für Informatik (GI) steht dem nicht nach. Bemerkenswert ist, dass nur einige Wissenschaftler und Bomberpiloten sich nach Hiroshima schuldig fühlten, nicht jedoch die Politiker, die die Bombenabwürfe befahlen. Die Atomenergie hat auch in Deutschland die generelle Kritik an der Technik beflügelt. Der Reaktorbau im badischen Wyhl wurde zur Geburtsstunde einer neuen Partei, den Grünen. Seit zwei Jahren regieren sie das Bundesland, in dem Wyhl liegt.

Wozu dient Technikphilosophie?

‚Was heißt und zu welchem Ende studiert man Technikphilosophie?‘ In Anlehnung an den Titel von Schillers Antrittsvorlesung in Jena im Mai 1789 könnte man das Buch von Kornwachs auch so überschreiben. Schiller ging es damals um Universalgeschichte. Es überrascht nicht, dass dies für einen Akademiker wie Kornwachs eine wichtige, ja die zentrale Frage ist.

Wie schon Platon in seinen Dialogen, so sieht jeder heutige Philosoph seine Aufgabe darin, Fragen zu stellen. Er sieht es nicht als seine Pflicht an, auch Antworten zu geben. Dazu möchte ich anmerken: So schön möchten es andere Berufe auch haben, z. B. Ärzte und Ingenieure. Die Philosophie der Technik  ̶   was nur annähernd dasselbe ist wie Technikphilosophie ̶  sähe ihre Aufgabe darin, Fragen zu beantworten, die aus der Technik kommen, die aber die Technik nicht mehr beantworten kann. So kann in vielen Fällen z. B. die Warum-Fragen nicht beantwortet werden. Zu fragen ist, woher andere Disziplinen die den Technikern und Naturwissenschaftlern fehlende Kompetenz hernehmen. Mein Verdacht lautet: Bei Kant und Aristoteles, also in der Geschichte unserer westlichen Kultur.

Die Technik würde für die Philosophie erst interessant, wenn sie nicht funktioniert. So geschehen nach Tschernobyl und Fukushima. Dienstleister oder gar Reparaturbetrieb für die Technik, möchte die Technikphilosophie jedoch nicht werden. Wie schade  ̶  kann ich da nur sagen. Leider müssen Probleme, die durch technische Fehler oder riskante Technik verursacht wurden, fast immer durch bessere Technik gelöst werden. Es müssen technische Alternativen her. Wer wird diese wohl vorbereiten und einführen müssen? Ich glaube nicht, dass Philosophen dies tun werden. Die Philosophie der Technik könne zeigen, wie Ideen in Ideologien umschlagen, was Verantwortung heißt, oder dass viele kleine Schritte besser sind als ein großer Schritt. Das alles sollten nach meinem Dafürhalten Ingenieure selbst lernen und beachten.

Wir Ingenieure und Informatiker sollten uns nicht darauf verlassen, dass andere das Volk besser verstehen und besser wissen, was zu tun ist. Das kann ins Auge gehen. Manchmal entsteht der Eindruck, dass Philosophen danach streben, zum Teil die Rolle zu übernehmen, die Theologen einmal hatten. Ihre Truppen halten  ̶  so zu sagen  ̶  die metaphysische Front. Da der Hinweis auf Offenbarungen (aus dem Übernatürlichen) im Westen nicht mehr opportun ist, bieten sich Philosophen oft als Moderatoren an für einen Diskurs, an dessen Ende alle schwierigen Fragen geklärt sind, auch die metaphysischen. Dass da Wunschdenken vorherrscht, ist nicht zu verkennen.

Nachtrag vom 5.5.2015

Mir fiel gerade auf, dass ich mich von Klaus Kornwachs zu der Darstellung verleiten ließ, dass Technik und Wissenschaft Gegensätze seien, die sich ausschließen. Statt Wissenschaft hätte ich korrekterweise Naturwissenschaft sagen müssen. Dann wäre klar gewesen, dass dazu die Ingenieurwissenschaften kein Gegensatz sind, sondern nur eine andere Form. Die Einordnung der Geisteswissenschaften ist ein anderes Problem, das ich aber hier nicht behandeln wollte.

Kommentare:

  1. Gestern schrieb Hartmut Wedekind aus Darmstadt:

    Ich bin in Sachen „Philosophie für Ingenieure“ genauso skeptisch wie Sie. Ich habe bisher eigentlich nur vergebliche Bemühungen in der Lehre an TU‘s gesehen.

    Ich hätte fast Lust, mal den Prof. Dr. Ing. Hampe hier in Darmstadt zu interviewen, der hält als Thermodynamiker Vorlesungen zum Thema. Hoffentlich nicht nur über das Thema „Entropie“. Warum gibt es eigentlich keine gescheiten Lehrbücher zum Thema?

    Wenn jemand das Thema „Philosophie für Ingenieure“ anpackt, dann müsste das eigentlich ein Ingenieur sein. Sonst geht das schief, wie die Vergangenheit zeigt.

    AntwortenLöschen
  2. Heute schickte Hartmut Wedekind folgende Ergänzung:

    Bei genauerem hin sehen ist Philosophie, die auch eine „Gott- und die Welt-Philosophie“ ist, für Ingenieure entbehrlich. Man kann sie spaßeshalber studieren. Versuche schon zu meiner Studienzeit, Philosophie in ein Studium Generale als Pflichtfach zu packen, sind, soweit ich die Szene noch überblicke, sämtlich gescheitert. Man hört auch nichts mehr von einem Philosophicum für Ingenieure, was damals in aller Munde war. Die TU Berlin war ein Vorreiter.

    Was aber für Ingenieure und Informatiker von großer Wichtigkeit ist, ist die abgespaltene „Wissenschaftstheorie“, weil diese Ingenieure und Informatiker im Beruf unmittelbar angeht. Und darauf kommt es an: Ingenieure und Informatiker sind durch Wissenschaftstheorie unmittelbar betroffen, nicht durch die weit weg liegende Philosophie, die alle angeht. Viele haben das ehemalige große Haus der Philosophie verlassen, nur wenige sind geblieben. Und die Wissenschaftstheorie war im Zeitalter der Wissenschaften die letzte, die gegangen ist.

    Betroffenheit, das ist der Punkt, den ich machen will. Ein Philosoph kann diese Betroffenheit nicht lehren, weil er sie selbst in der Regel nicht erfahren hat.

    Altertümlich heißt „Wissenschaftstheorie“ im Englischen immer noch „Philosophy of Science“. Meinetwegen! Zur deutlichen Charakterisierung dessen, was Wissenschaftstheorie ist, zähle ich einmal ungeordnet einige zentrale Termini auf, die mir in den Sinn kamen und mit denen jeder Ingenieure und Informatiker vertraut sein sollte, weil sie immer und immer wieder vorkommen. Sie stehen gleichsam vor der Klammer, sind also ausklammerbar. Man schaue einmal auf die Fachliteratur und unterstreiche die wissenschaftstheoretischen Termini. Die Seiten werden bunter und bunter.

    Syntax, Semantik, Pragmatik, Semiotik, Funktion, Begriff, Menge, Eigenname, Prädikat, Kennzeichnung, abstrakt, konkret, virtuell, physisch, wirklich (real), fiktiv, Abbildung, Darstellung, Kontext, Schluss, Modus, Rolle, Teil-Ganze- Relation, Analogie, Methodologie, exakt, Heuristik, Induktion, Deduktion, Behauptung, Aussage, Definition, Schema (Typ), Ausprägung ,Instanz, Algorithmus, Verfahren, Prozess, Aufbau (Struktur), empirisch, rational, Handlung, Anweisung, Dialog, Regel, kompatibel, formal, material, Modell, Gleichgewicht, Ununterscheidbarkeit, Spezifikation, ….Und so weiter, und so weiter.

    Am besten lehrt man die englischen Termini gleich mit. Natürlich hört der Student im Fach „Wissenschaftstheorie“ einiges doppelt, aber nicht in reflektierender Absicht.

    Wissenschaftstheorie ist ein reflektierendes Fach. Ingenieurwissenschaften und Informatik haben für so etwas gar keine Zeit in ihrem permanenten Fortschritt und Innovationsdrang. Gelehrt werden sollte das Fach an ingenieurwissenschaftlichen Beispielen oder an Beispielen der Informatik, nicht in der Luft. Man muss Betroffenheit lehren, und das ist gar nicht einfach. Die Leute bleiben dann aber sitzen und gehen nicht laufen, auch wenn sie keine Klausur schreiben müssen.

    Das da oben ist mal schon eine ganz schöner, ungeordneter Haufen. Ohne den sitzt man in den Wissenschaften aber sehr schnell fest und kommt nicht weiter. Das Verstehen desselben geht nicht so mit links, wie durchweg fälschlicherweise angenommen wird. Man merkt das, wenn sogar unter alten Kämpen der Streit ausbricht und Gelassenheit schwierig zu sein scheint. Die alten Kämpen haben eben einfach etwas Wichtiges schlicht übersprungen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wage zu bezweifeln, dass man mit diesem Theoreticum viele Informatiker hinter dem Ofen hervorlocken wird, von Bau- und Maschineningenieuren ganz zu schweigen. Der Vorschlag ist ja nicht ganz neu.

      Löschen
  3. Mir persönlich tut es immer ein bisschen leid, wenn ich sehe, dass man Philosophie und Ingenieurwissenschaft als unverträglich ansieht.

    Dass sich Philosophen und Ingenieure so wenig verstehen (oder gegenseitig achten), scheint mir vor allem darin begründet, dass keine dieser beiden Personengruppen sich um den Wert der jeweils anderen Gedanken macht und bereit ist, Methoden anzuwenden, die charakteristisch für die jeweils andere sind.

    Tatsache ist: Philosophie ist die Suche nach Erkenntnis, Ingenieurwissenschaft aber die Suche nach praktikablen Lösungen (und das auch dort noch, wo exakte Lösungen ausgeschlossen sind).

    Wir brauchen beides -- und daher brauchen wir auch beide Disziplinen.

    Die vorherrschende Triebfeder der Technik ist der Wunsch, auch dort noch zu einem JA zu kommen, wo strenge Logik mit einem knallharten NEIN antwortet: Wo Logik mit einem NEIN antwortet, geht man als Ingenieur einen Schritt zurück und frägt sich: Sind denn wirklich alle Anforderungen an die Lösung, die zu einem NEIN führen, absolut notwendig? Und tatsächlich: Sehr oft gibt es Teile der Anforderungen, an denen festzuhalten gar nicht notwendig ist.

    Für die Fähigkeit, sie zu finden (wenn auch meist unbewusst), habe ich Ingenieure immer bewundert. Auf das Vergnügen, streng logisch denken zu dürfen und zu können, möchte ich dennoch nicht verzichten.

    AntwortenLöschen