Dienstag, 29. Mai 2018

Das also war die k. und k. Welt (erzählt von Pieter Judson)

Pieter M. Judson (*1956) ist ein in Utrecht geborener amerikanischer Historiker, der in Florenz lebt. In seinem Buch Habsburg, Geschichte eines Imperiums 1740-1918 (2. A. 2017, 667 S.) erzählt er die Geschichte der k.u.k.-Monarchie. Gemeint ist damit die Doppelmonarchie, die das österreichische Kaiserhaus mit dem ungarischen Königshaus verband. Zwei Gründe bewogen mich, dieses Buch zu lesen. Meine Bitburger und Luxemburger Verwandten schwärmen noch heute von der Doppeladler-Zeit. Das war die gute alte Feudalzeit, bevor die französischen Revolutionstruppen kamen und bevor wir Preußen wurden. Andererseits war das Habsburger Reich ein Vielvölkerstaat. Es war quasi ein Vorläufer der EU. Nicht nur äußere auch innere Kräfte führten sein Scheitern herbei. Dazu erwartete ich mehr Information von dem Buch, als im preußisch-deutschen Geschichtsunterricht vermittelt wird.

Kaiserin Maria Theresia [1745-1780]

Praktisch an dem Tag, als Maria Theresia (1717-1780) im Jahre 1745 Kaiserin des Heiligen Römischen Reichs wurde, fiel Friedrich der Große in Schlesien ein. Weder er noch Frankreichs Ludwig XIV. wollten akzeptieren, dass eine Frau im zentralen Staat des christlichen Abendlandes das Sagen hat. Maria Theresa verlor Schlesien, gewann aber Frankreich zum Verbündeten. Ihre Tochter Marie-Antoinette heiratete 1770 den französischen Thronfolger, der später als Ludwig XVI. König wurde.

Maria Theresa war sehr bemüht, ihr Mammutreich in den Griff zu bekommen. Es umfasste ein nahezu zusammenhängendes Gebiet von Brüssel bis Lemberg, von Prag bis Florenz. Es gab 14 Sprachen, 7 Religionen und rund 300 lokale Herrscher. Diese nahmen die Besteuerung vor und hoben zum Militärdienst aus. Sie hatte, um zentrale Aufgaben zu erledigen, einen steigenden Bedarf an Beamten. Dabei verließ sie sich auf den Adel, soweit sie konnte. Sie nobilierte aber auch viele Nicht-Adelige, sofern sie qualifiziert waren.

Sie führte 1774 im ganzen Reiche eine 6-jährige Schulpflicht ein (in Ungarn 1777). Die Lehrer wurden weitestgehend vom Klerus gestellt. Der Unterricht erfolgte in der Volkssprache. Die Maßnahme, mit der sie Spuren bis in die heutige Zeit hinterließ, ist die erste genaue Erhebung von Häusern und Grundbesitz. Das Maria-Theresien-Kataster von 1775 ist eine sehr verlässliche Quelle historischer Verhältnisse auch in meiner Heimat, den damaligen österreichischen Niederlande. Weil mit der Bestandsaufname und der gleichzeitigen Volkszählung das Militär beauftragt wurde, entstand ein neues Band zwischen Zentralstaat und dem gemeinen Volk. Die Soldaten, die nach den Lebensverhältnissen (der Condition) fragten, sammelten unbeabsichtigt jede Menge Klagen über den lokalen Adel. Maria Theresia errichtete eine Zollunion zwischen den deutschsprachigen Erblanden und Böhmen und entwickelte Triest und Rijeka zu Häfen in Richtung Mittelmeer.

Joseph II. und Leopold II [1780-1792]

Maria Theresas Sohn Joseph II. war ab 1764 Mitregent. Er nutzte diese Zeit, um durch Reisen das Reich kennenzulernen. Er übernahm 1780 die Alleinherrschaft, also nach dem Tod der Mutter. Er regierte bis 1790. Darauf folgte sein Bruder Leopold II. bis 1792. Joseph war ein von den Ideen der Aufklärung beseelter Freigeist. Überall im Lande förderte er die politische Diskussion und Weiterbildung, sei es durch die Gründung von Zeitungen, landwirtschaftlichen Vereinigungen oder Kaffeehäusern. Auch Freimaurerlogen entstanden in vielen Städten. Joseph gab mittels eines Toleranzedikts für Juden, Protestanten und Orthodoxe diesen Glaubensgruppen Zugang zu Schulen, Universtäten und Militär. Seine Beamten trieb er zur Leistung an.

Seine epochale Leistung bestand in der 1781 verfügten Abschaffung der Leibeigenschaft. Die Befreiung der Bauern sollte deren Steueraufkommen erhöhen. Sie sollten mehr eigenes Einkommen haben und weniger Frondienste leisten müssen. In Provinzen wie Galizien und Ungarn waren Bauern oft 3-4 Tage pro Woche im Dienst des Grundherrn (Robot genannt) tätig gewesen.

Der Staat nahm der Kirche alle Aufgaben bezüglich der Personenstandsführung ab. Man reduzierte die Anzahl der Feiertage und verbot Prozessionen und öffentliche Bekundungen. Alle rein kontemplativen Orden wurden verboten und aufgelöst. Besonders diese Maßnahmen führten 1782 in der belgischen Provinz, also in den so genannten Österreichischen Niederlanden, zu heftigem Widerstand. Er wurde mit Waffengewalt niedergeworfen. Nach Josephs Tod sah sich sein Bruder Leopold veranlasst, einen großen Teil der Maßnahmen Josephs rückgängig zu machen.

Ungarn, Galizien und Bukowina

Ungarn und das heutige Siebenbürgen wurden zwischen 1526 und 1674 von den Osmanen befreit. Der ungarische Adel wählte darauf die Habsburger zu ihrem König, war aber gleichzeitig bemüht, seine eigenen Rechte zu sichern. Im Gegensatz zu andern Landesteilen nahm der Adel weiterhin alle Verwaltungsaufgaben wahr, ohne damit Beamte zu beauftragen. Die Sympathie Maria Theresas gewannen die Ungarn, indem sie 1745 dabei halfen, die Einfälle der Bayern und Franzosen zurückzuschlagen.

Galizien hieß das Gebiet um die Städte Lemberg und Brody in der heutigen Ukraine. Es wurde anlässlich der Teilung Polens 1772 erworben. Das Gebiet war von polnischen Adeligen beherrscht. Die Bevölkerung bestand vorwiegend aus Ukrainern, damals Ruthenen genannt, und Juden. Die Bevölkerung setzte große Hoffnungen auf die österreichische Zentralverwaltung, die sich aber längst von dem Geist Josephs II. verabschiedet hatte.

Die Bukowina mit der Hauptstadt Czernowitz war recht dünn besiedelt und lockte daher deutsche Kolonisten an. Gregor von Rezzori (1914-1993), dem ein früherer Blog-Beitrag gewidmet war, stammte von dort. Weder Ungarn, Galizien noch die Bukowina waren Teil des Heiligen Römischen Reiches.

Kaiser Franz I. [1792-1835] und Ferdinand I. [1835-1848]

Franz I löste 1804 auf Drängen Napoléons das Heilige Römische Reich auf und nannte sich fortan Kaiser von Österreich. Er erließ 1811 das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB). Zusammen mit Kanzler Klemens von Metternich (1753-1859) war es sein Hauptbemühen sich gegen Reformen aller Art zu sperren. Sein Nachfolger Ferdinand l. galt als  entscheidungsarm. Das Reich verlor an Ausstrahlung und Macht, da sich die Zentralregierung kaum noch engagierte.

Statt der Regierung waren es jetzt einzelne reiche Adelige, vorwiegend in Böhmen und Niederösterreich, die in eine Modernisierung von Landwirtschaft und Industrie investierten. Private Firmen bauten die ersten Eisenbahnen, so 1824 die Strecke Linz-Budweis, 1839 Wien-Brünn und 1849 Wien-Laibach. Auf Drängen des Bankiers Rothschild und des Militärs wurde das Bahnsystem 1850 verstaatlicht.

Die aufblühende Industrie lockte Bürger vom Land in die Städte. So wuchs die Einwohnerzahl Wiens von 1817 bis 1848 von 226k auf 357k, die Prags von 65k auf 115k. Ähnliches passierte in Brünn und Budapest. In Triest entstand eine Schifffahrtslinie, Österreichischer Lloyd genannt, die das gesamte östliche Mittelmeer bediente. Es entstanden private Museen und Bibliotheken, Kaffeehäuser und Lesevereine, in denen auch Frauen zugelassen waren. Diese Zeit hat auch die Bezeichnung Biedermeier bekommen. Ein kapitalistischer Mittelstand machte sich breit, dem es politisch nur um die Bewahrung des Bestehenden ging. Die Schaffung eines neuen Ideals und einer neuen Gesellschaft war verpönt. Der Staat sah seine Aufgabe darin, für Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Auf polizeiliche Kontrolle wurde höchster Wert gelegt.

Unruhen von 1848 und Kaiser Franz Joseph [1848-1916]

Die aufgestauten Reformen drängten 1848 zum Ausbruch. Angeregt von den Unruhen in Paris und anderswo kam es auch im Habsburger Reich zu mehreren ‚Revolutionen‘. Im März 1848 kam es in Wien zu Demonstrationen. Verlangt wurden mehr Rechte für die Bürger. Das Militär schoss in die Menge. Die Regierung zog schließlich das Militär ab und erlaubte die Bewaffnung der Bürger in Form einer Nationalgarde. Kanzler Metternich wurde abgesetzt und floh nach England. Es waren größtenteils Adelige gewesen, die sich gegen die ‚Kamarilla‘ am Hof auflehnten. Der Kaiser blieb vorerst verschont.

In Budapest verlangten Aufständische eine Verfassung, desgleichen in Linz, Graz, Prag, Mailand und Venedig. Der Kaiser versprach sie. In Galizien und anderswo wurde die Abschaffung der Fronarbeit verlangt. Im Juni 1848 besetzte das Militär, angeführt von Alfred von Windisch-Graetz (1787-1862), die Stadt Prag. Joseph Graf Radetzky (1766-1858) besiegte die italienischen Freischärler und eroberte Mailand zurück. Im Oktober zog Windisch-Graetz in Wien ein und ersetzte den schwachen Ferdinand durch dessen Neffen Franz Joseph. Dieser oktroyierte als Erstes eine neue Verfassung. Franz Joseph setzte Ende 1851 die von ihm erlassene Verfassung jedoch wieder außer Kraft. Erhalten blieb die Bauernbefreiung. Er führte die von Metternich aufgebaute Zensur wieder ein. Im Übrigen zeigte er sich als Befürworter der Aufklärung, indem er Denkmäler Maria Theresias und Josephs II. errichten ließ.

Österreichs Finanzlage war, gelinde gesagt, desaströs. Mit Schuld daran waren die lang andauernden Kämpfe gegen Piemont um die Lombardei sowie der Krimkrieg (1853-1856). Obwohl Österreich damals von direkten Kampfhandlungen verschont blieb, trieb Russland es zur vollen Aufrüstung und Mobilmachung. Schließlich wurde es von Preußen nach der Schlacht bei Königgrätz 1866 aus ganz Norddeutschland herausgedrängt.

Sich aufladende Spannungen

Obwohl auch andere Staaten wie England und Russland vor dem Problem standen, diverse nationale Minderheiten integrieren zu müssen, erwies sich dies als Österreichs Standardthema. Es war das Problem, an dem Staat und Reich schließlich zugrunde gingen.

Die ethnische Vielfalt des Reiches drückte sich in erster Linie in den aktuell gesprochenen Sprachen und Dialekten aus. Dabei muss geklärt werden, worin die Grenze liegt zwischen Dialekt und Sprache. Was ist, wenn jemand mehrere Sprachen gleich gut spricht? Außerdem stellt sich die Frage, was außer der Sprache eine Nationalität ausmacht. Da taucht dann immer der Begriff der Kultur auf. Eine gemeinsame Kultur setzt eine gleiche Geschichte und Religion voraus. Ist es sinnvoll von einer einheitlichen Kultur zu sprechen, auch wenn die Bildungsgrade sehr unterschiedlich sind? Über die Verbreitung der Sprachen innerhalb der k.u.k. Monarchie gab eine umfassende Ethnographie der österreichischen Monarchie von Karl Czoernig (1804-1889) Auskunft. Der tschechische Historiker Frantisek Palacky (1798-1876) schlug insgesamt acht nach Sprachen getrennte Regionen vor. Dabei waren Böhmen und das Sudetenland getrennt.

Das Verhältnis zwischen dem Kernland Österreich mit seiner vorwiegend deutsch-sprechenden Bevölkerung einerseits und dem Königreich Ungarn andererseits fand sehr früh zu einer Art von musterhafter Lösung. Sie bestand in der Erhebung Ungarns zu einem gleichberechtigten Partner in einer Doppelmonarchie. Aus Österreich wurde Österreich-Ungarn. Die Verbindung bestand primär in der Person und Familie des Herrschers. Jeder Teil hatte seine eigene Verfassung, sein eigenes Parlament. Gemeinsam waren Militär und Außenpolitik. Außerdem gab es gemeinsame Ausschüsse (Delegationen genannt) der Parlamente. Einen hohen Symbolwert erhielt die Krönung als ungarischer König in Budapest. Die Kaiserin Sissi kam dem 1853 mit offen gezeigtem Vergnügen entgegen. Anschließend lernte sie Ungarisch von ihren Hofdamen.

Mit den Maigesetzen von 1867 verfolgte Franz Joseph ähnliche Ziele wie Bismarck in Preußen. Er schloss ein Konkordat mit dem Papst, entzog jedoch den Kirchen die Familienstands- und Personenverwaltung. Viele der 1848er passten sich den Umständen an und landeten sogar in hohen Staatsämtern. Ein Beispiel war der zum Innenminister aufgestiegene Carl Giskra (1820-1879). Er lehnte die Beteiligung von Sozialisten an Österreichs Regierung kategorisch ab. ‚Österreich wird doch keine Pöbelherrschaft einführen‘ waren seine Worte. Kritischer ist das Zitat des Arztes und Politikers Adolf Fischhof (1816-1893): ‚Österreich hat ein stehendes Herr von Soldaten, ein kniendes von Anbetern, und ein kriechendes von Informanten‘. Ein Frauenwahlrecht war teilweise eingeführt worden, wurde aber wieder abgeschafft, so in Kärnten 1884 und der Steiermark 1904.

Nationale Ausgleichsbemühungen

Trotz erheblicher Schwierigkeiten gelang es der k.u.k-Verwaltung mit den wichtigsten Teilländern einen pragmatischen Ausgleich zu erreichen. Gegen Ende des 19. Jahrhundert stellte sich in allen Landesteilen das Sprach- bzw. Kulturproblem als immer wichtiger heraus. Überall wurden Schulvereine gegründet mit dem Ziel, den jeweils als unterdrückt geltenden Sprachen zu ihrem Recht zu verhelfen. Das konnte Deutsch sein, Italienisch, Rumänisch oder Slowenisch. Besonders von der in Ungarn betriebenen Ungarisierung (oder Magyarisierung) konnten Rumänen, Juden oder Deutsche nachteilig betroffen sein.

In Böhmen gelang es 1897 dem Minister Kasimir von Badeni (1846-1909), dass Tschechisch dem Deutschen gleichgesetzt wurde. Das betraf nicht nur die Schulen und Universiäten, sondern das gesamte öffentliche Leben, den Verkehr mit Behörden und das Angebot von Theatern und Bibliotheken. Nach demselben Muster erfolgte 1905 der Mährische Ausgleich, 1910 der für die  Bukowina und 1914 für Galizien. Im Jahre 1873 gab es eine Weltausstellung in Wien und einen Börsenkrach. In einem 4-bändigen Kronprinzenwerk stellte sich zwischen 1885-1907 die Monarchie in Wort und Bild dar. Überall im Land planten die Architekten Fellner & Helmer Theater und Konzertsäle. Fünfzig davon wurden errichtet.

Nach 1890 wurden sowohl in den Städten wie in der Landespolitik die bislang dominierenden Liberalen (Bankiers, Fabrikanten) nach und nach von Personengruppen aus dem gemeinen Volke (Arbeiter, Handwerker) verdrängt. Ab 1900 fanden Frauen immer häufiger eigene berufliche Möglichkeiten, zum Beispiel als Lehrerinnen und Postangestellte.

Weltkrieg 1914-1918

Der erste Weltkrieg wurde bekanntlich durch einen politisch motivierten Mord in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo ausgelöst. Im Jahre 2014 hatte ich dieses Thema bereits in diesem Blog behandelt. Bosnien war seit 1908 von Österreich besetzt. Erzherzog Franz Ferdinand sah in ihm den Kern eines zukünftigen südslawischen Staates. Der sich abzeichnende Krieg wurde von seltsamen Erwartungen begleitet. Der österreichische Adel, vertreten durch Franz Conrad von Hötzendorf (1852-1925), hoffte, dass wieder mehr Zucht und Ordnung einkehren würde. Die Sozialisten erhofften mehr Macht, die Nationalisten mehr Souveränität. Das Ergebnis waren 1,5 Mio. Gefallene und 3,6 Mio. Verwundete, allein auf österreichischer Seite.

Um die Lebensmittelversorgung zu sichern, wurden die Überwachungsmaßnahmen verstärkt und Sozialleistungen eingeschränkt. Das Militär setzte sich gegenüber der Zivilverwaltung durch. Es erhielten zwar mehr Frauen Jobs in der Wirtschaft, weil die Männer an der Front standen.

Sehr früh gingen Galizien und die Bukowina an Russland verloren. Heere von Flüchtlingen ergossen sich ins Kernland. Als Russland 1917 Frieden schloss, begann der Westen (USA, England) damit, Druck auf Österreich auszuüben, damit es seine Völkerschaften in die Freiheit entließe. Es kam zu Streiks in Graz, Szeged, Pula und anderswo. Schließlich brach die Front zusammen.

Implosion des Reiches

Im Oktober 1918 implodierte das Reich. Die Regionen übernahmen. In Prag, Zagreb, und Budapest bildeten sich neue Regierungen, die sich von Österreich unabhängig erklärten. Da Kaiser Franz Joseph bereits im November 1916 gestorben war, und sein Neffe Karl I. ihm gefolgt war, nahm dieser im November 1918 den Waffenstillstand an und trat zurück. Der Sozialist Karl Renner (1870-1950) wurde Staatskanzler und rief die Republik Österreich aus. Das unabhängige Ungarn wurde zunächst von Bela Kun (1886-1938) als Räterepublik geleitet. Er wurde von General Miklos Horthy (1868-1957) vertrieben, der sich Reichsverweser nannte. In Lemberg entstand die Westukrainische Republik. Diese begann sofort Krieg mit Polen. Es kam zu einen Pogrom, bei dem 73 Juden starben. Aus Böhmen, Mähren und der Slowakei schuf Tomas Masaryk (1850-1937) die Tschechoslowakische Republik (CSSR), die sich in unserer Zeit in die Staaten Tschechien und Slowakei aufteilte.

Es fand ein großer Austausch von Bewohnern statt. 540k Deutsche aus den ehemaligen Kronländern erhielten die österreichische Staatsangehörigkeit, 75k Juden dagegen nicht. Alle Nachfolger-Staaten des Habsburger Reiches waren ihrerseits Vielvölkerstaaten. Sie erbten die damit verbundenen Probleme. Karl I. starb im April 1922 auf Madeira.

1 Kommentar:

  1. Die oben skizzierte k. und k. Epoche rang u. a. mit dem Begriff der Kultur. Schön finde ich folgende Definition: Kultur ist Reichtum an Problemen. Sie stammt aus Egon Fiedells Kulturgeschichte der Neuzeit von 1931.

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