Sonntag, 6. Februar 2011

Senioren und Informatik

Herr Kollege Rul Gunzenhäuser und ich kennen uns seit etwa 45 Jahren. Er war unter anderem Zweitgutachter bei meiner Promotion im Jahre 1975. Heute ist er Ruheständler und GI-Fellow so wie ich. In den letzten 18 Monaten haben wir − zu meiner großen Überraschung und Freude − intensiver zusammengearbeitet als in den Jahrzehnten davor. Es begann im Mai 2009 in Salzburg. Während eines Treffens der GI-Fellows meinte er plötzlich, was ich gerade erzählt hätte, klinge ganz vernünftig. Wenn ich der Sache nachgehen wollte, würde er mir helfen. So entstand das Büchlein Schuld sind die Computer!. Letztes Jahr im Herbst rief er an und sagte, er hätte Kontakt zu einem Seniorenheim in Stuttgart. Die Leute möchten von ihm hören, wofür man Computer im Altersheim einsetzen könnte. Ob ich nicht helfen könnte, darüber nachzudenken. Ich war zunächst etwas zögerlich, aber er ließ nicht locker. Entstanden ist innerhalb kürzester Zeit ein 25 Seiten starkes Pamphlet mit dem Doppeltitel:

Wofür aktive Senioren Computer und Internet nutzen
Ein Ratgeber zu aktuellen Informatikanwendungen aus dem Privatbereich

Wir stellen darin 18 Anwendungen vor, von denen wir glauben, dass sie für Senioren (beiderlei Geschlechts) nützlich und beherrschbar sind. Es handelt sich um folgende Anwendungen: Textverarbeitung, Elektronischer Postdienst, Informationssuche, Geografische Navigation, Volltext-Bibliothek, Reiseplanung, Fotobearbeitung, Nachrichtendienste, Radioempfang + Filme, Archiv + Buchhaltung, Online-Spiele, Homepage + Bloggen, Internet-Telefonie, Musik-/Filmproduktion, Online Banking, Internet-Handel, Medizinisches Monitoring sowie Heimsport am Computer.

Die Beschreibungen konzentrieren sich auf die Aufgaben, die man lösen kann, sowie auf den Nutzen, den dies bringt. Es sollen der Appetit geweckt und Ängste beseitigt werden. Einige bunte Bilder gibt es auch. Auf die allseits bekannten Produkte wird nur hingewiesen. Dabei werden sowohl Produkte berücksichtigt, die es für den Desktop-PC gibt, aber auch die entsprechenden Apps für ein bekanntes Smartphone. Außerdem geben wir Tipps, wie man bei der Auswahl, der Beschaffung und der Installation von Hardware und Software vorgehen kann. Wir weisen auch auf Risiken hin, denen man aus dem Wege gehen sollte, wenn man nicht in Schwierigkeiten geraten will. In einem Glossar werden die benutzten Fachbegriffe erklärt.

Außer an das fragliche Stuttgarter Seniorenheim wurde die Broschüre inzwischen an zwei weitere Organisationen weitergegeben, die sie über ihre Kanäle verteilen. Es sind dies das Netzwerk baden-württembergischer Senioren-Internet-Initiativen sowie die Integrata Stiftung in Tübingen. Im letzteren Falle ist sie über das Portal HumanITesia (im Sektor Beiträge) zugreifbar. Auf Anfrage ist die Broschüre als PDF-Datei von den Autoren erhältlich. Ob sie mal gedruckt erscheinen wird, steht noch in den Sternen

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