Montag, 2. Juli 2012

Die 18 Monate dieses Blogs – statistisch gesehen

Dieser Blog ist ein Experiment. Daher verfolge ich, – so gut es geht  ̶  was mit dem, was ich und meine Ko-Autoren produzieren, so passiert. Da Sie als Leser bis jetzt jedes halbe Jahr eine kleine Statistik bekamen, sollen Sie jetzt nach dem dritten Halbjahr wieder einige Daten bekommen. Sie basieren auf dem Stand von 1.7.2012.

Besucher und deren Herkunft

Die Anzahl der Besucher (Seitenaufrufe) dieses Blogs hat sich vom zweiten Halbjahr zum dritten Halbjahr um weitere 81% gesteigert (von 10.685 auf 19.378). Die Seitenaufrufe des am gleichen Tage gestarteten Blogs zu dem Buch ‚Schuld sind die Computer!‘ haben sich nur geringfügig verändert. Ich lasse sie daher jetzt und in Zukunft weg. Dafür vergleiche ich die Zahlen dieses Blogs für die beiden letzten Stichtage.
 

Die Verteilung der Leser auf Länder hat sich – soweit ich dies feststellen kann – im letzten Halbjahr kaum verändert. Die ersten neun Länder blieben dieselben. Luxemburg hat Tunesien vom zehnten Platz verdrängt. Frankreich, Russland und die Ukraine haben sich nach oben geschoben. Singapur stagniert. Es sind laufend noch neue Länder dazu gekommen. Ob es hier überall Leute gibt, die mit deutschen Texten etwas anfangen können, weiß ich nicht. Vielleicht sind es Schüler oder Studenten, die Übungstexte suchen, oder deutsche Diplomaten, Soldaten und Touristen, die sich nur vorübergehend dort aufhalten. Unter den seltener vorkommenden Ländern fielen mir diesmal auf: Afghanistan, Albanien, Bosnien-Herzogewina, China, Hongkong, Lettland, Litauen, Mexiko, Philippinen, Portugal, Spanien, Tschechien und Uruguay. Die Gesamtzahl der Leser aus diesen Ländern liegt bei 1.111 und ist in der Tabelle als ‚Übrige Länder‘ aufgeführt. Die genaue Verteilung auf die übrigen Länder kann ich nicht feststellen. Es muss aber eine sehr flache Kurve sein.

Themen und Sonstiges

Bei den Themen gibt es weiterhin eindeutige Spitzenreiter. Deren Zugriffszahlen erhöhen sich auch jetzt noch laufend. Erstaunlich ist, dass das Alter der Beiträge offensichtlich keine große Rolle spielt. Entscheidend ist vor allem das Thema, oder  ̶  etwas genauer formuliert  ̶  die Vermutung, dass da evtl. eine Aussage erfolgt, von der es sich lohnt, dass man darauf Zeit verwendet. Die Zeit des Nutzers, oder seine Aufmerksamkeit, ist das alles entscheidende Kriterium. Der Zugang zum Internet ist längst eine Selbstverständlichkeit, ebenso die Überfülle der inhaltlichen Angebote.


An der Spitze liegt jetzt ein zeitgeschichtlicher Beitrag (Zigarettenbilder), dessen Bilder sehr faszinierend sind. Zwei Beiträge meiner Freunde Hans Diel und Peter Hiemann (Quantenphysik, Popper) erregten großes Interesse. Aber auch meine Predigten für meine Enkelin (Abi 2012) zogen vermutlich einige jugendliche Leser an. Auf den Plätzen hinter den 3-4 Spitzenreitern gibt es laufend Änderungen. Sehr gut  ̶  allerdings (noch) nicht unter den ersten Zehn  ̶   liegen die Beiträge von Hartmut Wedekind (Fregestadt Wismar, Piraten) und die Interviews mit Walter Tichy und Herbert Bellem. Nochmals vielen Dank.


Ich kann übrigens für alle 170 Beiträge ihre Zugriffshäufigkeit genau feststellen. Die vorhergehende Grafik veranschaulicht diese Zahlen. Sortiert man die Beiträge nach der Häufigkeit der Zugriffe (blaue Kurve), so ergibt sich hier ein so genannter langer Schwanz (engl. long tail), ein Phänomen, das auch andere Internet-Aktivitäten feststellen. Die Darstellung nach relativem Alter (rote Kurve) zeigt, dass die Attraktivität nichts mit dem Erscheinungsdatum zu tun hat. Die durchschnittliche Zugriffhäufigkeit liegt bei 65,4 Seitenaufrufen, die niedrigste bei 7.

Angegeben wird vom System auch, mit welchen Begriffen in Google gesucht wurde. Hier einige Beispiele in absteigender Häufigkeit: 

Unterschied Beruf Profession
Berühmte Informatiker
Germanen
SAP bpmn 2.0
Ausonius
Alkuin von York
Claude Shannon
Schlacht von Köln
Piraterie Somalia.

Mir ist allerdings nicht klar, ob dies Begriffe sind, die anschließend zu meinem Blog führten, oder ob man von meinem Blog-Eintrag inspiriert wurde, nach diesen Begriffen zu suchen. Ich vermute Letzteres.

Bezüglich der im letzten Bericht gezeigten Verteilung auf Betriebssysteme und Internet-Browser hat sich wenig geändert.

Die Sinnfrage: Warum blogge ich?

Ein Leser warf die Frage auf, warum ich mir als älterer Mensch so etwas wie einen Blog antue. Deshalb möchte ich ein paar Bemerkungen in dieser Richtung machen.

Wie ich in den ersten Beiträgen vor 18 Monaten erläuterte, ging ich mit sehr viel Skepsis an das Projekt Bertals Blog heran. Der Auslöser war die Erfahrung mit der letzten verbliebenen deutschsprachigen Fachzeitschrift, die ganze 18 Monate brauchte von der Einreichung eines Beitrags bis zum Druck. Ich empfand das nicht mehr zeitgemäß, abgesehen davon, dass Lebenszeit bei mir zu einem immer wertvolleren Gut wird. Ich entdeckte dann, dass dieses neue Medium neben Schnelligkeit (18 Stunden statt 18 Monate) weitere Vorteile bietet.

Das Internet macht es sehr leicht, mit Bekannten und Freunden überall auf der Welt in Kontakt zu bleiben. Ein Blog verleiht dieser Kommunikation eine gewisse Struktur. Das gilt insbesondere im Vergleich zu den berühmt-berüchtigten Sozialen Netzen (siehe unten). Es gibt auch weiterhin eine persönliche Korrespondenz. Sehr vieles, worüber ich mich mit meinen Bekannten zuerst bilateral austausche, erweist sich auch für Dritte von Interesse. Nach erfolgter Zustimmung wird eine solche Korrespondenz meist noch in derselben Woche veröffentlicht. Das Besondere ist, dass man einen Text, den man vor einem Jahr schrieb, jederzeit ergänzen oder verbessern kann. Um Leser nicht zu verwirren, muss man dies sehr vorsichtig tun, oder die Änderungen kennzeichnen. Kommentare, die bei andern Blogs oft eine große Ergänzung und Belebung darstellen, sind bei mir eher die Ausnahme.

Es geht in diesem Blog nicht nur um fachliche Informationen. Fast dominieren politische, kulturelle und historische Themen. Die Vielfalt der in diesem Blog behandelten Themen wird unter anderem dadurch verursacht, dass ich das Medium auch für meine Bekannten und Freunde öffnete. Es sind fast 30 Kolleginnen und Kollegen (sowie zwei meiner vier Enkel), die in diesem Blog zu Wort kamen. Eine Klatschspalte ist es dadurch nicht geworden. Ich denke, dass viele, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, sich hin und wieder über Lebenszeichen von Bekannten freuen. Zeit ist sowohl bei mir wie bei einigen der älteren Teilnehmer des Blogs nicht mehr das Hauptproblem. Mein Problem ist immer mehr die eingeschränkte Mobilität.

Fazit: So lange ich Geduld und Lust dazu habe, werde ich Bertals Blog weiterbetreiben. Natürlich freue ich mich, wenn Kollegen und Freunde dieses Medium nicht nur passiv zur Kenntnis nehmen, d.h. es konsumieren, sondern hin und wieder selbst aktiv werden. Drängen möchte ich niemanden.

Die Rolle sozialer Netzwerke

Viele Menschen setzen heute das Internet mit bestimmten sozialen Netzwerken gleich. Auch ich beobachte diese während der ganzen Zeit, in der ich diesen Blog betreibe. Dabei stelle ich mir stets die Frage, ob ich vielleicht das Werkzeug wechseln sollte, um evtl. mit weniger Arbeit einen größeren Effekt zu erzielen.

Das Netzwerk, das meinen Zwecken am nächsten kommt, ist LinkedIn. Ich besitze darin etwa 140 Kontakte, die große Mehrheit davon lebt im Ausland. Es sind frühere Firmen- und Fachkollegen und verstehen in der Regel kein Deutsch. In dem viel zitierten Facebook besitze ich etwas über 20 so genannte Freunde. Es ist dies primär Verwandte und (bisherige) Freunde. Besonders die Enkel meiner Geschwister sind stark vertreten. Dort erfahre ich, welche Bekanntschaften sie gerade pflegen und welchen Hobbies sie gerade nachgehen. Ich bin dadurch teilweise besser informiert als die betreffenden Eltern. Auf Twitter ist der Sprecher der Bundesregierung mein aktivster Gefolgsherr (engl. person following), gefolgt von der Vertriebsabteilung meines früheren Arbeitgebers und einem befreundeten Verleger. Diese drei Netze sind komplementär zu einander und zu meinem Blog.

Bertals Blog hat sieben Abonnenten; fünf davon kenne ich persönlich. Es gibt mindestens ein Dutzend weitere Bekannte, von denen ich weiß, dass sie meinen Blog verfolgen. Beide Gruppen sind über die drei erwähnten sozialen Netze nicht (vollständig) erreichbar. Ich verweise schon mal in einem der oben genannten drei Netze auf einen bestimmten Blog-Eintrag, wenn er gerade etwas bringt, was für meine dort vertretenen Kontakte interessant sein könnte.

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