Donnerstag, 24. März 2011

Erfahrungen mit maschineller Sprachübersetzung

Seit einigen Jahren lasse ich hin und wieder Texte aus dem Deutschen maschinell ins Englische übersetzen, um sie nicht Deutsch sprechenden Freunden und Bekannten zur Kenntnis zu bringen. Ich benutze dafür mal kostenlose, im Internet zur Verfügung stehende Programme, mal ein kommerzielles Produkt, das ich installiert habe.

Insgesamt ist die Qualität der Übersetzung bei den mir bekannten Programmen schon ganz beachtlich, aber noch keineswegs zufriedenstellend. Es lohnt sich aber in jedem Falle die maschinelle Übersetzung als Basis zu verwenden. Man spart sich sehr viel Schreibarbeit. Ich mache die notwendigen Korrekturen wesentlich schneller als den ganzen Text neu einzutippen. 

Um den Stand der Technik zu zeigen, habe ich zwei Texte aus diesem Blog als Beispiele gewählt. Der eine ist reines Zeitgeschehen, der andere geht etwas ins Fachliche. Ich gebe drei Übersetzungen wieder, ohne zu sagen, von welchem Programm sie stammen. Wer es unbedingt wissen will, kann mich fragen. Keine der drei Übersetzungen ist vollkommen fehlerfrei, aber alle sind als Basis für die Weiter­bearbeitung brauchbar. Erwähnen möchte ich noch, dass es – meist für einen Aufpreis – spezielle Fachlexika gibt, so etwa für IT. Ich habe keines benutzt.

Beispieltext vom 14.3.

D: Verblüffend für viele Beobachter ist, dass in den ganzen Umwälzungen der letzten Monate das Terrornetzwerk Al Qaida so gut wie verstummt ist. Es scheint sich herauszustellen, dass es weder eine politische noch eine soziale Massenbewegung repräsentiert. Selbst eine so außergewöhnliche Aktion wie die am 11. September 2001 in New York und Washington, war nicht das Werk von im Volke verwurzelten revolutionären Führern. Ähnlich wie bei der RAF in Deutschland rekrutierten die Täter sich aus selbsternannten Eliten. Es waren alles Söhne reicher Familien aus Ägypten und Saudi-Arabien, die in der deutschen Diaspora von muslimischen Hasspredigern radikalisiert wurden. Wenn ihnen jetzt das eigene Volk zeigt, wie gut man auf sie verzichten kann, besteht die Chance, dass diese Bewegung austrocknet. Schön wäre es.

E1: Observer is that in all the radical changes of the last months the terror network Al Qaida is as well as ceased amazing for many. It seems to point himself out that another social mass movement represents a political it. Even an action as unusual as this one on September 11th, 2001 in New York and Washington was not the work of revolutionary leaders rooted in the people. The perpetrators similarly recruited themselves as in the case of the RAFs from self-appointed elites in Germany. These all were sons of rich families from Egypt and Saudi Arabia which were radicalized by Muslim preachers of hate in the German diaspora. If the people of one's own shows them now how well one can do without her, passes the chance that this movement dries out. It would beautiful be.

E2: Amazingly to many observers is that is as good as silent in the whole upheaval of recent months, the terrorist network Al Qaeda. It seems to highlight that there is neither a political nor a social mass movement represented. Even such an extraordinary action on the 11th as September 2001 in New York and Washington was not the work of the people rooted revolutionary leaders. Similar to the RAF in Germany recruited the perpetrators from self-appointed elites. They were all sons of wealthy families from Egypt and Saudi Arabia, the radicalized in the German Diaspora of Muslim hate preacher. If they now show their own people, how good you can do without them, there is a chance to dry out the movement. It would be nice.

E3: For many observers it is astonishing that in the whole circulations of the last months the terrorism network Al Qaida grew silent so well. It seems to turn out that it represents neither a political still another social mass movement. Even a as unusual action as on 11 September 2001 in New York and Washington, was not the work of revolutionary leaders rooted in the people. Similarly as with the RAF in Germany the authors recruited themselves from self-appointed elite. Were all sons enrich families from Egypt and Saudi Arabia, which were radicalized in the German Diaspora by Muslim Hasspredigern. If them the own people shows now, how well one can do without it, the chance exists that this movement drains. It would be beautiful.

Beispieltext vom 22.3.

D: Hier liegt ein gravierendes Problem. Die sehr schnell stärker werdende Bedeutung der Software erfordert Veränderungen in der Organisation und in den Prozessen bei Herstellern und Zulieferern, die von Fachleuten geplant und umgesetzt werden müssen. Analysen zeigen gravierende Defizite in den Kompetenzen. Für Informatiker ist die Automobilindustrie aber nur attraktiv, wenn sie dort nicht nur ihr Wissen und Können ungebremst entfalten, sondern sich auch weiter entwickeln können. Das ist noch nicht hinreichend der Fall, auch wenn in Einzelfällen Informatiker bereits in höchste Verantwortung gekommen sind.

E1: A serious problem lies here. The significance of the software being very fast more strongly requires changes in the organisation and in the processes among manufacturers and suppliers who must be planned and converted by experts. Analyses show serious deficits in the competences. For computer scientists, however, the motor industry is only attractive if they without breaking develop not only her knowledge there but can develop also further. This is not adequately the case yet even if in individual cases computer scientists have already come into the highest responsibility. 

E2: This is a serious problem. The rapidly-increasing importance of software requires changes in organization and in the processes of manufacturers and suppliers that need to be planned and implemented by professionals. Analysis shows significant gaps in the competencies. For computer scientists the automotive industry is only attractive if they do not only their knowledge and skills to develop unchecked, but also can develop. That is not sufficiently the case, even if computer already come in individual cases in the highest risk.

E3: Here a serious problem lies. Those very fast more strongly becoming meaning of the software requires changes in the organization and in the processes with manufacturers and suppliers, that must be planned and converted by specialists. Analyses show serious deficits in the authority. For computer scientists the automobile industry is however attractive only if they can a not only their knowing and being able without brakes there unfold, but also further develop. That is not yet sufficiently the case, even if in individual cases computer scientists already came into highest responsibility.

Über die von den einzelnen Programmen verwandten Methoden der Sprachübersetzung besitze ich leider keine genauen Informationen. Ich vermute, dass zumindest in einem Falle ein statistischer Ansatz angewandt wird. Als grobe Bewertung möchte ich folgendes sagen:  Auf den Sprachstil bezogen gefällt mir das Programm 2 etwas besser als die andern, dafür ist aber die Wortwahl bei Programm 3 manchmal besser. Programm 1 schneidet in keinem der beiden Aspekte besonders gut ab. Alle drei Programme sind noch verbesserungsbedürftig. Ich hätte nichts dagegen, wenn durch diesen Beitrag eine weiterführende Diskussion angestoßen würde.

1 Kommentar:

  1. Die Zukunft der maschinellen Sprachübersetzung war auch Thema der Literaturbeilage der (Londoner) Times am 9.3.2011. Der Artikel von Kerstin Hoge hieß: ‚The future of the English language. Will English survive as a lingua franca, or will translation technology make it unnecessary?’. Hier ist der Link:

    http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/the_tls/article7172591.ece

    Ein Freund eines meiner (amerikanischen) Freunde schrieb dazu eine nette Glosse. Ich habe sie maschinell übersetzt und füge die leicht korrigierte Version hier ein:

    „Nur vor ein paar Hundert Jahren lasen alle gebildeten Menschen in der westlichen Welt Latein und schrieben es (und einige unterhielten sich sogar in ihm), so dass sie leicht kommunizieren konnten mit Gebildeten in anderen Ländern. Natürlich sprachen sie auch ihre Landessprache, was immer es war, so dass sie mit ihren Dienern, ihren Frauen und den Ungebildeten im Allgemeinen sprechen konnten.

    Heute hat Englisch fast die Rolle übernommen, die Latein vom Fall des Römischen Reiches bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts einnahm, und dürfte diese Position behalten. Aus demografischer Sicht scheint Mandarin ein potentieller Konkurrent zu sein; aber es scheint eine Sprache zu sein, die so schwer nach der Pubertät zu lernen ist, dass abgesehen von einigen ganz unvorhergesehene Entwicklungen − wie einem chinesischen Sieg im USA-China-Krieg − es unwahrscheinlich erscheint, dass die Führungsrolle überwunden wird, die Englisch heute hat.

    Mit Englisch als Nachfolger von Latein als der internationalen Sprache von Finanzen, Wirtschaft, Wissenschaft, Diplomatie und Angelegenheiten höherer Ordnung im Allgemeinen, bleibt nur die Frage, was die Massen sprechen, die es nicht nötig haben, international zu kommunizieren und die keinen Anspruch erheben, über etwas anderes zu sprechen als ihre persönlichen Meinungen und Bedürfnisse? Meine Vermutung ist, dass in jedem Land sie einen anderen Dialekt sprechen werden oder Kreolisch, dessen Basis eine Mischung aus Englisch und ihrer Muttersprache sein wird. Um es stark vereinfacht darzustellen, fast als wäre es Travestie, die Gebildeten werden überall (untereinander) gutes Englisch sprechen, die Massen dagegen schlechtes Englisch.

    Das bedeutet unter anderem, dass die maschinelle Übersetzung keine Zukunft hat: die Gebildeten, die alle Englisch sprechen, brauchen sie nicht, weil sie alle die gleiche Sprache sprechen; die Ungebildeten brauchen es nicht, weil sie nicht über Sprachgrenzen hinweg kommunizieren wollen. Lasst uns diese Prognose im Hundert-Jahres-Zyklus für die nächsten fünf Jahrhunderte oder so überprüfen, und feststellen, ob ich Recht habe.“

    Trotzdem werde ich mich für den Rest meines Lebens mit Gebildeten und Ungebildeten in unserem Lande weiterhin in Deutsch unterhalten – oder dem, was ich dafür halte. Kreolisch, das bei uns auch oft als Denglisch bezeichnet wird, werde ich versuchen zu vermeiden.

    Ich zitiere den obigen Text mit freundlicher Erlaubnis des Autors Mark Halpern, einem Informatiker und Schriftsteller aus Oakland,CA.

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