Samstag, 15. Oktober 2011

Eine Droge namens Keynes

Als Laie, was die Volkswirtschaftehre betrifft, kann man sich nur wundern, wie sehr hier reales Geschehen und seine Deutung durch Experten auseinanderklaffen. Seit dem Mauerfall in Berlin waren einige Autoren und Kommentatoren fest davon überzeugt, dass zumindest ein sehr bekanntes volkswirtschaftliches Prinzip im Mülleimer der Geschichte gelandet sei: die sozialistische (oder kommunistische) Form der Planwirtschaft. Nicht nur schien das ‚Ende der Geschichte‘ erreicht, wie Francis Fukuyama (1952-) dies 1992 glaubte, sondern nur noch ein Wirtschafts­prinzip habe sich als alleinseligmachend erwiesen, nämlich der liberale Kapitalismus. Seine theoretische Unterfütterung bekam dieser Gedanke von Ökonomen wie Milton Friedman (1912-2006) von der University of Chicago. Man sprach daher auch vom Neoliberalismus der Chicagoer Prägung. Noch erinnere ich mich lebhaft an ein Interview mit Friedman, wahrscheinlich im Spiegel, in dem er uns Deutsche aufrief, doch endlich die Sklaverei abzuschütteln. Er meinte damit die Dominanz des Staates über die Wirtschaft, die sich unter anderem darin ausdrückte, dass wir mehr als 50% unserer Einkünfte in Form von Steuern an den Staat abführen müssten.

Inzwischen hat der Liberalismus seinerseits einen Großteil seiner Anhänger verloren, was am augenscheinlichsten in den Umfrage- und Wahlergebnissen der FDP zum Ausdruck kommt. An seine Stelle scheint nicht wieder der Sozialismus zu treten, sondern eine neuverpackte Form der stärkeren Lenkung der Wirtschaft durch den Staat. Das dafür benutzte Schlagwort heißt Keynesianismus.

Unter Keynesianismus wird ein Theoriegebäude verstanden, das im Wesentlichen auf John Maynard Keynes (1883-1946) und sein Buch ‚Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes‘ von 1936 zurückgeht. Keynes‘ Werk gilt allgemein als die beste Analyse der großen Wirtschaftskrise der 1930er Jahre. Sie bezieht ihre Argumente unter anderem aus der vom deutschen Reichskanzler Heinrich Brüning (1885-1970) betriebenen Sparpolitik. Als positives Beispiel gilt die von US-Präsident Franklin D. Roosevelt (1882-1945) eingeleitete verstärkte staatliche Intervention, die als New Deal in die Geschichte einging.

Heute bekennen sich viele Wirtschaftswissenschaftler in einflussreichen Positionen offen als Keynesianer. Beispiele sind Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Zentralbank (Fed), sowie Peter Bofinger, einer der fünf ‚Wirtschaftsweisen‘, welche die deutsche Politik beraten. Da wäre nichts dagegen zu sagen, wenn nicht der Eindruck entstehen würde, dass diese Heilkundigen für alle Krankheiten der Wirtschaft immer nur dasselbe Rezept empfehlen würden. Die Idee, dass man mittels staatlicher Eingriffe einer stagnierenden Wirtschaft zumindest kurzfristig neuen Auftrieb geben kann, ist kaum umstritten. Wenn die natürlich sich ergebende Nachfrage ausbleibt, kann der Staat eine künstliche Nachfrage generieren. Eine Form, die Nachfrage anzuregen, besteht darin, das Schuldenmachen zu erleichtern, indem die Zentralbank (Fed oder EZB) die Zinsen niedrig hält.
 
Das Problem bei diesen Eingriffen besteht darin, zu erkennen, wann man aufhören muss. Die Niedrigzinspolitik zum Beispiel wird inzwischen seit dem Terroristen­anschlag in New York und Washington im Jahre 2001 betrieben, und gilt heute allgemein als Verursacher der Finanzkrise von 2008. Inzwischen – so scheint es – kommen weder kleine noch große Staaten von der Droge Keynes wieder los. Wenn die Wirtschaft nicht so läuft, wie sie soll, – also wenn nicht so viel Steuern fließen wie man hofft, – werden Schulden gemacht, und das auf Teufel komm raus. Das Beispiel im Kleinen heißt Griechenland, das größte Beispiel heißt USA. In beiden Fällen weiß niemand, ob und wann man die Schulden tilgen kann. Das Geld verleihen immer noch die Banken, weil sie glauben (müssen), dass ein Staat ewig liquide bleibt, da ja zur Not die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Eine zweite Möglichkeit heißt Gelddrucken. Dann werden nicht die Steuern erhöht, sondern das Gesparte der Bürger wird geplündert und die Lebenshaltungskosten erhöht. Was leichter geht, hängt etwas von der geschichtlichen Erfahrung eines Landes ab. So ist bei uns in Deutschland eine hohe Staatsverschuldung (noch) akzeptabler als eine hohe Inflationsrate.

Das System gerät ins Wanken, wenn Zweifel an der finanziellen Solidität eines Staates entstehen. Dann geraten zunächst diejenigen Banken in Schwierigkeiten, die sehr viel Geld (also 10 Mrd. € aufwärts) in Staatsanleihen besitzen. Damit sie nicht zusammenbrechen, werden sie vom Staat gestützt, oder gleich verstaatlicht. So geschehen letzte Woche im Falle der belgisch-französischen Bank Dexia. Damit Staaten diesen Kraftakt vollbringen können, müssen sie ihre Schuldenlast vergrößern. Dieses Spiel geht im Moment noch gut, da Staat A für Staat B (und seine Banken) bürgt. Wie es in der Endphase aussieht, d.h. wenn es nur noch wackelnde Staaten gibt, kann ich mir als Laie noch nicht ausdenken. Ich bezweifele sogar, dass die Wissenschaftler unter den Ökonomen dies wissen.

Inzwischen wird die Diskussion um Banken und Staatsschulden auch auf die Straße getragen. In New York heißt es ‚Besetzt die Wall Street!‘. Entsprechende Slogans werden wir heute in Frankfurt und in andern deutschen Städten hören. Zu den Auslösern dieser Bewegung gehört der ehemalige französische Diplomat Stéphane Hessel. Als 94-Jähriger hat er Ende 2010 eine kleine Streitschrift (14 Seiten) veröffentlicht mit dem Titel ‚Empört Euch!‘. Sie ist inzwischen in vielen Sprachen millionenfach im Umlauf. Welch ein Erfolg! Neben andern Problemen unserer Gesellschaften geißelt Hessel darin auch den Finanzkapitalismus, der sich den Staat zum Diener gemacht hätte. Indem er Risiken eingeht, die er nicht selbst beherrschen kann, muss der Staat immer wieder den Nothelfer spielen. Wie schön wäre es, man könnte die Dinge doch vereinfachen!

In dem modernen Paradies, von dem wir alle träumen, liegen zahme Staaten neben zahmen Banken in einem blühenden Park nebeneinander. Ich habe absichtlich nicht von dem Staat, noch von schwachen Staaten und schwachen Banken gesprochen. Die Entglobalisierung und Entflechtung der Wirtschaft steht zwar auch bei Hessel und anderen auf der Agenda, ist jedoch eher eine Utopie. Die Banker als Berufsstand sind heute sehr zu bemitleiden. Einerseits schreiben ihnen Politiker vor, was sie tun sollen, etwa in (bisher so) risikoarme Staatsanleihen statt in risikoreiche Industriebeteiligungen zu investieren. Tun sie genau dies, werden sie von Ratingagenturen und Politikern kritisiert. Zu allem Überfluss gibt es dann noch mathematische Modelle, die einem vorschreiben, wie man auf den Markt zu reagieren hat.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Arnoud de Kemp über Verlags- und Informationswesen - Qua vadis?

Arnoud de Kemp ist Verleger und Konferenzorganisator. Als Geschäftsführer leitet er die Verlage Akademische Verlagsgesellschaft (AKA) GmbH und digiprimo, beide in Heidelberg. Alle englischsprachigen Bücher und Zeitschriften werden mit IOS Press in Amsterdam für den internationalen Vertrieb zusammen publiziert. De Kemp war bis 2004 globaler Marketing- und Verkaufchef des wissenschaftlichen Springer-Verlags in Berlin, Heidelberg und New York, und als Mitglied der Geschäftsleitung zuständig für die Entwicklung von Neuen Medien. SpringerLink datiert aus dieser Zeit. Von 1990 bis 1996 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation (DGD), der heutigen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI). Er war bis vor kurzem Sprecher des Arbeitskreises elektronisches Publizieren (AKEP) im Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Vorstandsmitglied der International Association of STM Publishers. Seit 2005 organisiert er jährlich die internationale Konferenz APE (Academic Publishing in Europe) und seit Sommer 2011 die 'Informare'  in Berlin. De Kemp ist gebürtiger Niederländer, lebt und arbeitet aber seit 1984 in Deutschland.  



Bertal Dresen (BD): Als wir uns beide zwischen 1995 und 1997 für das von der Bundesregierung geförderte Projekt MeDoc engagierten, an dem 14 Verlage und 30 Hochschulen teilnahmen, hofften wir, dass wir den deutschen Verlegern zu einem frühen Start in Richtung Elektronische Medien und Internet verhelfen würden. Mein Eindruck ist, dass von einer oder zwei Ausnahmen abgesehen, diese Chance vertan wurde. Wenn ja, woran lag dies? War die Struktur der Branche mit ihren vielen kleinen und mittelgroßen Unternehmen daran schuld, die lieber konkurrieren als kooperieren? Oder waren wir einfach zu früh?

Arnoud de Kemp (AdK): Im Rückblick war es eindeutig viel zu früh. Auch 10 Jahre später, also zwischen 2005 und 2007, wäre es noch zu früh gewesen. Wir waren absolute Pioniere, obwohl wir das selbst damals nicht so gesehen haben. Der Springer-Verlag hatte dank seiner Nähe zum IBM-Wissenschaftszentrum in Heidelberg zwar einen Glasfaser-Anschluss und konnte vor dem Aufkommen des Internets bereits im EARN-Netz experimentieren. Der Leiter des Bereichs Wissenschaft der IBM und damalige Präsident der GI, Prof. Dr. Wolfgang Glatthaar, sowie der Geschäftsführer des Springer-Verlags, Professor Dr. Dietrich Götze, haben unsere Gehversuche stark unterstützt. Das Projekt verlief nicht ohne Widerstände. 

BD: Wir beide waren der Ansicht – und sind es wohl auch heute noch –, dass die neuen Medien, für die stellvertretend das Internet steht, ein großes gesellschaftliches und geschäftliches Potenzial bergen. Nicht nur kann Wissen schneller und kostengünstiger verteilt werden, es werden ganz neue Nutzergruppen und Nutzungsweisen erschlossen. Nur so kann man die riesig anwachsenden Massen an Information überhaupt handhaben. Warum wird dieses Potenzial von den traditionellen Verlegern – vor allem den wissenschaftlichen – so wenig genutzt? Wurde durch das von Google benutzte Geschäftsmodell, das Inhalte über Werbung finanziert, der Raum für andere Geschäftsmodelle zunichte gemacht? Oder fehlt bei den von ihrer papiernen Vergangenheit geprägten Verlegern schlicht die technische Kompetenz oder die kaufmännische Intuition?

AdK: Lange hat die technische Kompetenz gefehlt, vor allem bei den kleineren Verlagen. Dann gab es kaum Erfahrung mit Geschäftsmodellen. Werbung in Kombination mit wissenschaftlichen Inhalten haben wir als Verleger kollektiv abgelehnt. Google war uns durch Google Book Search, Google Scholar etc. eher suspekt. Stattdessen hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor drei Jahren über seine Tochter MVB die Plattform ‚Libreka!’ gestartet, um für viele Verlage den Einstieg zu ermöglichen. 

BD: Wenn ich sehe, was einige wissenschaftliche Verlage heute, also fast 20 Jahre nach MeDoc, auf diesem Gebiet zustande bringen, so kann ich das bestenfalls als Abwehrmaßnahme verstehen. Wenn überhaupt, so werden elektronische Versionen von Büchern und Zeitschriftenartikeln im Internet nur zu Preisen angeboten, die ich als horrend bezeichnen muss. Ist dieser Eindruck richtig? Wenn ja, was ist Deiner Ansicht nach schief gelaufen? Ist das nur ein deutsches oder europäisches Problem? Gibt es überhaupt Beispiele dafür, dass ein Verlag, der die elektronischen Medien ernst nimmt, dabei auch Geld verdient? Genannt wird immer nur das Wall Street Journal.

AdK: Das stimmt so nicht. Die Verlage haben insgesamt fast die gesamte Zeitschriftenliteratur digitalisiert, oft rückwärts zu Jahrgang 1, Heft 1. Es sind eigene Angebote wie ScienceDirect oder SpringerLink oder via Aggregatoren wie MetaPress. Das Angebot wird zunehmend ergänzt mit Informationen aus ‚data mining’ und ‚content enrichment‘ Programmen. Jetzt fängt man mit Büchern an. Zum Beispiel: Springer digitalisiert alle 60.000+ Titel seit 1842, bietet aus dem aktuellen Programm bereits über 20.000 Titel an. De Gruyter digitalisiert jedes alte Buch das elektronisch nachbestellt wird. 

Es gibt seit Jahren vielfältige Angebote für die Nutzung durch Bibliotheken und Konsortien, unter anderem Nationallizenzen. In Deutschland werden diese von der DFG ausgehandelt. Print ist nur noch Zusatz. Der Umsatz wird zum größten Teil mit diesen Lizenzen gemacht. (Quelle: Jahresberichte der Verlage)

BD: Viele Leute zweifeln daran, dass man den Verleger im herkömmlichen Sinne in Zukunft überhaupt noch benötigt. Jeder könne sein eigener Verleger sein, wie ich dies seit Anfang dieses Jahres bei diesem Blog bin. Andere schwören auf die kollektive Intelligenz der Massen, wie sie sich bei Wikipedia manifestiert. Welchen Mehrwert kann ein Autor in Zukunft (noch) von einem Verleger erwarten? Spielt der einzelne Autor überhaupt noch eine Rolle gegenüber der anonymen Autorengruppe?

AdK: Ach, wenn ich sehe, wie viel Arbeit wir in unserem kleinen Verlag in der Produktion von Büchern und Zeitschriften stecken müssen, mache ich mir keine Sorgen. Uns geht es um einheitliche Qualität von geprüften Inhalten. Wir lassen deswegen Zeitschriftenaufsätze setzen und für neue Datenstrukturen wie XML aufbereiten. Bei Zeitschriften ist und bleibt das ‚peer reviewing’ die Garantie für Qualität. Aber wir wissen, auch Dissertationen sollten unabhängig geprüft werden. Sic! Natürlich gibt es immer mehr ‚user generated content, und Wikipedia ist das bekannteste Beispiel dafür. Informationen in ‚social media’ werden wahrgenommen, aber ich weiß aus leidiger Erfahrung, dass sehr viel nachrecherchiert werden muss. 

Wenn die Information gut aufbereitet und gut attributiert wird, kann sie gefunden werden. Autorennamen sind zwar leicht suchbar, aber man sucht normalerweise nach Beschreibungen und Lösungen. 

BD: Da Wissenschaft zu einem großen Teil vom Steuerzahler finanziert wird, hört man das Argument, dass ihre Ergebnisse der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollten. Anderseits müssen Wissenschaftler veröffentlichen, wollen sie eine akademische Karriere machen. Beide Überlegungen führten dazu, dass einerseits die Wissenschaft verstärkt ein eigenes Publikationswesen betreibt, Open Access genannt. Anderseits gibt es Zeitschriften, bei denen die Autoren zahlen, die Leser jedoch nicht. Wie wichtig sind diese beiden Tendenzen? Bedeuten sie das Ende privater Verlage, zumindest im Bereich der Wissenschaften?

AdK: Open Access (OA) ist insgesamt immer noch eine Randerscheinung. Für mich ist es nichts Neues, sondern lediglich eine Änderung der Finanzierung. Wir wissen inzwischen, dass es volkswirtschaftlich nicht billiger wird. Im klassischen Modell haben die Verlage und Bibliotheken vorfinanziert. Beim OA bezahlt der Autor, sein Institut, die Universität oder die DFG. Mitglieder von Gesellschaften erhalten die Publikationen im Rahmen der Mitgliedschaft kostenlos oder zum ‚member rate’. Die institutionellen Abonnements finanzierten das Publikationsmodell. Die wissenschaftlichen Gesellschaften haben mit OA mehr Probleme als die Verlage und mancher Verlag verdient inzwischen prächtig mit der OA-Vorfinanzierung. Kleinere Verlage haben schon längst Allianzen gebildet und lassen ihre Pakete von Agenturen wie Swets verwerten. 

BD: Einige Autoren und Gruppierungen vertreten die Meinung, dass im Blick auf das Internet das Urheberrecht nur noch ein historischer Ballast sei. Gerade hat in Deutschland die Partei der Piraten, die freien Zugriff auf alle Netzinhalte fordert, einen beeindruckenden Wahlerfolg erzielt. Was ist an dieser Kritik berechtigt? Wie sehr ist es ein Problem, dass viele Leute, vor allem junge Menschen, sich daran gewöhnt haben, dass Information meist kostenlos angeboten wird? Was ist von Vorschlägen zu halten, die eine Flatrate vorsehen ähnlich den Rundfunkgebühren? Oder bezahlen wir in Zukunft mit der Kulturwertmarke des Chaos Computer Clubs?

AdK: Der Wahlerfolg der Piraten war in Berlin und sie haben jetzt einige Sitze im Senat, wo sie ihre erfrischenden Ideen einbringen können. Aber auch Piraten wissen, dass man Künstler und Autoren nicht enteignen kann. Die Frankfurter Buchmesse zeigt in dieser Woche über hunderttausend neue Bücher, die man kaufen muss. Apple hat gezeigt, wie man mit Musik viel Geld verdienen kann. Die zwangsmäßig eingezogenen Rundfunkgebühren sind leider ein Garant für ein inhaltlich sehr mäßiges Angebot. Eine Flatrate für Information ist aus meiner Sicht so undemokratisch wie freies Benzin für Autofahrer.

BD: Oft wird auch der Informatikbranche der Vorwurf gemacht, dass wir neue Medien in den Markt drücken, nur um das Geschäft mit den Geräten zu machen, ohne Rücksicht darauf, was dies für Nutzer oder andere Branchen bedeutet. Sollte man neue Techniken langsamer in den Markt bringen? Lässt sich eine Technikfolgenabschätzung im Voraus überhaupt machen? Überwiegt der Vorteil der technischen Dynamik nicht den Schaden?

AdK: Der inzwischen legendäre Steve Jobs hat uns allen gezeigt, wie man neue Geräte geschmackvoll und nutzerfreundlich mit Inhalten verknüpfen kann. Keiner hat vorher sagen können, wie schnell iPod, iPhone und iPad unser Leben verändern würden. Mein PowerMac kostete im Jahre 2008 über 2.000 Euro. Das neue, viel schnellere iMac 27“ kostete die Hälfte und ist eine reine Freude. Ich sehe mit großem Interesse wie die Zeit, die FAZ, der Spiegel usw. wirklich interessante Nutzungsmöglichkeiten anbieten. Ich bleibe deswegen optimistisch. Wir leben in einer aufregenden Zeit. 

BD: Du lebst und arbeitest inzwischen 35 Jahre in Deutschland. In welchen Punkten fiel Dir die Umstellung am schwersten? Was vermisst Du am meisten?

AdK: Ich vermisse die Nordsee und den frischen Wind. Im Übrigen feiern meine (deutsche) Lebensgefährtin und ich bald 34 Jahre des Zusammenseins. Es ist alles bestens. 

BD: Lieber Arnoud, vielen Dank für dieses Interview kurz vor der Frankfurter Buchmesse. Ich weiß, nicht nur die Buchmessen, auch Deine Autoren halten Dich auf Trapp.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Eike Jessen über ein Informatikerleben in Industrie und Hochschule

Eike Jessen war von 1964 bis 1972 Leiter der Großrechnerentwicklung von AEG/Telefunken in Konstanz und war unter anderem für die Entwicklung und den Bau des Rechners TR-440 verantwortlich. Jessen verließ Telefunken, um sich an einer Hochschule das inzwischen entstehende Informtik-Wissen anzueignen. Er war zunächst als Informatik-Professor in Hamburg tätig, mit einer einjährigen Beurlaubung an die Universität der Bundeswehr München, ehe er 1983 an die TU München berufen wurde. Seit 2003 ist er emeritiert. Neben seiner Lehrtätigkeit engagierte er sich besonders für den Aufbau des Deutschen Forschungsnetzes (DFN). Als langjähriger Vorsitzender des DFN-Vereins initiierte er 1988 das deutsche Wissenschaftsnetz. Jessen wurde in Elektrotechnik an der TU Berlin promoviert. Er wurde 2004 zum GI-Fellow ernannt. 



Bertal Dresen (BD): Wir beide lernten uns kennen, als Sie noch bei Telefunken in Konstanz arbeiteten. Ich selbst war damals auf der Seite Ihrer Konkurrenz tätig, nämlich bei IBM in Böblingen. Mitte der 1970er Jahre waren wir beide gleichzeitig im Präsidium der GI. Seit dieser Zeit habe ich den Eindruck, dass Sie eine andere Herangehensweise an viele Dinge haben, als diejenigen Kollegen, die ihr ganzes Berufsleben an der Hochschule verbrachten. Sehen Sie das auch so? Wenn ja, wie würden Sie diese Unterschiede charakterisieren? Sind Sie so wie es Ernst Denert in diesem Blog sagte, auch der Meinung, dass man in der Praxis Erfahrungen sammeln kann, die einem nützlich sind, auch wenn man in eine Hochschullaufbahn möchte? Wenn ja, welche dieser Erfahrungen halten Sie für besonders wichtig?

Eike Jessen (EJ): In den klassischen Ingenieurwissenschaften ist es die Regel, dass die Lehrstuhlinhaber vor ihrer Berufung Erfahrungen in der Berufspraxis außerhalb der Universität gesammelt haben. Insbesondere sollte damit erreicht werden zu lernen, wie man eine verantwortliche Rolle in einem großen Verbund spielen kann. Die Informatik in Deutschland konnte bei ihrer Gründung nicht auf ein Potenzial von praxisbewährten Wissenschaftlern zurückblicken. Das schmälert in keiner Weise die großen Leistungen, die in den 70ern beim Aufbau der Universitätsinformatik vollbracht wurden.

Ich glaube, dass neben dem Gefühl der Verantwortlichkeit für die Umgebung, in der ich arbeite, mich vor allem der Eifer gegen das Vage zu kämpfen und klare Ziele zu setzen, bestimmt hat. In dem üblichen Wissenschaftsbetrieb fühlte ich mich immer etwas fremd.

BD: Die von ihnen geleiteten Projekte bei Telefunken in Konstanz waren de facto der letzte Versuch, mit eigenen nationalen Entwicklungen im Großrechner-Bereich Fuß zu fassen, wenn wir einmal von Suprenum absehen. Darf ich Sie bitten, etwas über diese Erfahrungen zu reflektieren, technische und nicht-technische? War der anvisierte Markt zu klein, um eigene Entwicklungen zu rechtfertigen? Waren die für die Entwicklung erforderlichen Kapazitäten und Kompetenzen zu beschränkt? Wäre der Markt, in dem Heinz Nixdorf Erfolg hatte, für Sie eine Alternative oder Ergänzung gewesen? Warum hat sich im Bereich der Basis-Software (Betriebssysteme, Datenbanken, Grafiksysteme) kein deutscher Hersteller profiliert?

EJ: Mit dem TR 440 gingen wir in Konstanz in ein Projekt, das unter den Anforderungen des Marktes während der Entwicklung anwuchs, und auf technischen Grundlagen (z.B. CAD, Großrechner aus integrierten Schaltungen) basierte, die zwar im Prinzip vorhanden waren, aber eher als internes Wissen und Erfahrung einiger großer Hersteller, aber nicht in einem offenen Markt oder als Gemeingut der Fachleute. Eine Informatikausbildung gab es nicht. 

Trotz nachdrücklicher politischer Unterstützung (50% der Entwicklungskosten als DV-Förderung des Bundes, Unterstützung von TR 440-Beschaffungen in der Wissenschaft) und Verkauf von 44 Anlagen war das Vorhaben nicht profitabel. Es war immer klar, dass eine Fortsetzung der Rechnerentwicklung in Konstanz nur mit einem Partner möglich sein würde. Trotz vieler Gespräche wurde ein solcher nicht gefunden. Auch Siemens, gebunden durch die Unidata-Kooperation und die Anlehnung an die /370-Architektur, war dafür nicht geeignet.

Für den Markt, in dem Heinz Nixdorf so erfolgreich war, hatten wir weder das richtige Produkt noch Branchenwissen oder Kundenbeziehungen. Das Joint Venture Telefunken Computing zwischen AEG/Telefunken und Nixdorf scheiterte daran. 

Im Bereich Software waren die Erfolge allerdings größer als sie heute vielleicht aussehen. Da waren das Siemens BS 1000 und BS 2000. Das Telefunken BS 3 [für den Rechner TR440] war seiner Zeit ein gutes Stück voraus, die Compiler vorzüglich. Schließlich gab es Encarnaçaos Graphisches Kernsystem (GKS).

BD: An den Hochschulen, an denen Sie tätig waren, haben Sie in Lehre und Forschung  die Analyse und Optimierung von Rechensystemen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit in den Vordergrund gestellt. Wie beurteilen Sie heute die Relevanz dieser Arbeiten? Nach der Meinung vieler Kollegen haben unsere Rechner schneller ihr Preis-Leistungsverhältnis verbessert, als wir es ausnutzen konnten. Wozu sind dann noch Leistungsanalysen notwendig? Außerdem haben Sie eine Keimzelle der KI-Forschung, das Automatische Beweisen an der TU München (mit Wolfgang Bibel, Ulrich Furbach u.a.) aufgebaut. Haben sich auf diesem Gebiet Ihre Erwartungen erfüllt?

EJ: Ich verließ AEG/Telefunken mit dem Gefühl, dass wir die Abläufe für unsere Maschinen im Kleinen bestens kannten (wir hatten sie ja entworfen), dass aber ihr Verhalten im Großen, bei einer gegebenen Konfiguration und Programmlast eher wie in einer Naturwissenschaft durch Beobachtung und Messung erkundet wurde, was doch eigentlich verbürgtes Resultat einer erfolgreichen Entwicklung sein müsste. Sie haben recht, der Druck, die Leistungseigenschaften durchschauen und verantworten zu können, wurde durch die andauernde Steigerung der Halbleiterleistung gemindert, die es attraktiver machte, auf die nächste Technologiegeneration aufzuspringen als die Systementwürfe zu optimieren. Das gilt aber kaum für komplexe Systeme, mit der Durchdringung von Leistungs-, Zuverlässigkeits- und Sicherheitsproblemen.

Im Automatischen Beweisen kommt der Verdienst, diese Arbeitsrichtung in Deutschland so erfolgreich (in zahlreichen internationalen Wettbewerben demonstriert) vorangetrieben zu haben, Wolfgang Bibel und seinen Mitarbeitern zu. Daran ändert auch nichts, dass andere Verfahren der Wissensdarstellung und Deduktion sich ebenfalls verbreitet haben.

BD: Meine Kollegen und ich verbinden mit Ihrem Namen die Gründung und den Aufbau des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) sowie den Aufbau der verschiedenen Generationen des Wissenschaftsnetzes einschließlich des auf Glasfasern basierten Höchstgeschwindigkeitsnetzes (X-WiN). Wie sehr haben diese Arbeiten die schnelle Akzeptanz des Internets an Hochschulen und anderswo vorbereitet? Gab es nicht auch Sackgassen, die man – nach dem, was man heute weiß – hätte vermeiden können? Worin besteht der nachhaltige und bleibende Wert dieser außergewöhnlichen Anstrengungen für die deutsche Wissenschaft und Wirtschaft?

EJ: Das DFN konnte ab Mitte der 90er Jahre an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen Bandbreiten der Übertragung bieten, von denen die übrigen Kommunikationsanbieter weit entfernt waren. Ab 2000 galt das auch für die Links nach USA. Das ermöglichte an den Hochschulen eine Generation in Netznutzung auszubilden, die anderswo unverfügbar oder unbezahlbar war. DFN ist auch beispielgebend in der Markt- und Ordnungspolitik gewesen (der X.25-Vertrag von 1989 war der erste privatrechtliche Netzdienstvertrag, nicht länger eine hoheitliche Aufgabe). DFN ist auch das Paradebeispiel, was die Wissenschaft durch Bündelung und Formierung ihrer Bedarfe erreichen kann. Aus einem anfänglichen Rückstand von etwa 4-5 Jahren gegenüber den USA entstand bis 2001 im DFN das größte und leistungsfähigste Wissenschaftsnetz der Welt.

In der DFN-Entwicklung gab es 1989/1990 eine Phase, in der DFN die herstellerunabhängige Kommunikation über die entstehenden Normen der ISO abwickeln wollte (übrigens ermutigt durch NSF und Pentagon!), während in der Wissenschaft die Internetwelt [basierend auf den TCP/IP-Protokollen] schnell heranwuchs. Bleibender Wert des DFN ist ein erstklassiges Netz, international bestens eingebettet, und eine schlagkräftige Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft. DFN hat gerade in den letzten Jahren gezeigt, dass es mit dem Trust Management AAI für die Gemeinschaft Vorteile herausholen kann, von denen der Markt noch entfernt ist.

BD: Ich erinnere mich, dass Sie während Ihrer Zeit an der TU München intensive  Kontakte zu Universitäten in den baltischen Ländern pflegten. Welche Form und welchen Inhalt hatten diese Kooperationsprojekte? Was ist daraus geworden? Was empfehlen Sie jüngeren Kollegen, was sie in puncto Auslandskooperationen tun sollten? Was kann man daraus lernen?

EJ: Die Frage ist sehr liebenswürdig. Könnte ich noch einmal anfangen, so würde ich viel intensiver international arbeiten. Ich habe die Universität Vilnius bei der Entwicklung ihrer Informatik unterstützt und in einem von der KTH Stockholm geleiteten Projekt die baltischen Länder beim Aufbau einer (Grid-) Infrastruktur beraten.

BD: Sie können auf eine sehr lange und aktive Mitgliedschaft in der GI zurückblicken. Nicht erst als GI Fellow haben Sie mehrmals die Initiative ergriffen, um sich mit aktuell relevanten Problemen zu befassen. Welche Probleme waren dies? Was ist aus den Initiativen geworden? Wie sehen Sie generell die GI? Wird sie den Erwartungen an eine Fachgesellschaft gerecht, die berufsständige Fragen nicht ignorieren kann?

EJ: Trotz Globalisierung der Wissenschaft ist eine deutschsprachige Fachgesellschaft für Informatik unverzichtbar. Die GI muss Rahmen für die Wissenschaft Informatik und für den fachlichen Austausch ihrer Mitglieder bereitstellen, Gutachten zum Stand der Informatik erarbeiten, ihre Mitglieder – jenseits deren Spezialisierung – im weiten Gebiet der Informatik informieren und fit halten, der Öffentlichkeit und der Wissenschaftspolitik die Bedeutung der Informatik aufzeigen. 

Wie Sie sich vielleicht erinnern, scheiterte die erste Initiative (von Denert, Endres, Jessen, Oberquelle), die das Ziel hatte in der GI Fachgruppen und Regionalgruppen aufzubauen, zunächst am Misstrauen des Informatik-Establishments gegenüber Bottom-Up-Aktivitäten. Die neuen Strukturen wurden schließlich von der Mitgliederversammlung 1974 in Berlin in die Satzung der GI aufgenommen und versuchsweise eingeführt. Sie haben sich offensichtlich bewährt und geben auch heute noch der GI einen breiten Unterbau.

Ich habe mich außerdem für die GI als Fortbildungsmedium eingesetzt, und lief damit offene Türen ein. Später führte dies zur Gründung der Deutschen Informatik-Akademie (DIA), die auch heute noch wertvolle Dienste leistet. Schwieriger war es, die Idee einer Mitgliederzeitschrift durchzusetzen als Angebot für diejenigen Mitglieder, die keine Zeit haben, wochentags an Fachveranstaltungen teilzunehmen. Heute ist das Informatik-Spektrum das wichtigste fachliche Bindeglied der deutsch-sprachigen Informatiker-Gemeinde. Gerne erinnere ich mich an diese frühe Zeit unserer Zusammenarbeit.

BD: Herr Jessen, vielen Dank für das ausführliche Interview
mit einigen interessanten historischen Reminiszenzen.

Nachtrag am 20.3.3015: 

Wie mir die Familie heute mitteilte, verstarb Eike Jessen am 18.3.2015 nach langer Krankheit in seinem Haus in Tutzing.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Bundestrojaner enttarnt – Auweia!

Als wir die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FASZ) heute aus unserem Briefkasten entnahmen, hatte sie eine echte Sensationsmeldung auf ihrer Titelseite. Sie lautete:

Der Staatstrojaner wurde geknackt - Hacker können die Spionagesoftware fernsteuern. Daten ... laufen über amerikanischen Server...

Außer auf der Titelseite gab es auf Seite 12 zwei Artikel darüber, sowie einen ganzen Feuilleton-Sonderteil (Seiten 41-47). Recht ungewöhnlich für eine Publikumszeitung sind die Seiten 43-47. Sie enthalten weiter nichts als unkommentierten Assembler-Code. Wo gab es das schon mal?

Was war geschehen? Dem Chaos Computer Club (CCC) war es gelungen, mehrere Kopien des staatlichen Überwachungscodes zu bekommen und zu analysieren. Herauskam, dass der Bundestrojaner über Fähigkeiten verfügt, die Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht erlauben, die laut Verfassung verboten sind. Ob solche Eingriffe tatsächlich erfolgt sind, steht hier nicht zur Diskussion.

Das, was das Programm den Staatsorganen zu erlauben scheint, ist nicht nur für die FASZ (und ihren Chefredakteur Frank Schirrmacher), sondern sicherlich für die gesamte Öffentlichkeit ein Grund zur Besorgnis. Zwei Funktionen sind besonders gefährlich:
  • Das Programm registriert nicht nur tatsächlich versandte Nachrichten, sondern auf Wunsch auch alle Browser-Bildschirme, also auch nicht-abgesandte Entwürfe.
  • Es können ganz beliebige Programme von überall aus dem Internet nachgeladen werden.
    Es besteht kein Zweifel, dass hier den Kollegen, die sich für den Datenschutz engagieren, ein großer Coup gelungen ist. Das wird hoffentlich die Diskussion erneut beflügeln. Zwei Gedanken möchte ich noch anfügen.

    Die Art, wie Herr Schirrmacher und seine Kollegen diese Sache darstellen, gefällt mir nicht ganz. Treu seinem Mantra, das er schon in seinem 2009 erschienenen Bestseller ‚Payback‘ verkündete, sollte man Informatikern lieber generell misstrauen. Dort warnt er bereits:
    • Die wahren Autoren unserer Existenz sind heute nicht Schriftsteller, sondern Programmierer (S.134)
    • Gott wird immer mehr zum Großen Programmierer und der Computer sein Werkzeug… Der menschliche Geist ist ein Computerprogramm (S. 147)
    • Unter der Benutzeroberfläche befinden sich die Maschinenräume, die Nicht-Informatiker niemals zu sehen bekommen (S.153)
    Jetzt werden fünf (sinnlose) Seiten Assembler-Code abgebildet, so als ob hinter jedem Stück Programmcode sich nur Unheil verbergen könnte. Es ist wie ein Menetekel des Dämonischen, der Zauberspruch der unkontrollierbaren Programmierer.

    Ein anderer Gedanke hatte mich schon früher beschäftigt. Bei uns bringt der Bürger traditionell einem vom Staat angebotenen Dienst mehr Vertrauen entgegen als einem privaten Anbieter. In den USA ist es umgekehrt. Vorfälle wie der beschriebene könnten bewirken, dass auch wir Europäer uns langsam in die andere Richtung bewegen.

    Freitag, 7. Oktober 2011

    Zum Gedenken an Steve Jobs (1955-2011)

    Es gibt Ereignisse, bei denen man sich später fragt, wie und von wem man davon erfahren hat. Die gestrige Nachricht vom Tode des 56-jährigen Computer-Pioniers Steve Jobs fällt in diese Kategorie. Indem ich hier eine Auswahl von Nachrichten wiedergebe, die mich gestern, also am Donnerstag, den 6.10., erreichten, erweise ich dem verstorbenen Fachkollegen auf diese Art meine Reverenz.

    06:56 Die erste einschlägige Nachricht sehe ich kurz nach dem Hochfahren meines Desktops beim Aufrufen meines Browsers. Bei mir erscheint dann die Homepage der Telekom mit ihren Nachrichten. Hier hieß es: 

    Steve Jobs ist tot - Der seit Jahren an Krebs erkrankte ehemalige Apple-Chef starb im Alter von 56 Jahren.

    Dazu gibt es ein kurzes Video (Achtung Flash-Modus!) mit Bildern aus seinem Leben. Am Nachmittag gab es eine ausführlichere Würdigung an derselben Stelle.

    07:23 Noch vor dem Frühstück lese ich auf meinem PC einen Nachruf im Portal der Zeitschrift Digital. Er ist überschrieben:

    Steve Jobs ist tot - Rudi Kulzers persönlicher Nachruf an einen Nachbarn in Palo Alto

    08:15 Direkt nach dem Frühstück entdecke ich auf meinem iPhone den Facebook-Eintrag von Präsident Obama. Seine Worte lasse ich in Englisch stehen:

    The world has lost a visionary. And there may be no greater tribute to Steve’s success than the fact that much of the world learned of his passing on a device he invented.

    Eine sehr passende Würdigung, deren Aussage bei mir nur um gut eine Stunde daneben ging.

    08:34 Gleich danach lese ich – ebenfalls in Facebook – den Nachruf im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen (FAZ). Hier die Zusammenfassung:

    Trauer um Computer-Pionier - Steve Jobs ist tot. Der Tod des Apple-Mitbegründers Steve Jobs hat Trauer und Bestürzung ausgelöst. Der Computer-Visionär starb am Mittwoch im Alter von 56 Jahren. Er hinterlässt seine Frau und vier Kinder.

    11:05 Die New York Times und das Wall Street Journal, die ich beide regelmäßig auf meinem iPad lese, bringen jede gleich mehrere Artikel über Steve Jobs. Weitere Einzelheiten darüber erspare ich mir.

    13:18 Eine E-Mail von Cornelia Winter, der Sprecherin der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) trifft ein. Ich gebe den Wortlaut ungekürzt wieder:

    Steve Jobs ist tot! Die Nachricht hat uns heute Morgen erreicht, mitten in der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, Freunden und all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.  Steve Jobs war ein Idol für unsere Jugend und hat mit seinen Visionen die Welt verändert. Aber er war weit mehr als nur ein Visionär und Forscher. Er vereinigte in seiner Person auch noch die Eigenschaften eines großen Erfinders und herausragenden Unternehmers. Seine Produkte waren technisch revolutionär, vor allem aber trafen sie die Bedürfnisse seiner Kunden weltweit, und vor allem immer zum richtigen Zeitpunkt. Es waren nicht nur die technischen Produkte, sondern vor allem auch die Geschäftsideen wie zum Beispiel itunes, das neben MP3 die gesamte Musikwirtschaft revolutioniert hat. Als Informatiker wird er uns sicher unvergessen bleiben.

    14:44 Ein Freund und Ex-Kollege aus Portland, Oregon, schickt mir per E-Mail einen Ausschnitt aus der Los Angeles Times vom gleichen Tage. Darin heißt es: 

    Steve Jobs, who died Wednesday at 56, was the definition of a visionary, a technological trailblazer who transformed one industry after another, including computers, smartphones, music and movies. And, of course, Apple's co-founder transformed our everyday lives with gadgets like the iPod, iPhone and iPad.

    Der Zeitungsartikel enthält einen Link auf die Rede. die Steve Jobs im Jahre 2005 vor den Studenten der Stanford Universität hielt. Ich hörte mir daraufhin diese Rede, an die ich mich nur schwach erinnerte, in ihrer ganzen Länge an. Sie enthält sehr tiefe Lebensweisheiten, die unter dem Eindruck des Todes des Redners besonders stark ansprechen.

    19:00 Das Fernsehen, in diesem Falle das ZDF, bringt in den Nachrichten eine ausführliche Würdigung von Steve Jobs.

    23:06 Ein zweiter amerikanischer Freund aus Colorado schickt mir die Inhaltsseite der aktuellen Ausgabe von CNet News. Sechs von acht Beiträgen sind Steve Jobs gewidmet. Ich kopiere die Seite der Einfachheit halber:


    Inhalt CNET News

    PS1: Nicht ganz so zeitig sind die auf Papier gebliebenen Zeitungen. Dennoch zollen auch sie gebührende Reverenz. So hat die heutige Freitagsausgabe der Stuttgarter Zeitung dem Verstorbenen das Titelbild, den Leitartikel sowie die gesamten Seiten 2 und 3 gewidmet.

    PS2: Einige Bemerkungen zu Jobs und Apple gab es in diesem Blog vor etwa einem halben Jahr.

    Donnerstag, 6. Oktober 2011

    Erfahrungen mit Navigationssystemen

    Meine Erfahrungen mit Navigationssystemen beziehen sich inzwischen auf vier Hardware-Generationen. Es begann mit dem Mobilen Digitalen Assistenten (MDA-II) der Telekom. Danach kam ein spezielles mobiles Navi-Gerät (TomTom). In letzter Zeit übernahmen bereits zwei Generationen eines Smartphones (iPhone) auch mehr und mehr diese Funktion. Ein im Auto fest eingebautes Navigationsgerät hat mich nie interessiert. Einerseits hätten wir, um alle fünf Familienmitglieder zu befriedigen, mitunter bis zu fünf Autos mit entsprechenden Geräten ausstatten müssen. Andererseits war es immer mein Wunsch, ein Navi auch beim Wandern dabei zu haben, vor allem bei Spaziergängen in großen Städten. Die Funktionalität der Systeme verbesserte sich im Laufe der Zeit erheblich. War am Anfang der für Karten zur Verfügung stehende Speicherplatz noch äußerst knapp bemessen, löste sich dieses Problem bald auf. Die nachstehende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Daten der hier besprochenen Geräte zusammen.


     Vergleich technischer Leistungsdaten

    Die dramatische Steigerung der Leistungsfähigkeit in weniger als 10 Jahren ist nicht zu übersehen. Bei einigen Geräten wurde neben dem Navigieren auch immer eine Reihe anderer nützlicher Funktionen und Anwendungen angeboten. Wir erleben im Moment eine rasante Entwicklung hin zu dem allzeit am Körper getragenen Universalgerät. Ich diskutiere im Folgenden meine Erfahrungen, bezogen auf drei historische Phasen in der Entwicklung dieser Technik.

    Frühe, etwas anstrengende Versuche

    Der MDA-II war das zweite in einer Reihe von Multifunktionalgeräten, welches die Deutsche Telekom etwa seit 2004 anbot. Es war ein Mobiltelefon mit Kamera und relativ großem Bildschirm (53 x 70 mm, 240 x 320 Bildpunkte). In der Grundausstattung bestand der Speicher aus einem ROM- und RAM-Teil von 22 bzw. 64 MB. Mit Hilfe einer SD-Karte konnte der Speicher (fast) beliebig erweitert werden. Das Gerät war relativ schwer (188 Gramm), die Batterie hielt nur wenige Stunden. Als Digitaler Assistent waren Kontaktverzeichnisse und Kalenderfunktion sehr komfortabel ausgebaut. Man konnte auch Dateien herunterladen und E-Mails verschicken. Das verlangte aber bereits einige Klimmzüge.

     

    T-Moblie MDA-II

    Zum Navigieren installierte ich den Navigator der Firma Falk. Die Falk-Karten waren mir sehr geläufig und hatten einen guten Ruf. Die erste Testfahrt mit dem neuen Gerät unternahm ich an einem Sonntag von Sindelfingen nach Bietigheim am Neckar, eine Entfernung von etwa 50 km. Bis nach Bietigheim erfolgte die Navigation reibungslos. Innerhalb des Orts wurden wir nicht dahin geführt, wohin wir wollten, sondern endeten in einer Sackgasse. Freundliche Passanten dirigierten uns weiter. Das wahre Fiasko trat erst am Monatsende zutage, als ich meine Telefon-Rechnung ansah. Sie enthielt Extragebühren von 23 Euro für das Herunterladen von Karten. Daraufhin schenkten mir meine Kinder einen Zusatz-Speicherchip von 500 MB mit einer Deutschland-Karte drauf (für 99 Euro). Jedes Mal, wenn ich vergessen hatte die Batterie rechtzeitig aufzuladen, - was nicht selten vorkam - musste ich die Navigator-Anwendung (sowie alle anderen Anwendungen) neu im RAM-Teil des Speichers installieren. Außerdem musste nach dem Hochfahren die Standardeinstellung des Geräts manuell geändert werden, d.h. ein bestimmtes Häkchen in einem Eingabefeld musste gesetzt oder gelöscht werden.

    Ausgereifte Spezialsysteme

    Ans Navigieren gewöhnen konnte ich mich erst mit der nächsten Generation von Geräten. Nach entsprechenden Marktstudien entschloss ich mich Ende 2007 für das Gerät TomTom GO 730. Es enthält genug Speicherplatz, um Karten von ganz Europa vorzuhalten. Sowohl die Software des Gerätes wie auch die Karten lassen sich vom Internet her auf den neuesten Stand bringen. Vor jeder größeren Reise empfiehlt es sich, dies zu tun. Die Funktionalität des Geräts lässt sich in vielfältiger Weise anpassen. Man kann nicht nur die Stimmen und die Sprache der Ansager ändern, sondern auch die Art der Objekte, auf die man hingewiesen sein möchte. Das können Tankstellen sein und Parkhäuser, aber auch Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Das Kartenmaterial ist in der Regel sehr zuverlässig, die Anzeige am Bildschirm klar und übersichtlich. 

    Meine Frau und ich haben inzwischen mehrere Tausend Kilometer per Auto zurückgelegt, bei denen wir keine Papierkarten mehr dabei hatten. Auch wenn wir dieselbe Strecke bereits kennen, bleibt das TomTom-Gerät an. Es warnt dann vor Überschreitungen der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit und vor Radarfallen (letzteres nur als Zusatzfunktion). Statt über eine (simulierte) Tastatur können Ziele auch mündlich eingegeben werden. Die Laufzeit der Batterie ist kein Problem mehr, da alle Programme und Daten in nicht-flüchtigem Flash-Speicher vorgehalten werden.


    TomTom GO 730

    Kleinere Probleme gab es auch hier. Einige Beispiele, die sich einprägten, seien kurz erwähnt. In La Spezia an der ligurischen Küste Italiens kannte man eine neu eröffnete Stadtautobahn nicht und lenkte uns partout in abgeschnittene Querstraßen. In Eze-sur-Mer an der Côte d’Azur war der städtische Parkplatz bereits über 200 m vorbei, bevor wir zum Abbiegen aufgefordert wurden. Da die Moyenne Corniche, die Küstenstraße auf halber Höhe, anschließend bis nach Nizza keine Wendemöglichkeit mehr bot, entfiel das Wiedersehen mit Eze halt. Auch in Schweizer Tunnels kann die Ansage verwirrend werden, wenn der GPS-Empfang zu lange aussetzt. In kritischen Situationen nehme ich schon mal eine zweite Orientierungsmethode zu Hilfe, nämlich das Smartphone (siehe unten). Das geht allerdings nur als Beifahrer. Nachdem das TomTom-Gerät mehrmals völlig unerwartet durch die Gegend flog, ist das Ankleben des Geräts an der Windschutzscheibe vollkommen aus der Mode gekommen. Es liegt jetzt immer auf der Mittelkonsole.

    Zusätzlich zum TomTom-Gerät verfüge ich über ein weiteres vollwertiges Navigationssystem. Es ist das System Navigon, das für Telekom-Kunden kostenlos auf dem iPhone zur Verfügung gestellt wird. Ich benutze es nur, wenn ich das TomTom vergessen habe. Da dies eher selten der Fall ist, bin ich mit diesem System auch noch nicht richtig vertraut.

    Moderne Universallösungen

    Während das TomTom-Gerät nur bei Autofahrten zum Einsatz kommt, gibt es längst ein Gerät, dessen Kartenmaterial ich tagtäglich auch zuhause benutze, ja oft mehrmals pro Tag. Es sind dies die Google Maps auf meinem iPhone, das ich seit Ende 2008 besitze. Hier gibt es kostenlose Karten für die ganze Welt. Man kann dank GPS sich sowohl die eigene Position (als kleine blaue Kugel) zeigen lassen, als auch Routen zwischen zwei Zielen berechnen lassen. Wenn immer ein Ortsname im Gespräch oder im Fernsehen erwähnt wird, von dem ich wissen möchte, wo er liegt, suche ich ihn per Google Maps. Das geht so schnell, dass das Gespräch nicht einmal ungebührlich verzögert wird. 

    Wie oben bereits erwähnt, benutze ich die Google Maps auch manchmal beim Autofahren als Ergänzung zum TomTom-Gerät, um zu sehen, wo ich mich gerade befinde. Das kann mir das TomTom zwar auch sagen, ich muss aber von der Routendarstellung auf die Kartendarstellung umschalten. Das dauert während des Fahrens zu lange und geht oft daneben. Da ich mein Smartphone immer am Gürtel trage, bin ich mir (fast) sicher, dass ich mich in keinem Urwald und in keiner Stadt mehr verlaufen werde. Drei Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein: die Batterie darf nicht leer sein, die Stärke des Mobilfunkempfangs muss ausreichen und der Roaming-Tarif muss tolerabel sein. Selbst im europäischen Ausland sind diese Bedingungen sehr oft nicht erfüllt. Das GPS-Signal dagegen ist weltweit verfügbar und kostenlos.


     Apple iPhone 3G

    Ein weiterer Einstieg in das Kartenmaterial von Google kann über Google Earth erfolgen. Da für diese Anwendung die Kapazität des Mobiltelefons an ihre Grenzen stößt, benutze ich hierfür lieber den PC. Wird eine Urlaubsreise geplant, fliege ich das Ziel gerne vorher mit Google Earth an.

    Das Smartphone stellt bekanntlich ein völlig neues und universelles Medium dar, dessen Verwendungsmöglichkeiten erst sukzessive erschlossen werden. Fast jedes Quartal werden neuartige Anwendungen (Apps genannt) angeboten, an die vorher niemand gedacht hatte. Drei Beispiele seien kurz erwähnt, da sie mit dem Thema Navigation verwandt sind.
    • Die App myCar Park merkt sich die Koordinaten eines geparkten Autos und führt den Besitzer später an diese Stelle zurück.
    • myTaxi ruft ein Taxi vom nächstgelegenen Taxistand und führt es zu der Stelle, an welcher der Rufer steht.
    • Mein IPhone suchen gestattet es, von einem andern iPhone (oder einem iPad) aus ein verlorenes iPhone (oder iPad) zu lokalisieren. Das geht natürlich nur, wenn das Gerät eingeschaltet war. Man kann das Gerät aus der Ferne ausschalten oder seine Daten löschen.
    Für alle diese drei Anwendungen ist die derzeit verfügbare Genauigkeit der GPS-Ortung eigentlich nicht mehr ausreichend. Bei mehrfachen Versuchen können Schwankungen um 20-30 m auftreten. Wenn nicht von GPS selbst, so wird dieses (kleine) Problem vielleicht eines Tages von dem geplanten europäischen Satellitensystem Galileo gelöst werden. Meine Sorgen um dieses Projekt habe ich im Februar bereits zum Ausdruck gebracht, in diesem Blog natürlich.

    Außer fürs Navigieren und Lokalisieren benutze ich mein Smartphone für ein immer größer werdendes Spektrum von Anwendungen. Neben dem Telefonieren sind dies im Moment vor allem Chatten, Fotografieren, E-Mails und Presseinformationen empfangen und Spielen. Was es im nächsten Jahr sein wird, weiß ich noch nicht.

    Samstag, 1. Oktober 2011

    Innovationspreis 2011 der Gesellschaft für Informatik (GI) vergeben

    Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) wird diese Woche den Innovations- und Entrepreneurpreis für das Jahr 2011 verleihen. Mit diesem Preis zeichnet die GI informatikbezogene Erfindungen, Innovationen und einschlägige Unternehmensgründungen aus. In diesem Jahr haben die Systeme „UPcload“ und „Beschaffernetzwerk“ den GI-Innovationspreis gewonnen.

    Das System UPcload dient der automatisierten Erfassung der Körpermaße einer Person mit einer Standard-Webcam. Auf diese Weise ermöglicht UPcload dem Konsumenten passformsichere Kleiderkäufe und reduziert das aufwändige Retourmanagement für die Händler. UPcload beansprucht Alleinstellungsmerkmale hinsichtlich der Spezifikation von musterbasierten Algorithmen zur Segmentierung der fotografierten Person vom Hintergrund sowie der Entwicklung von Sub-Pixel-Algorithmen zur Verbesserung der Messgenauigkeit unter Berücksichtigung anatomischer Eigenschaften der Menschen. UPcload überzeugte die Jury nicht nur durch die technische Innovation sondern auch durch ihre bislang erfolgreiche Geschäftspolitik. 

    Die Firma UPcload GmbH hat ihren Sitz in Berlin (E-Mail: contact@upcload.com). Geschäftsführer sind Asaf Moses und Sebastian Schulze.

    Mit dem Beschaffernetzwerk der ondux GmbH würdigt die GI ein Internetportal, welches der öffentlichen Verwaltung einen schnellen und effizienten Wissens- und Informationsaustausch ermöglicht. Das „Beschaffernetzwerk“ ist ein soziales Netzwerk, das erhebliche Einsparungen bei der öffentlichen Auftragsvergabe verspricht. Dieser potenzielle Mehrwert in Verbindung mit geschlossenen Nutzergruppen und einem Höchstmaß an Vertraulichkeit hinsichtlich persönlicher Daten hat nicht nur bereits viele Nutzer gefunden, sondern auch die Jury überzeugt.

    Die Firma ondux GmbH hat ihren Sitz in Estenfeld bei Würzburg (E-Mail: info@beschaffernetzwerk.de). Geschäftsführer ist Dr. Berc Pekayvaz.

    Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung findet auf der GI-Jahrestagung Informatik 2011 am 5. Oktober 2011 in Berlin statt. 

    PS. Der Wortlaut dieses Beitrags entstammt in großen Teilen einer Presseverlautbarung der GI.